GRABS: Ambulante Pflege zu Hause nimmt zu

Die Spitex-Vereinsmitglieder heissen den Antrag des Vorstandes für den Um- und Ausbau des Spitex-Stützpunktes von 340 000 Franken gut. Aufschlussreiche Informationen bot Arno Rissi, Kesb Buchs, mit seinem Vortrag.

Heidy Beyeler
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Der Vorstand Spitex Grabs-Gams, Rolf Lenherr, Regula Kien, Alice Gucha, Katherina Gächter, Claire-Lise Lippuner, Brigitte Eggenberger (von links), wurde für die kommenden zwei Amtsjahre einstimmig wiedergewählt. (Bild: Heidy Beyeler)

Der Vorstand Spitex Grabs-Gams, Rolf Lenherr, Regula Kien, Alice Gucha, Katherina Gächter, Claire-Lise Lippuner, Brigitte Eggenberger (von links), wurde für die kommenden zwei Amtsjahre einstimmig wiedergewählt. (Bild: Heidy Beyeler)

An der Hauptversammlung des Spitex-Vereins Grabs Gams informierte Claire-Lise Lippuner, Präsidentin, mit ihrem Jahresbericht über wichtige Neuerungen und Aktivitäten des Vereins. Der Trend, dass ältere Menschen vermehrt ambulante Pflegeleistungen von der Spitex bevorzugen, um längere Zeit in den eigenen vier Wänden wohnen zu können. «2016 haben rund 340 000 Personen Spitex-Leistungen bezogen. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg von zehn Prozent», stellte Claire-Lise Lippuner fest.

Während die sich Kosten für Spitex-Leistungen pro Person im Jahr durchschnittlich auf 569 Franken belaufen, wurden in der Statistik die Pflegekosten für einen Heimbewohner mit 8925 Franken beziffert.

Spitexstützpunkt platzt aus allen Nähten

Und deshalb habe auch der Vorstand feststellen müssen, dass der Spitexstützpunkt buchstäblich aus allen Nähten platzt. «Das Mitarbeiterinnenteam wächst stetig und es fehlt an Platz für strukturelles, speditives Arbeiten. Und es fehlt an Raum für Teamsitzungen», hielt die Präsidentin fest. Deshalb stellte der Vorstand den Antrag, den Um- und Ausbau an der Wassergasse voranzutreiben. Dabei legte sie einen Kostenvorschlag von maximal 340 000 Franken vor – zur Realisierung der planerischen und baulichen Massnahmen. Die 45 anwesenden Mitglieder befürworteten einstimmig das Vorhaben.

In einem äusserst konzisen Kurzvortrag erläuterte Arno Rissi, Vizepräsident Kesb, die überaus wichtige Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der Spitex-Organisationen und der Kesb, insbesondere bei möglicher Verwahrlosung älterer Menschen, und in diesem Zusammenhang natürlich auch in Bezug auf entsprechende Verfahren mit Fokus auf die Verwahrlosung. Dazu informierte er über die Unterstützungsmöglichkeiten behördlicherseits.

Sowohl die Kesb, wie auch die Spitex-Mitarbeitenden bewegen sich in einem ausgesprochen sensitiven Umfeld. Man befinde sich bei Hausbesuchen in einem privaten Umfeld, «man sieht viele intime und persönliche Sachen». Manchmal auch, dass möglicherweise in einer Familie, nicht alles so funktioniere, wie man es gerne hätte. «Spitex-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht zuletzt vielfach die konstante Stütze im Leben von hilf- und schutzbedürftigen Menschen. Das darf man nicht vergessen.

In solchen Fällen entsteht aber auch auf Dauer ein Vertrauensverhältnis.» Das bedeute, dass die Arbeit Fingerspitzengefühl, Empathie und Verantwortung abverlange. Beide, Spitex und Kesb seien mit demselben Ziel unterwegs: «Wenn wir einem Zustand begegnen der nicht gut ist, ist es das Ziel diesen Zustand zu beheben. Das Ziel ist für beide, wie schon gesagt, das gleiche, die Aufgabe, die Rolle ist einfach etwas anders.»

Kesb ist das letzte Glied in der Helferkette

Arno Rissi betonte, es sei ihm ein Herzenswunsch festzuhalten, dass die Kesb das letzte Glied in der Helferkette sei. Dass bedeute wiederum: «Bevor wir Massnahmen aussprechen, gibt es weitgehende Abklärungen, wie beispielsweise, ob die betroffene Person einen Vorsorgevertrag abgeschlossen hat und wer in diesem Fall bevollmächtigt ist.

Nach seinen Ausführungen, wurde die Fragerunde eröffnet. Sie dauerte eine gefühlte Dreiviertelstunde. Es gab ungewohnt viele Fragen, vor allem vonseiten der Spitex-Mitarbeitenden – aber auch von den Mitgliedern.

Heidy Beyeler

redaktion@wundo.ch