GRABS: Auf den Spuren der «Vampire»

Es war eine warmfeuchte Vollmondnacht, als zwei Gruppen Wanderlustiger sich kurz nach halb zehn auf den Weg durch das Grabser Riet zum renaturierten Werdenberger Binnenkanal machten.

Heidy Beyeler
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Kurz nach dem Start zur Vollmondwanderung hielt Dres Stupp, Leiter der Wandergruppe, inne, um den Gästen den Ablauf des nächtlichen Ausflugs zu schildern. (Bild: Heidy Beyeler)

Kurz nach dem Start zur Vollmondwanderung hielt Dres Stupp, Leiter der Wandergruppe, inne, um den Gästen den Ablauf des nächtlichen Ausflugs zu schildern. (Bild: Heidy Beyeler)

Kurz vor dem Start zur Grabser Wandernacht – organisiert von Werdenberg Tourismus – hatte es aufgehört zu regnen und die Hoffnung stieg, dass sich die Wolken bald lichten würden. Strammen Schrittes ging es los, entlang dem vorderen Grabserbach. Warum vorderer Grabserbach? Wanderleiter Dres Stupp weiss Bescheid: «In Grabs ist das so, alles was nach Süden gerichtet ist, ist vorne. Wenn beispielsweise die Haustüre nach Süden geht, dann ist das die vordere Haustüre», erklärte Stupp den Gästen.

Mit dabei war auch Silvio Hoch vom Verein Fledermausschutz St. Gallen Appenzell Liechtenstein. «Bewaffnet» mit einem Spezialdetektor, der die Echoortungsrufe der Fledermäuse für das menschliche Ohr hörbar macht, erkannte Hoch, welche Fledermausart gerade umherschwirrte. Das hat die Wanderer beeindruckt. Beim ersten Versuch erkannte Silvano Hoch eine Zwergfledermaus – mit Abstand die am häufigsten vorkommende Fledermaus in unserer Region, «deshalb trifft man diese Art auch überall an». Später war eine Breitflügel-Fledermaus auf Futtersuche unterwegs. Bei uns eine der grossen Fledermäusearten. Sie wiegt etwa 25 bis 30 Gramm. Im Vergleich: eine Zwergfledermaus erreicht in etwa ein Gewicht von bloss fünf bis maximal acht Gramm.

Glühwürmchen, wie man sie selten entdeckt

In der Paarungszeit, die etwa zwei Wochen dauert, kann man sie in der Nacht sehen – die Glühwürmchen – falls es nicht zu hell ist. In der Nacht von Samstag auf den Sonntag war es nicht zu hell. Der ersehnte Vollmond liess sich während der Wanderung nicht blicken. Ein Glück, sonst hätte man die Glühwürmchen – die in warmen Sommernächten zur Paarung sichtbar sind – in dieser Nacht gar nicht wahrgenommen.

Während die Wandergruppe dem renaturierten Werdenberger Binnenkanal entlang ging, konnten Teilnehmende ab und an mit dem Lichtkegel der Taschenlampe einen ganz kleinen Augenblick Wasserfledermäuse einfangen. Der Blick in die neu geschaffene Naturwelt blieb ihnen allerdings verwehrt, weil der Vollmond von dunklen Wolken verdeckt war. Schade. Das liegt aber in der Natur der Sache.

Zum Ausklang der Vollmondwanderung gab es auf dem Hof von Hans und Regula Sturzenegger Getränke sowie Würste, welche die Gäste an verschiedenen Feuerstellen braten konnten. Ein idyllisches Bild mitten im Grabser Riet dazu der Vollmond, der sich allerdings erst nach Mitternacht zeigte.

Heidy Beyeler

redaktion@wundo.ch