GRABS: Das Gartenprojekt soll wachsen

Salate, Beeren, Gurken, Tomaten, Zucchetti und vieles weitere werden im Garten des Kinderprojekts Äggerli angepflanzt. Neu bildet ein Verein das Dach für alle Gartenliebhaber. Weitere Projekte sollen verwirklicht werden.

Corinne Hanselmann
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Der Äggerli-Vorstand Jürg Eggenberger, Mirjam Sprecher und Isabelle Siegenthaler (von links) im Garten an der Vorderdorfstrasse 4. (Bild: PD)

Der Äggerli-Vorstand Jürg Eggenberger, Mirjam Sprecher und Isabelle Siegenthaler (von links) im Garten an der Vorderdorfstrasse 4. (Bild: PD)

Corinne Hanselmann

Früher lernten Kinder im Schulgarten Pflanzen und die Kreisläufe der Natur kennen. Dafür bieten die aktuellen Lehrpläne wenig Raum, findet Isabelle Siegenthaler. Sie realisierte deshalb 2014 zusammen mit Jürg Eggenberger in Grabs ein Projekt im Freizeitbereich, um Kindern, die gerne im Garten sind, eine Möglichkeit zu bieten. Für einen Beitrag von 150 Franken dürften die Kinder an etwa 20 Nachmittagen zwischen Ostern und Herbstferien mit ihr und Mirjam Sprecher zusammen gärtnern, auf dem zentrumsnahen Grundstück der Familie Eggenberger (vgl. Titelseite) – bei jedem Wetter. So erleben sie das ganze Gartenjahr, sehen die Pflanzen gedeihen und können auch den Ertrag ernten.

Die nötigen Gartenarbeiten zu erledigen steht dabei nicht alleine im Zentrum. «Die Kinder sollen auch einfach hier sein dürfen. Sie dürfen Löcher graben, im Matsch spielen, Spannendes in der Natur entdecken, Wasser transportieren, eben was sie gerade Lust haben.» Die Gruppendynamik spiele dabei eine wichtige Rolle.

Grabser Garten soll eigenständig werden

2014 erhielt das Grabser Projekt Anschubleistung vom nationalen Projekt Gartenkind. Mittlerweile verfolgen die Grabser aber ihre eigenen Ideen und möchten eigenständig werden. «Das Äggerli lebt von den Kindern, die hier dabei sind und den Alltag im Garten prägen», so Siegenthaler. Da das Projekt grösser wurde und nach wie vor sehr beliebt ist bei den Kindern, fragten sich die Verantwortlichen, wie sie das Äggerli vermarkten und promoten könnten, auch um an Gelder von Stiftungen und Behörden zu kommen. Nebst der Pacht fürs Land kosten nämlich auch die Pflanzen, die Werkzeuge und das Verbrauchsmaterial. Deshalb gründeten Isabelle Siegenthaler (Präsidentin), Jürg Eggenberger (Vizepräsident) und Mirjam Sprecher (Beisitzerin) kürzlich den Verein Äggerli. Dieser soll gemeinnützig sein, ein Dach für sämtliche Gartenliebhaber und Gärtner aus Grabs bieten und ein Netzwerk bilden. Weitere Projekte wie Gärtnern mit Asylbewerbern, die Haltung von Tieren, Aktionstage für interessierte Erwachsene, Vermietung von Gartenfläche an Dritte, Zusammenarbeit mit Schulen und Kurse für Jung und Alt sind angedacht und sollen künftig realisiert werden können. Auch das Soziokulturelle ist den Gründern wichtig und in den Statuten festgeschrieben. So sollen zum Beispiel Quartierfeste wie ein Sommer- und ein Erntedankfest stattfinden, wo man Dorfkultur leben und gemütlich beieinander sitzen kann, wie Siegenthaler erklärt.

Bleiben soll aber auf jeden Fall das Kinderprojekt. Dabei kann jedes Kind auf seinem 1,8 mal 0,5 Meter grossen Gartenstück sowie auf Gemeinschaftsbeeten Bohnen, Kohlrabi, Rüebli, Kartoffeln, Salate, Tomaten, Gurken, Kürbisse, Zucchetti und verschiedene Beeren anpflanzen. «Die Kinder fühlen sich verantwortlich für ihr Gärtchen. Da es so zentral liegt, gehen sie auch selbständig giessen». «Es ist mir ein Anliegen, dass die Kinder schon früh im Gartenjahr etwas ernten und nach Hause nehmen können, beispielsweise Spinat, Kresse oder Radieschen», erklärt Siegenthaler. «Das finden sie lässig.» Spannend sei jedes Jahr auch das Kartoffelgraben, wenn die Junggärtner sehen, was aus ihren im Frühling vergrabenen Saatkartoffeln geworden ist.

Der Verein Äggerli ist für vieles offen

Bald wird die Ausschreibung für das kommende Gartenjahr verteilt. Mitmachen können Kinder aus Grabs ab dem 2. Kindergarten. «Wichtig ist, dass die Kinder wollen», so die passionierte Hobbygärtnerin. Der Garten sei nicht für jedes Kind das Richtige.

Mit der Gründung des Vereins Äggerli wurde nun die Basis gelegt, das Projekt weiterzuentwickeln. Beiträge von Mitgliedern und Gönnern werden beispielsweise helfen, auch Kindern, deren Familien den Jahresbeitrag nicht aufbringen können, eine Teilnahme zu ermöglichen. Natürlich dürfen Gartenfreunde auch eigene Ideen gerne mit einbringen. «Wir sind für vieles offen und helfen gerne zu koordinieren», so die Präsidentin. Auch wer in einem anderen Dorf ein ähnliches Projekt realisieren möchte, dürfe sich gerne mit ihr in Verbindung setzen. Informationen sind unter www.äggerli.ch zu finden.