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GRABS: Brutzeit der Vögel nicht stören

Beim Schloss Werdenberg brüten immer wieder Turmfalken. Fliegen Drohnen in diesem Gebiet herum, kommt es gelegentlich zu heiklen Situationen. Vorsichtsmassnahmen helfen, solche Störungen zu reduzieren.
Heini Schwendener
Der Turmfalke, 2008 Vogel des Jahres. (Bild: Ruedi Aeschlimann/KEY)

Der Turmfalke, 2008 Vogel des Jahres. (Bild: Ruedi Aeschlimann/KEY)

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch

Das malerische Städtchen Werdenberg, über dem das Schloss thront, ist ein beliebtes Fotosujet. Und seit es immer mehr Drohnen gibt, ist es möglich, dieses schöne Sujet auch aus der Luft zu fotografieren und zu filmen. Das ist zwar erlaubt, denn Schloss und Städtchen sind keine Drohnen-Verbotszonen wie etwa das ­Regierungs- und das Landtags­gebäude sowie das Schloss in ­Vaduz. Dennoch kommt es beim Schloss Werdenberg hin und ­wieder zu kleineren Konflikten. Denn beim Schloss brüten seit Jahren Turmfalken.

In einschlägigen Onlineforen erzählen Drohnisten von Begegnungen mit Vögeln, die für ihre unbemannten, ferngesteuerten Fluggeräte auch schon unangenehm geendet haben. Denn Greifvögel können Drohnen durchaus angreifen. In den Niederlanden werden Greifvögel sogar darauf trainiert, Drohnen aus der Luft zu holen – «mit Lowtech gegen Hightech» lauteten die Schlagzeilen in den Medien.

Jagdgesetz verbietet Störung des Brutgeschäfts

Die Vogelwarte Sempach hat für Drohnen-«Piloten» darum Empfehlungen entwickelt – freilich nicht zum Schutz der Drohnen. Die Empfehlungen (vgl. Kasten) appellieren an die Vernunft, sich mit Drohnen den Vögeln nicht zu stark zu nähern. Dies gilt insbesondere während der Brutzeit, die bei Turmfalken, wie sie beim Schloss Werdenberg anzutreffen sind, im April beginnt. Werden die Vögel nämlich während dieser Zeit zu stark gestört, beispielsweise durch Drohnen, kann es sein, dass ein Brutpaar die Brut abbricht.

Vorausgesetzt, ein solcher Fall ist nachweisbar, kann ein Drohnist durchaus zur Rechenschaft gezogen werden, auch wenn er sein Fluggerät in einem Gebiet steigen liess, das nicht mit einem Flugverbot belegt ist. Michael Schaad, Biologe der Vogelwarte Sempach, verweist auf einen Fall im Juni 2014 im thurgauischen Matzingen. Zwei Personen wurden wegen Störung eines Storchenpaars mit einer Fotodrohne angezeigt. Der Fall wurde durch die Staatsanwaltschaft Mitte Juli 2014 abgeschlossen. Ein Verursacher wurde der Übertretung gegen Art. 17 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 des Jagdgesetzes schuldig gesprochen. Dieser Artikel verbietet die Störung des Brutgeschäfts von Vögeln.

Kurt Scheidegger, Geschäftsleiter des Schlosses Werdenberg, hat schon Begegnungen von Drohnen und Turmfalken beobachtet. «Wir weisen die Piloten auf die Greifvögel hin und bitten sie um Rücksicht. Sie zeigen dann auch Verständnis dafür.»

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