GRABS: «Eine Art Silicon Valley schaffen»

Das spezifische Know-how einbringen, sich auf die eigenen Stärken konzentrieren und gemeinsam innovative Projekte entwickeln: Das ist für Unternehmer Philipp Untersander das Erfolgsrezept für Kleinunternehmen.

Thomas Schwizer
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Ein Erfolgsrezept bei der Entwicklung der wasserlosen, mobilen Toilette der CLOsac war eine partnerschaftliche Kooperation. (Bild: PD)

Ein Erfolgsrezept bei der Entwicklung der wasserlosen, mobilen Toilette der CLOsac war eine partnerschaftliche Kooperation. (Bild: PD)

Thomas Schwizer

Philipp Untersander aus Grabs ist ein Geschäftsmann, der auf der Basis von Vertrauen mit befreundeten Unternehmern zusammenarbeitet. Bei ihm zählt noch der Handschlag. Und auf dieser Basis möchte er in Zukunft neue Projekte anpacken – gemeinsam mit anderen Kleinunternehmen als Partner. Ihm schwebt «eine Art Silicon Valley» in der Region Rheintal-Werdenberg vor, wie er im Gespräch mit dem W&O sagt.

«Kleinunternehmen aus un­serer Region sollen miteinander Herausforderungen anpacken, marktgerechte Produkte und Lösungen entwickeln und zur Serienreife bringen», schwebt ihm vor. Ein Modell, das er in seinem eigenen Unternehmen mit medizi­nischem Mobiliar und der wasserlosen Hygienetoilette CLOsac be­reits erfolgreich umgesetzt hat und umsetzt.

Dieses «gemeinsam auf unsere Stärken konzentrieren» ist für ihn die einzig erfolg­versprechende Strategie, die KMU auf dem teuren Werkplatz Schweiz in Zukunft konkurrenzfähig erhält. Wenn solche spezialisierte Firmen zusammenarbeiten, jeweils ihre eigene Stärke einbringen und zu einem gemeinsamen Ganzen bündeln, dann könnten sie der Konkurrenz auf dem Weltmarkt immer eine Nasenlänge voraus sein, ist Philipp Untersander überzeugt. Wenn das mit dem Know-how von fachspezifischen Hochschulen wie der NTB in Buchs kombiniert ist, dann stehe erfolgreichen neuen Projekten nichts mehr im Weg, stellt der Geschäftsmann und Träger des Werdenberger Innovationspreises fest.

«Jeder trägt zum Gelingen bei und soll profitieren»

Als Beispiel, dem es nachzueifern gelte, nennt Untersander die ­«Sitem Insel». Dieses Kompetenzzentrum wird im medizinischen Bereich mit Unterstützung des Bundes am Inselspital in Bern realisiert. Er ist dort als Aktionär mit an Bord, weil er sich mit seinen Produkten genau in dieser Branche bewegt. Hier würden sich verschiedenste Akteure gemeinsam engagieren. Ziel sei es, an der Praxis ausgerichtete Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen, mit neu zu entwickelnden Produkten entsprechende Lösungen zu erarbeiten und dank des Know-­hows aller Beteiligten bis zur Serienreife voranzutreiben.

Wesentlich für ein gutes Gelingen sei auch der Einbezug der praktischen Anwendung, also des Testspitals. Genau so, wie er es beim Projekt seiner wasserlosen mobilen Hygienetoilette CLOsac umgesetzt hat. Wichtig sei, dass alle Beteiligten offen seien und Vertrauen zueinander hätten, lautet Untersanders Erfolgsrezept für eine solche Kooperation. ­«Jeder trägt seinen Teil zum Gelingen bei, soll davon profitieren und auch daran verdienen», betont Untersander. Und wenn einer die anderen über den Tisch ziehen möchte? «Das tut er nur einmal, dann wird niemand mehr mit ihm kooperieren», ist für den Grabser Unternehmer klar.

Neben dem jeweils spezi­fischen, hohen Know-how von Kleinunternehmen nennt Untersander ihren Vorteil, sehr schnell auf technologische Veränderungen reagieren zu können. Grossunternehmen seien diesbezüglich weniger flexibel. Am Beispiel seines CLOsac verweist er auf einen interessierten Grosskunden. Dieser sei völlig erstaunt ge­wesen, als er die – auf dessen ­spezifischen Wunsch – realisierte Weiterentwicklung deutlich früher als «bestellt» präsentiert bekam. Sobald ein Projekt so weit entwickelt wird, dass es serienreif ist, dann könnten und sollten Produktion und Vertrieb an grössere Unternehmen verkauft werden. Denn das sei deren Stärke, da fehle den Kleinunternehmen das Know-how. Diese sollten sich nach Abschluss wieder neuen, innovativen Projekten zuwenden, dringt der zupackende Inno­vationsgeist von Philipp Unter­sander durch. Genau so, wie er es mit seinem patentierten medizinischen Mobiliar nun umgesetzt hat.3