GRABS: Kaffee statt Lampen und Stecker

Die Politische Gemeinde ist Besitzerin des Café Post – und wird es aus strategischen Gründen bleiben. Das Café wird zurzeit renoviert und bekommt neue Pächter.

Hanspeter Thurnherr
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Bald wieder ein Treffpunkt mitten im Dorf: Das Café Post wird am 4. September unter neuer Führung eröffnen. Das Gebäude gehört der Politischen Gemeinde. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Bald wieder ein Treffpunkt mitten im Dorf: Das Café Post wird am 4. September unter neuer Führung eröffnen. Das Gebäude gehört der Politischen Gemeinde. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Hanspeter Thurnherr

hanspeter.thurnherr@wundo.ch

Im vergangenen Winter schloss der Pächter des Café Post im Grabser Zentrum zur Überraschung seiner Gäste recht kurzfristig die Türen. Damit musste die Politische Gemeinde als Besitzerin auf die Suche nach einer neuen Pächterschaft gehen. Sie nutzt die Vakanz auch gleich für eine umfassende «Auffrischung», wie es in den Mitteilungen aus dem Gemeinderat heisst. Die Arbeiten sind noch im Gang.

Am Montag, 4. September, soll das Café Post in neuem Glanz erstrahlend wieder eröffnen. Denn inzwischen hat der Gemeinderat entschieden, aus sechs Bewerbungen den Zuschlag der Robert Mutzner AG, Buchs, zu erteilen. Geschäfts­führer des Gastronomieunternehmens sind die in Grabs wohnenden Philipp Mutzner und ­Verena Eggenberger. Die Backwaren liefern wird die Grabser Bäckerei Mühlbach.

Eine Politische Gemeinde als Besitzerin eines Cafés ist nicht alltäglich, doch in Grabs seit ­Jahren Tatsache. 2002 wurde das Elektrizitätswerk (EW) in die Politische Gemeinde inkorporiert. Damit übernahm die Gemeinde auch die Liegenschaft Lindenweg 2, welche das EW 1968 gebaut hatte. «Früher war dort, wo jetzt das Café ist, der ­Laden des EW», weiss Gemeinderatsschreiber Werner Hefti. Im Haus über dem Café sind Wohnungen und Praxen untergebracht. Speziell: Das Gebäude ist unterirdisch mit dem Bürogebäude der Technischen Betriebe am Lindenweg 4 verbunden.

Unerwünschte Nutzung wird so vermieden

Im Zuge der Neuverpachtung bot ein Gesuchsteller an, das Café zu kaufen. Doch das wollte die Gemeinde nicht. Da die Vermietung der Liegenschaft rentiere, mache es keinen Sinn, sie zu verkaufen, erläutert Hefti. Denn so könne die Gemeinde gleichzeitig ihre Hand darauf halten, was mit dieser ­Liegenschaft mitten im Dorf passiere. Unerwünschte Nutzungen können so vermieden werden.

Das Gebäude mit dem Café Post ist aber nicht das einzige «strategische» Gebäude im Finanzvermögen der Politischen Gemeinde. Weitere Beispiele in Zentrumsnähe sind das Areal Bürgerheim, das Haus Mühlbach 2, in welchem aktuell Asylbewerber untergebracht sind, die Wohnhäuser Kirchgasse 2 und 4 oder die Kindertagesstätte am Stefansbongertweg.