GRABS: Originelle Weihnachtsfeier im Lukashaus

Am Freitag fand im Lukashaus ein besonderes Weihnachtsspiel statt. Schülerinnen und Schüler spielten zusammen mit Menschen, die eine Behinderung haben. Lieder und Tänze rundeten das Fest ab.

Werner Vetsch
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Die Geschichte vom «Häuptling mit dem Regenschirm» fand Anklang. (Bild: Werner Vetsch)

Die Geschichte vom «Häuptling mit dem Regenschirm» fand Anklang. (Bild: Werner Vetsch)

Mit dem bekannten Lied «We Are The Champions» stimmte die Mittelstufenklasse von Philipp Schär im vollbesetzten Saal des Lukashauses die erwartungsvollen Gäste auf das Weihnachtsspiel ein. Die Geschichte vom «Häuptling mit dem Regenschirm» führte auf eindrucksvolle Weise ins ferne Afrika, in eine traditionelle, aber für uns fremde Welt. Die schmucke Häuptlingshütte, die vielfältigen und farbenfrohen Gewänder der Spielenden und die Tänze, Gesänge und Trommelklänge untermalten in vielfältiger Weise das völlig andere Leben fernab unserer Kultur.

Beim Rundgang durchs Dorf mit dem Häuptling im Rollstuhl und seinem grossen, bunten Regenschirm prallten bei vielen originellen Begegnungen und Gesprächen zwischen Afrikanern und Weissen völlig gegensätzliche Weltanschauungen aufeinander. Auf der einen Seite war der starke Glaube an Dämonen und Naturgeister, auf der anderen Seite die offene christliche Weltsicht erkennbar.

In geradezu rührender Weise verstanden es die Oberstufenschülerinnen und -schüler, sich in die recht anspruchsvollen Rollen einzuleben. Überaus eindrucksvoll waren auch die vielen fröhlichen und unbekümmerten Auftritte der Schauspielerinnen und -spieler des Lukashauses. Gemeinsam gelang es den Darstellenden ausgezeichnet, die sanft erfolgte Abkehr von der mystischen Welt des Naturvolkes hin zum Christentum zum Ausdruck zu bringen. Die Angst vor dem Verlust altbewährter Traditionen seitens der Eingeborenen wich dann im Verlaufe der Geschichte zunehmend der Freude über das gemeinsame Weihnachtsfest.

Der herzliche Umgang und die liebevollen Begegnungen der Oberstufenschülerinnen und

-schüler mit den Mitspielerinnen und -spielern mit einer Behinderung während des Spiels waren überaus beeindruckend. Aber auch die Schulklasse von Philipp Schär trug mit einer bunten Palette von frisch vorgetragenen weihnachtlichen Liedern und afrikanischen Tänzen zur willkommenen Abwechslung bei. Mit dem durch drei Schülerinnen vorzüglich und sehr feinfühlig interpretierten Song «Hallelujah» fand die bestens gelungene Feier einen ergreifenden Abschluss.

Ein buntes Miteinander

Abschliessend wandte sich der Geschäftsleiter des Lukashauses, Hubert Hürlimann, an die Gäste und wies darauf hin, dass auch im Lukashaus das ganze Jahr hindurch ein farbiges, buntes Miteinander vorzufinden sei. Bei einem Zusammenleben mit Menschen aus mehr als zwanzig Nationen seien nebst der notwendigen Verständigung stets auch Achtung und Respekt gegenüber dem Mitmenschen unabdingbar. Wie im Weihnachtsspiel sei aber auch Angst vor Fremdem, vor Veränderungen oder einem Verlust innerhalb der Gemeinschaft allgegenwärtig. Diese Forderungen zu erfüllen, gelte es aber nicht nur im Weihnachtsspiel, sondern im täglichen Leben während des ganzen Jahres.

 

Werner Vetsch