GRABS: Der «Meilenstein» fällt wohl ins Wasser

Morgen entscheidet der Verein Badesee über das weitere Vorgehen. Der Gemeinderat überlegt sich, den Voralpsee für Badefreudige attraktiver zu gestalten.

Hanspeter Thurnherr
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Eigentlich wollte der Vorstand des Vereins Baggersee morgen Donnerstag an der ausserordentlichen Mitgliederversammlung mit der Präsentation des Vorprojektes «einen Meilenstein für die Realisierung des Badesees Grabs» setzen, wie er in der Einladung schreibt. Doch mit dem Entscheid des Gemeinderates, die vom Verein beantragte fi­nanzielle Beteiligung der Politischen Gemeinde von 900 000 Franken abzulehnen (W&O vom 11. März), ist die Realisierung des Badesees wohl nicht mehr realistisch. Der Vorstand, der am letzten Mittwoch tagte, will sich vor der Versammlung nicht äussern, wie Präsident Martin Zwahlen auf Anfrage des W&O sagte. Zuerst sollen die Vereinsmitglieder detailliert informiert werden und über das weitere Vorgehen entscheiden.

«Vorprojekt offensichtlich nicht umsetzbar»

In seiner Mitteilung schreibt der Gemeinderat, dass er sich «baldmöglichst Gedanken über alternative Bademöglichkeiten» machen werde, welche «in einem anderen Kostenrahmen umgesetzt werden könnten». Wie Gemeindepräsident Niklaus Lippuner auf Nachfrage des W&O sagt, habe der Rat Möglichkeiten angedacht, wie man den Voralpsee etwas attraktiver gestalten könne. Zum Beispiel mit einem Steg und mit entsprechenden Tarifen für Familien beim öffentlichen Verkehr zum See. An einer der nächsten Sitzungen wolle man dies vertieft anschauen.

Die Lösung mit einem «See» von gut 1200 Quadratmetern Badefläche und für 200 Personen ausgelegt, sei für Grabs mit seinen 7000 Einwohnern nicht realistisch. Für diese Grössenordnung sei die Lösung zu teuer und für den Verein offensichtlich nicht umsetzbar. «Zum gleichen Schluss ist auch der Gemeinderat gekommen», verdeutlicht Lippuner. Zudem gebe es in der Umgebung mit dem Voralpsee, dem Freibad Buchs und dem Badesee in Gamprin mehrere Bademöglichkeiten. Wie Niklaus Lippuner weiter ausführt, gab es seit dem Beschluss des Gemeinderates etliche Rückmeldungen, welche den Entscheid begrüssten. Von Seiten der Badeseebefürworter habe er aber keinerlei Reaktionen erhalten.

Die Grabser Hallengenossenschaft (GHG) unterstützte die Ausarbeitung des Vorprojektes mit einem Projektierungsbeitrag von 15000 Franken. Ausserdem versprach sie, ihr Grundstück in der Nähe des Fussballplatzes sowie einen finanziellen Beitrag zur Verfügung zu stellen. Wie reagiert sie nun auf die neueste Entwicklung? «Wir haben erst am 7. April Verwaltungsratssitzung. Dann werden wir die Sache anschauen und besprechen», sagt Präsident Marco Büchel. Ausserdem wartet die GHG die ausserordentliche Mitgliederversammlung des Vereins Badesee ab. «Wir sind im Kontakt mit dem Verein», schliesst Büchel.

Hanspeter Thurnherr

hanspeter.thurnherr@wundo.ch