GRABS: Ein Gottesdienst, so lebendig wie noch nie

Am Donnerstagabend beschenkten die Gospelmusiker Tracey Campbell, Andy Doncic und Evi Sturm die Besucher mit einem mitreissenden Weihnachtskonzert.

Nadine Schwizer
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Sängerin Tracy Campbell wurde von Andy Doncic am Keyboard unterstützt. (Bild: Thomas Schwizer)

Sängerin Tracy Campbell wurde von Andy Doncic am Keyboard unterstützt. (Bild: Thomas Schwizer)

Nadine Schwizer

So etwas sieht man nun wirklich nicht oft in unseren Breitengraden: eine Kirche voller tanzender, singender Menschen. Doch wenn Andy Doncics Weihnachtsgospelgruppe in Grabs Halt macht, hält es auch bei uns selbst die Gehemmtesten im Publikum nicht mehr auf den Bänken.

Es war das einzige Schweizer Konzert der diesjährigen Weihnachts-Gospeltour, die sonst vor allem in Deutschland unterwegs ist. Für Ute Grommes, Diakonin der Kirchgemeinde Grabs/Gams, war der Abend ein voller Erfolg: «Die Kirche war voll und es war wirklich sehr schön zu sehen, dass sich die Leute zu etwas Unbekanntem haben einladen lassen.» Grommes schaffte es durch ihre persönlichen Beziehungen zu Andy Doncic, das Konzert – an ihrem Geburtstag – nach Grabs zu holen. Auch ihr ist aufgefallen, wie ausgelassen die Besucher mitgemacht haben: «Es hatte bestimmt ein paar, die ein bisschen Mühe hatten. Wir sind uns das nun mal nicht so gewohnt, dass man aufsteht und Party macht in der Kirche. Aber Tracy, Andy und Evi haben das super gemacht und dann hat es einfach gestimmt.»

Die vorgetragenen Lieder erzählten die Geschichte der Geburt Jesu. Sowohl gut bekannte Songs wie auch neue, von Andy Doncic selbst geschriebene Stücke wurden vorgetragen.

Schon mit vielen Grössen zusammengearbeitet

Der Star im Chor der evange­lischen Kirche in Grabs war ganz klar Tracey Campbell. Die in London wohnhafte Sängerin, die bereits mit Musikgrössen wie ­Elton John und Mariah Carey zusammenarbeitete, hat mit ihrem Stimmorgan alle in ihren Bann gezogen. Von der wunderschönen, emotionalen Ballade bis hin zum energiegeladenen Gospel, der zum Mittanzen animierte, trug die Britin, unterstützt von Andy Doncic am Keyboard und Evi Sturm als Backgroundstimme alle Lieder mit viel Herzblut und Glaubhaftigkeit vor.

Auch Campbell gefiel das Konzert sehr. Es sei für sie aber weniger ein Weihnachtskonzert per se gewesen als ein Gottesdienst, eine Ehrung Gottes, der ihr sehr wichtig ist: «Es ist ganz einfach das, was ich am liebsten mache. Es macht mir wirklich ganz viel Spass und ich geniesse es immer sehr.»

Die britische Gospelsängerin war ebenfalls froh, hat das Publikum in Grabs so gut mitgemacht: «Ich singe ja viele verschiedene Stile. Einige Lieder sind sehr besinnlich, bei anderen muss sich das Publikum auch mehr aktiv daran beteiligen. Dafür muss man die Leute überall ermutigen. Klar, in einigen Ländern sind sich die Menschen vielleicht ein wenig mehr gewohnt, loszulassen und mitzumachen. In Deutschland oder der Schweiz braucht es dann vielleicht ein wenig mehr Ermutigung. Aber wenn sich die Menschen dann einmal erlauben, völlig loszulassen, tun sie das auch. Und ich habe das Gefühl, sie geniessen das dann sehr.»

Die Schweiz mag Campbell sehr und auch die Region sowie das Publikum in Grabs haben der Gospelsängerin sehr gefallen.