GRABS: Preisig folgt auf Vetsch

Ein Vorstandssitz des St. Galler Bauernverbands bleibt in Werdenberger Hand. An der Delegiertenversammlung ging Präsident Peter Nüesch auf die schwierige Situation der Bauern ein.

Adi Lippuner
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Christian Vetsch, Sevelen, stellte sein Vorstandsmandat zur Verfügung. Heidi Preisig, Frümsen, nimmt neu Einsitz im Vorstand des St. Galler Bauernverbands. (Bild: Heidy Beyeler)

Christian Vetsch, Sevelen, stellte sein Vorstandsmandat zur Verfügung. Heidi Preisig, Frümsen, nimmt neu Einsitz im Vorstand des St. Galler Bauernverbands. (Bild: Heidy Beyeler)

Adi Lippuner

redakiton@wundo.ch

Die Delegierten des St. Galler Bauernverbands tagten am Mittwoch in der Mehrzweckhalle im Grabser Unterdorf. 275 Stimmberechtigte aus dem ganzen Kanton waren anwesend, um die anstehenden Geschäfte zu erledigen. Im Vorstand sollen Vertreter aus den acht Regionen, aber möglichst auch zwei Bäuerinnen dabei sein, wie Präsident Peter Nüesch, Balgach, betonte.

Vor vier Jahren wurde der Seveler Christian Vetsch in den Vorstand gewählt. Nach einer Amtsdauer verzichtete er aus zeitlichen Gründen auf eine Wiederwahl. Die Situation daheim habe sich verändert, die Ehefrau ist wieder in ihrem Beruf als Kindergärtnerin tätig und dies bedeute, dass er sich vermehrt im Haushalt und mit den Kindern engagiere. Allerdings möchte er die Zeit im Vorstand nicht missen, «denn die hat viele spannende Begegnungen und interessante Einblicke gebracht».

Neun Personen aus allen St.Galler Regionen

Mit Heidi Preisig, Frümsen, nimmt wieder eine Werdenbergerin im neunköpfigen Vorstand Einsitz. Zusammen mit Ehemann Alfred bewirtschaftet sie den Milchwirtschaftsbetrieb, ist Mutter von vier Kindern im Alter ­zwischen 16 und 26 Jahren, Präsidentin der Bäuerinnen-Apéro-gruppe Werdenberg und Se­kretärin des St. Galler Bäuerinnenverbands. «Mir liegt der Erhalt und Ausbau der Aus- und Weiterbildungsangebote am Herzen.»

Neu gewählt wurden Fredi Louis, Ennetbühl, und Andreas Studach, Mörschwil. Sie ersetzten Toni Huber, Oberhelfenschwil, und Erika Schlegel, Hemberg. Von den Bisherigen stellten sich Präsident Peter Nüesch und die Vorstandsmitglieder Brigitte Ammann, Wattwil, Köbi Büsser, Amden, Bruno Wagner, Niederbüren, Emil Tschirky, Weisstannen, und Fredi Mosberger, Gossau, zur Verfügung.

Für Peter Nüesch war 2016 ein Jahr mit vielen Höhen und Tiefen. «Hinter uns liegt ein Jahr mit meteorologischen und politischen Herausforderungen.» Der Präsident wünscht sich, mit Blick auf die verschiedenen, aus seiner Sicht teilweise unfairen Berichterstattungen, eine respektvolle Auseinandersetzung. «Der Spagat in der Landwirtschaft wird nicht kleiner, Bauern und Gesellschaft haben sich teilweise entfremdet.» Komme dazu, dass das Interesse an der Landwirtschaft nachlasse, «Lebensmittel kommen aus dem Einzelhandel und sind immer verfügbar». Dies führe zu Wissensdefiziten über die landwirtschaftliche Produktion. Innovationen würden eher als Bedrohung statt als Treiber für gesamtgesellschaftlichen Fortschritt wahrgenommen. Als «nicht Gott gegeben» bezeichnete Markus Ritter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbands, die grosse Einkommensunterschiede zwischen den produzierenden Bauern und den Spitzensalären der Milchverarbeiter. «Wir sitzen zwar alle im gleichen Boot, aber nicht auf dem gleichen Deck. Während die einen Kohle schaufeln, lassen es sich die anderen auf dem Oberdeck gut gehen.» Und dies gelte es zu korrigieren, «denn die Landwirte brauchen nicht nur Wertschätzung, sondern auch ein mit anderen Branchen vergleichbares Einkommen.»

Damann versteht die Sorgen um das Kulturland

Gemeindepräsident Niklaus Lippuner äusserte seine Freude, dass der Verband, 17 Jahre nach seiner letzten DV, wieder in Grabs tage. Regierungsrat Bruno Damann zeigte auf, dass die Summe der Direktzahlungen im letzten Jahr im Kanton um 2,5 Prozent zurückging. Er verstehe die Sorge ums Kulturland, es gelte aber auch, die verschiedensten Interessen zu respektieren.