GRABS: Lukashaus möchte mehr als anerkennendes Kopfnicken

An der Werdenberger Wirtschaftstagung gab es einen Vortrag über die Integration von Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt. Nun sollen Taten folgen.

Heini Schwendener
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In vielen Betrieben gibt es Arbeiten, die auch von Menschen mit Behinderung verrichtet werden könnten. (Bild: Gaëtan Bally/KEY)

In vielen Betrieben gibt es Arbeiten, die auch von Menschen mit Behinderung verrichtet werden könnten. (Bild: Gaëtan Bally/KEY)

Heini Schwendener

Markus Bräm betreibt in Schaffhausen erfolgreich das Projekt mitschaffe.ch. Mit seiner Personalfirma ermöglicht er Menschen mit Behinderung den Einstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt ausserhalb geschützter Werkstätten. Bräm erntete viel Lob und Anerkennung, als er dies anlässlich der Werdenberger Wirtschaftstagung vorstellte.

Im Lukashaus Grabs gibt es auch Talente, die sich gerne im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch ausserhalb der Einrichtung in die allgemeine Arbeitswelt einbringen möchten. Das Lukashaus hat darum ein ähnliches Projekt wie mitschaffe.ch lanciert und kann dabei auf die Zusammenarbeit mit der Personalvermittlungsfirma Monper in Altstätten zählen. Diese übernimmt die administrativen Hürden und arbeitsrechtlichen Risiken, welche die Arbeitgeber sehr oft davon abhalten, Menschen mit Behinderung überhaupt erst anzustellen.

Möglichkeit für den Tatbeweis

Nun geht das Lukashaus mit seinem Projekt in die Offensive. Wenn Bräms Vortrag doch so viel anerkennendes Kopfnicken ausgelöst habe, böte sich nun die Möglichkeit für den Tatbeweis. Die Lukashaus-Stiftung, die das Coaching der vermittelten Personen übernimmt, wendet sich in einem Brief an die Arbeitgeber der Region. Mit der Hoffnung, dass sich einige Interessierte melden, die dann in einem persönlichen Gespräch vertieft über die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit informiert werden.

Seit August funktioniert die Zusammenarbeit zwischen dem Lukashaus und Monper. Bereits sind sieben Leute erfolgreich vermittelt worden. Lernende PrA (Praktische Ausbildung nach Insos) in Ausbildung, Absolventen PrA und auch Bewohner des Lukashauses, die nur ein paar Stunden arbeiten, haben so Fuss gefasst im allgemeinen Arbeitsmarkt. Gitte Dobler-Insam, Bereichsleiterin im Lukashaus, ist überzeugt: «Beinah in allen Betrieben gäbe es Arbeiten, die Menschen mit Behinderung machen könnten.» Sie hofft, dass viele Arbeitgeber für die Zusammenarbeit gewonnen werden können.

Dabei meint sie nicht nur Firmen aus der Privatwirtschaft, sondern auch die öffentliche Hand. Sie findet es schade, dass Gemeinden, Schulen und andere von der öffentlichen Hand finanzierte Institutionen so wenig Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung anbieten, «denn auch hier gilt: Arbeit für sie gäbe es ganz bestimmt genug.»3