GRABS: Ein Buch gegen das Vergessen

Der Autor Massum Faryar stellte am Donnerstag in einer Lesung in der Lukashaus-Stiftung seinen Roman «Buskaschi oder der Teppich meiner Mutter» vor, an dem er acht Jahre gearbeitet hatte.

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Massum Faryar las aus seinem Buch. (Bild: PD)

Massum Faryar las aus seinem Buch. (Bild: PD)

In den 80er-Jahren kam der Autor Massum Faryar von Afghanistan nach Deutschland. Er studierte in München Germanistik und Politikwissenschaft. «Buskaschi oder der Teppich meiner Mutter» ist sein erster Roman. Während acht Jahren arbeitete er daran. Das Lukashaus hat Massum Faryar zu einer Lesung eingeladen. Am Donnerstag stellte er dort sein Buch vor. Lukashaus-Geschäftsleiter Hubert Hürlimann begrüsste die Anwesenden mit ein paar einleitenden Worten. Der Grund für die Einladung war nicht nur die Vorstellung eines wichtigen Buches in einer ausserordentlichen Zeit, sondern auch das Verständnis für andere Menschen und Kulturen zu wecken und damit einen Weg zum Frieden zu finden. Das Lukashaus lebt Vielfalt – den Andern verstehen heisst auch, seine Geschichte und seine Geschichten kennen.

Geschichte der Familie mit der des Landes verknüpft

Massum Faryar erzählt die zu Herzen gehende Familiensaga mit einer bildreichen, farbenprächtigen Sprache, packenden Dialogen und tiefem Verständnis für die Wechselfälle der Geschichte. Sie umfasst 90 Jahre afghanische Geschichte. Mithilfe eines Teppichs, den seine Familie besitzt, führt der Erzähler Gespräche mit seiner dementen Mutter und führt den Leser in die wechselvolle Geschichte der Familie. Wie ein Teppich verknüpft der Autor dann auch die Geschichte der Familie mit der Geschichte Afghanistans. Als Metapher benutzt er den auf dem Teppich dargestellten Nationalsport Bukaschi: Ein Spiel, bei dem Reiter um eine geschlachtete Ziege kämpfen. Wie Afghanistan, das als Ziege zum Spielball unterschiedlicher politischer Kräfte wird.

Seine Lesung war packend, und das Thema hochaktuell. In der anschliessenden Fragerunde äusserte Massum Faryar auch seine Wünsche für die Zukunft Afghanistans. Mit dem Zitat des Autors – «nirgends gibt es so viele friedliche Menschen wie in Afghanistan» – schloss Hubert Hürlimann die Lesung. Mit einem afghanischen Apéro wurde der Abend abgerundet.