GRABS: Selbst Spitalbesitzerin sein bringt grosse Vorteile

Die Neubauarbeiten des Spitals Grabs schreiten zügig voran. Dass die Spitalregion nun selbst Besitzerin ist, ermöglicht mehr Flexibilität und künftig tiefere Betriebskosten.

Thomas Schwizer
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Auf der Grossbaustelle des Spitalneubaus in Grabs herrscht Hochbetrieb. (Bilder: Thomas Schwizer)

Auf der Grossbaustelle des Spitalneubaus in Grabs herrscht Hochbetrieb. (Bilder: Thomas Schwizer)

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Sie ist L-förmig, misst von Süd nach Nord 140 und von Ost nach West 50 Meter: Die Grossbaustelle Neubau des Spitals Grabs. Bautechnisch und bezüglich der Koordination sind die Bauarbeiten eine enorme Herausforderung. Zudem muss das Kostendach von 137 Millionen Franken eingehalten werden.

Seit dem Spatenstich vor einem Jahr ist auf der Baustelle viel passiert. Das zweite Untergeschoss ist fertiggestellt, derzeit laufen die Arbeiten am ersten Untergeschoss unter Hochdruck. In diesen Stockwerken werden vor allem die umfangreiche Haustechnik mit der Elektroverteilzentrale und die Notstrom- sowie die Sterilgut-Versorgung realisiert. Letztere wird direkt unter dem neuen Operationstrakt liegen. Wie hier ermöglicht der Neubau in allen anderen Bereichen des Spitals optimale Betriebsabläufe zur Optimierung der Prozesse. Für die Neubau-Projektleiterin Daniela Mahr, Reto Casutt als Koordinator/Leiter Technik in Grabs, Architekten und Planer ist der Neubau mit den unzähligen Versorgungsleitungen eine Herkulesaufgabe.

Eigene Investitionen flexibler und gezielt möglich

Weil der Kanton St. Gallen die Spitalimmobilien Anfang dieses Jahres der Spitalregion Rheintal Werdenberg Sarganserland (RWS) übertragen hat, kann diese gezielt selbst finanzierte Investitionen für das neue Spital vornehmen, sagte gestern Jochen Steinbrenner, Vorsitzender der Spitalleitung in Grabs. Ziel ist es, so langfristig die Betriebskosten weiter zu reduzieren. «Wir sind nun diesbezüglich viel flexibler», sagt René Berli, Leiter Technik, Medizintechnik und Bau der ­Spitalregion RWS. Gleichzeitig wird die Spitalregion als Immo­bilienbesitzerin noch unternehmerischer handeln müssen als bisher.

Bis Ende 2017 soll die erste Bauetappe im Rohbau erstellt sein. Danach wird der aufwändige Innenausbau erfolgen. Im Herbst 2019 soll dieser Teil, der rund zwei Drittel des Bauvolumens umfasst, bezugsbereit sein. Er umfasst den Bettentrakt mit drei Stockwerken, Küche und Restaurant, den Eingangsbereich, den Operationssaal mit der Tagesklinik, den Gebärsaal mit Wochenbettstation sowie alle Pflegestationen. Die Vorfreude ist bereits spürbar, wie Jochen Steinbrenner aus den Reaktionen der Patienten folgert. Seit die Hochbauarbeiten im Gange seien, verfolgten diese die Fortschritte mit grossem Interesse, Reklamationen wegen des Lärms gebe es nicht.

In einem Container-Musterzimmer mit Nasszelle werden Technik, Materialien, Prozesse und Funktionen ernstfallmässig getestet. Auch hier steht das Interesse der Nutzer im Mittelpunkt.

Bereits beginnt auch die Planung für den Umzug aus dem Alt- in den Neubau. Er wird eine enorme Herausforderung bilden, denn der Vollbetrieb des Spitals muss stets gewährleistet bleiben. Ebenfalls begonnen hat die Planung für Sanierung/Erweiterung des Spitals in Altstätten.