GRABS: Nach vier Jahren Planung geht's los

Heimleiter Rolf Lenherr stellte gestern beim Spatenstich für den Ersatzbau des Stütlihus jene ins Zentrum, welche das Angebot des Wohnens und der Pflege im Alter heute und in Zukunft in Anspruch nehmen.

Thomas Schwizer
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Bis im Herbst 2019 werden die Bewohner des Stütlihus den Fortschritt der Arbeiten für den Ersatzbau interessiert mitverfolgen können. (Bild: Thomas Schwizer)

Bis im Herbst 2019 werden die Bewohner des Stütlihus den Fortschritt der Arbeiten für den Ersatzbau interessiert mitverfolgen können. (Bild: Thomas Schwizer)

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Der Heimleiter freute sich zusammen mit zahlreichen Bewohnern des Stütlihus gestern Dienstagnachmittag darüber, dass nach vier Jahren Vorbereitungs- und Planungszeit mit dem Spatenstich der offizielle Startschuss für den Ersatzbau erfolgte. «Wir bauen für euch Bewohner und alle, die in Zukunft zu uns kommen.» So sprach Rolf Lenherr all jene direkt an, welche ab Herbst 2019 von den Räumlichkeiten und vom Angebot im neuen Stütlihus profitieren können. Der Neubau habe «ein Riesenpotenzial für die Zukunft», und das Angebot werde für die verschiedenen Formen der Nachfrage eine gewisse Flexibilität bieten.

Der Heimleiter lobte alle an der Vorbereitung und Planung Beteiligten: Den Gemeinderat und die Bevölkerung für das eindrucksvoll ausgesprochene Vertrauen und die Unterstützung, die Baukommission unter Leitung von alt Gemeindepräsident Rudolf Lippuner, die Betriebskommission unter Leitung von alt Gemeinderätin Jeanette Mösli Koch mit all ihren Mitgliedern. «Das Architekturbüro Haerle Hubacher versteht unsere Anliegen für die Bewohner und Mitarbeiter», lobte Rolf Lenherr.

Bevor der Gemeinderat der Bürgerschaft 2007 die Erweiterung des heutigen, 1989 ein- geweihten Stütlihus mit neun zusätzlichen Zimmern unterbreitete, habe er betreffend des altehrwürdigen Bürgerheims eine Analyse machen lassen, sagte Gemeindepräsident Niklaus Lippuner. Seit über 100 Jahren erweise dieses der Grabser Bevölkerung gute Dienste. Inzwischen wurden zwar einige sanfte Renovationen ausgeführt. Trotzdem entsprächen der Innenausbau und der Brandschutz den heutigen Anforderungen für die stationäre Betreuung älterer pflegebedürftiger Menschen nicht mehr.

Deshalb wurde im Sommer 2013 mit der Absichtserklärung der Start für die Konzeption eines Ersatzbaus beschlossen. Und zwar rechtzeitig, um sicherzu- stellen, dass das Bürgerheim bis zur Vollendung des Ersatzbaus in Betrieb bleiben und der Bevölkerung 65 stationäre Plätze anbieten kann, wie gestern betont wurde.

Vorgehen der Gemeinde vom Kanton als richtig bestätigt

Schon im Sommer 2013 ging die Gemeinde Grabs davon aus, dass der Bedarf an stationären Plätzen im Kanton nicht so rasant steige wie prognostiziert wurde. Deshalb wurde entschieden, dass im Ersatzbau die bereits bewilligte Anzahl stationärer Plätze angeboten werden soll. Im gleichen Jahr erarbeitete die Kommission für Altersfragen zusammen mit allen lokalen Anbietern eine Age-Wohn-Matrix, die aufzeigte, wo in Grabs im Bereich Wohnen im Alter noch Handlungsbedarf besteht. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurde in der Konzeption festgelegt, das Gebäude sowohl in Bezug auf Angebot und Wohnform möglichst flexibel nutzbar zu gestalten.

Der Bevölkerung sollen im Stütlihus-Ersatzbau insbesondere Wohnformen und Strukturen angeboten werden, die heute noch nicht oder zu wenig bestehen. Im 1. und 2. Obergeschoss des Ersatzbaus entstehen je zwölf komfortable Einzelzimmer mit Nasszellen. Auf jeder Etage werden ein grosszügiger Aufenthaltsbereich und eine Terrasse zum Verweilen einladen. Bei Bedarf könnten die einzelnen Etagen als Wohngruppen geführt werden.

Die sieben Pflegeappartements für Paare im 3. Obergeschoss sollen die wachsende Nachfrage in diesem Bereich abdecken. Sie ermöglichen den Paaren das gemeinsame Wohnen und die Sicherheit einer 24-Stunden-Betreuung. Besonders im Bereich der Tages- und/oder Nachtbetreuung sowie der Kurzzeitbetreuung besteht laut der Age-Wohn-Matrix zusätzlicher Handlungsbedarf. Im Ersatzbau wird diesem Umstand Rechnung getragen. Im Parterre wird ein grosszügiger Aufenthaltsbereich mit Küche und vier Ruhezimmern für die Tages- und Nachtbetreuung geschaffen. Damit könne die steigende Nachfrage für die Entlastung pflegender Angehöriger erfüllt werden, war gestern zu erfahren. Diese Zone steht ab Herbst 2019 sowohl den stationären als auch temporären Gästen zur Verfügung. Zusätzlich runden zwei neue Ferienzimmer das Angebot ab.

Im Februar 2015 wurde das Projekt «Augenblick» der Architekten Haerle Hubacher aus Zürich aus 55 Bewerbungen als Wettbewerbsgewinner erkoren. Anfang April 2015 bewilligte die Bevölkerung an der Bürgerversammlung einen Projektierungskredit. Nach den eindrucksvollen 86 Prozent Ja-Stimmen vom 28. Februar 2016 an der Urne zum Baukredit über 15 Millionen Franken konnten die Planungsarbeiten vorangetrieben werden.