GRABS: Bürgerinitiative als Rettungsanker

Die Grundlagen sind erarbeitet, doch Haftungsfragen und zu wenig Geld für die Realisierung zwingen den Förderverein Badesee Grabs, neue Lösungen zu suchen. Eine Bürgerinitiative soll’s nun richten.

Adi Lippuner
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Robert Vetter, Steivan Josty, Werner Rohrer, Gian-Andri Steiger und Kevin Ilkow (von links) bilden das Initiativkomitee der Bürgerinitiative Badesee Grabs. (Bild: Adi Lippuner)

Robert Vetter, Steivan Josty, Werner Rohrer, Gian-Andri Steiger und Kevin Ilkow (von links) bilden das Initiativkomitee der Bürgerinitiative Badesee Grabs. (Bild: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

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An der ausserordentlichen Versammlung des Fördervereins Badesee waren am Donnerstagabend 35 der insgesamt 126 Mitglieder anwesend. Nach dem Nein des Grabser Gemeinderats zur Mitfinanzierung des Badesees bestand Informations- und Diskussionsbedarf, wie Präsident Martin Zwahlen im Namen des Vorstands betonte. Gemeindepräsident Niklaus Lippuner stellte sich den Fragen der Anwesenden und legte den Standpunkt der Gemeinde dar.

Kurz zur Vorgeschichte: Im Rahmen des 1400-Jahr-Jubiläums wurde in Grabs eine Umfrage zur Gemeindeentwicklung durchgeführt. Dabei wurde der Wunsch nach einer natürlichen Bademöglichkeit geäussert. Schon damals habe der Gemeinderat klar kommuniziert, dass die Gemeinde weder Bauherrin noch Betreiberin eines Badesees sein werde, erklärte Niklaus Lippuner die Haltung seiner Vorgänger.

Enttäuschung bei allen Beteiligten

Das Vorprojekt sieht einen Naturbadesee auf einer Fläche von 1200 Quadratmetern vor. Die Erstellungskosten liegen bei 1,755 Millionen Franken, wobei Ab­weichungen von 25 Prozent nach unten oder oben möglich sind. Vorsichtig budgetiert lägen die jährlichen Betriebskosten bei rund 50 000 Franken, knapp die Hälfte sollte durch Einnahmen gedeckt sein.

Der Antrag des Vorstands an die Gemeinde, sich mit 900 000 Franken an den Erstellungskosten zu beteiligen und als Bauherrin und Betreiberin des Badesees aufzutreten, wurde abgelehnt. Ohne Begründung, wie Martin Zwahlen an der Versammlung sagte. Niklaus Lippuner hielt dagegen, dass schon von Anfang an kommuniziert wurde, dass die Gemeinde weder Bauherrin noch Betreiberin sein werde. «Deshalb war eine Ablehnung durch den Gemeinderat die logische Folge.»

Dass die Enttäuschung sowohl beim Vorstand als auch bei den Mitgliedern gross war, wurde bei den teilweise hitzig geführten Diskussionen spürbar. Allerdings war bald klar, dass gegenseitige Vorwürfe nicht zum Ziel führen.

Haftungsfragen und Finanzen

Die vier Vorstandsmitglieder Martin Zwahlen, Katrin Vetsch, Steivan Josty und René Schärer erläuterten das Vorgehen bei der Berechnung der jährlichen Betriebskosten und allfälliger Fronarbeit durch die Vereinsmitglieder. «Grösster Stolperstein ist bei einem künstlich angelegten Badesee die Haftungsfrage. Wir haben uns eingehend damit auseinandergesetzt und müssen einsehen, dass diese Verantwortung von einem Verein nicht übernommen werden kann. Zudem signalisieren uns die Versicherungsgesellschaften, dass ein Vertrag mit einem Verein kaum möglich sein wird», so René Schärer. Auch bezüglich Betriebskosten stosse der Verein an Grenzen, so Katrin Vetsch. «Wir haben alle möglichen Varianten durchgerechnet, mit rund 50 000 Franken wäre aber immer zu rechnen.» Damit sei klar, dass es eine Defizitgarantie brauche, denn weder die Vorstands- noch die Vereinsmitglieder seien in der Lage, dafür geradezustehen.

Drei Varianten für das weitere Vorgehen

Der Vorstand schlug den Mitgliedern drei mögliche Szenarien vor: Aufgabe des Projekts und damit Aufhebung des Fördervereins; ­Finanzierung durch private oder institutionelle Gönner; Lancierung einer Bürgerinitiative und gleichzeitig Gründung eines Initiativkomitees. Nur je ein Mitglied war für die Auflösung oder Finanzierung durch Gönner. Die überwältigende Mehrheit sieht mit der Bürgerinitiative einen Weg, um doch noch einen Badesee zu erhalten.

Spontan stellen sich aus der Versammlung vier Männer, Robert Vetter, Werner Rohrer, Gian-Andri Steiger und Kevin Ilkow, als Mitglieder des Initiativkomitees zur Verfügung. Zusammen mit Vorstandsmitglied Steivan Josty wird nun das weitere Vorgehen in Angriff genommen. Innerhalb eines Jahres müssen mindestens 400 Unterschriften von in Grabs stimmberechtigten Personen gesammelt werden.

Für Gemeindepräsident Niklaus Lippuner ist dies ein demokratisches Recht, welches den Stimmbürgern zu Verfügung steht. Die Mitglieder des Initiativkomitees sind zuversichtlich, dass sie wesentlich mehr Unterschriften sammeln können als das vor­geschriebene Minimum. «Wir warten in Grabs seit 30 Jahren auf eine gute Bademöglichkeit und wollen alles daran setzen, dass dies nun auch tatsächlich umgesetzt wird», so der Tenor.