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GRABS: Das Leben als Mittelpunkt im Alltag

Etwas mehr als ein Jahr gibt es die Hospiz-Abteilung im Pflegeheim Werdenberg. Das qualitativ hochstehende Angebot hat eine Lücke in der Ostschweiz geschlossen. Nun will der Betrieb sein Netzwerk erweitern.
Armando Bianco
Das Angebot im Hospiz im Werdenberg für die letzte Phase des Lebens entspricht in der Ostschweiz einem grossen Bedürfnis. (Bild: PD)

Das Angebot im Hospiz im Werdenberg für die letzte Phase des Lebens entspricht in der Ostschweiz einem grossen Bedürfnis. (Bild: PD)

Armando Bianco

armando.bianco@wundo.ch

Eröffnet wurde das Hospiz Ende Dezember 2016 in den Räumlichkeiten des Pflegeheims Werdenberg. Ein Jahr später verzeichnete das Hospiz in Grabs total 45 Ein- und 41 Ausstritte. Die Aufenthaltsdauer ist naturgemäss kurz und die Sterblichkeit hoch. "Das sind die nackten Zahlen. Dahinter stecken Direktbetroffene und Angehörige, welche Entlastung, Unterstützung, Trost und erste Perspektiven für die Zeit danach erleben", sagt Mathias Engler, Gesamtleiter Pflege und Hospiz im Werdenberg. Die Abteilung bietet unheilbar kranken, sterbenden Menschen in ihrer letzten Lebensphase und ihnen nahestehenden Personen Raum, in Würde und Geborgenheit Abschied zu nehmen.

"Es geht darum, Leben zu vermitteln"

An der Front und im Umgang mit den Hospiz-Bewohnern sind nebst fachlichen Qualitäten in erster Linie auch Herz und Verstand gefragt: "Es geht uns trotz allem darum, Leben zu vermitteln", sagt Pflegeleiter Daniel Schmitter. Deshalb findet das Gespräch auch nicht an einem Bürotisch, sondern direkt in der Hospizabteilung mit Bewohnern am Tisch statt. Auch ein Mann, der hier wohl die letzten Tage seines Lebens verbringt, hört aufmerksam zu und nickt zwischendurch bestätigend. Was Herzlichkeit und Sachkenntnis im Alltag bedeuten, zeigt sich an menschlichen Qualitäten. Mathias Engler und Daniel Schmitter sind im Gespräch mit dem W&O voll des Lobes über das Personal der Hospiz-Abteilung. "Ein Betrieb dieser Art ist für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine besondere Herausforderung." Das weiss auch der St.Galler Regierungsrat Martin Klöti, er sprach an der Eröffnung vor 13 Monaten von einer "mutigen Pionierleistung" und würdigte die Führung des Hauses und das dahinter stehende, kompetente Netzwerk. Diese überaus positive Einschätzung wiederholte er vor wenigen Tagen in einem Schreiben an die Verantwortlichen des Angebots Hospiz im Werdenberg, was Mathias Engler besonders freute. "Die Politik hat sich in den letzten zwei Jahren interessiert gezeigt und ihren Beitrag geleistet", so der Gesamtleiter weiter.

Der Kantonsrat hat im vergangenen September der Vorlage zur finanziellen Unterstützung der Hospize in Grabs und St. Gallen zugestimmt. Mit der Zusicherung von jährlich 300000 Franken ist ein grosser Teil der Finanzierung gesichert. Zuvor sprach der Zweckverband Pflegeheim Werdenberg, der von den Gemeinden der ­Region getragen wird, einen Kredit in der Höhe von 480000 Franken.

Netzwerk und Beziehungen erweitern können

Das noch junge Hospiz am Standort Grabs will sich demnächst mit einem Schreiben an die Öffentlichkeit, speziell an Dorfgemeinschaften, Kirchgemeinden oder grosse Arbeitgeber wenden. "Was uns nach wie vor fehlt, ist Netzwerk, sind Beziehungen, ist Bekanntheit bei potenziellen, potenten Finanzierungspartnern. Wir erhoffen uns dadurch weitere Sensibilisierung gegenüber unserem Angebot", so Mathias Engler.

Trotz hoher medialer Publizität und gezielter Information in diversen Fachkreisen, sieht Daniel Schmitter noch immer einen hohen Bedarf an Aufklärung in der Bevölkerung und der Ärzteschaft. Eintritte direkt aus der häuslichen Grundversorgung seien immer noch die Ausnahme. Die allermeisten Patientinnen und Patienten machen nach wie vor den "Umweg" über einen Spitalaufenthalt, bevor sie im Hospiz ankommen. "Oft macht das eigentlich keinen Sinn", stellt Daniel Schmitter fest.

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