GRABS: «Aktiven» Treffpunkt geschaffen

Isabelle Saluz und Alexandra Milesi haben eine Vision verwirklicht: einen Dorfgarten Generationen und Kulturen übergreifend gemeinsam mit anderen zu betreiben.

Hanspeter Thurnherr
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Die Kinder lernen von den Erwachsenen, wie die Saatkartoffeln im richtigen Abstand in die Furche gelegt werden. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Die Kinder lernen von den Erwachsenen, wie die Saatkartoffeln im richtigen Abstand in die Furche gelegt werden. (Bild: Hanspeter Thurnherr)

Hanspeter Thurnherr

hanspeter.thurnherr@wundo.ch

Isabelle und Daniel Saluz besitzen neben ihrem Einfamilienhaus ein grösseres Stück Land, das sie weder verkaufen noch bebauen möchten. Zusammen mit der Biologin sowie begeisterten und erfahrenen Gärtnerin Alexandra Milesi entwickelte die Lehrerin und Marketingplanerin die Idee, mit Kindern auf diesem Stück zu gärtnern. Aber es sollte nicht nur ein Schulgarten werden, sondern unter Einbezug von Menschen verschiedener Generationen und Kulturen ein eigentlicher Dorfgarten werden.

Alexandra Milesi hatte bereits zuvor Flüchtlingen im Dorf Arbeit in ihrem eigenen Garten gegeben. Weil dies gut lief, wollte sie dies weiterziehen. Über Daniel Saluz, der sich ehrenamtlich in der Arbeitsgruppe Integration für Flüchtlinge einsetzt, hatten die beiden Frauen zusammengefunden. «Wir wollten bewusst klein anfangen und schauen, wie es sich entwickelt und wo die Bedürfnisse sind», erzählt Isabelle Saluz. In kurzer Zeit waren acht Beete vergeben, an drei Flüchtlingsfamilien und interessierte Personen aus dem Dorf. «Jeder bepflanzt sein Beet eigenverantwortlich. Einzige Bedingung: es wird ökologisch gegärtnert», erzählt die begeisterte Neu-Gärtnerin.

Jeder «Beetbesitzer» zahlt 150 Franken pro Jahr und Beet in den gemeinsamen Finanz-Topf ein. Daraus werden Geräte, Werkzeuge und Saatgut gekauft. «Denn Gemeinschaft ist uns sehr wichtig. Die Gärtner sollen sich austauschen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben. Alexandra bietet zudem auf freiwilliger Basis Gartenbaukurse an», ergänzt Isabelle Saluz.

Zusammenarbeit wird grossgeschrieben

Isabelle Saluz ist erfreut, dass sich bereits «eine schöne Zusammenarbeit entwickelt hat». Beim Besuch des W&O waren denn auch nebst Müttern mit ihren Kindern auch Kindergärtler im Dorfgarten, um im gemeinschaftlichen Stück Acker (auch dieser ist inzwischen entstanden) zu lernen, wie man richtig Kartoffeln pflanzt. Gemeinschaft soll sich aber auch nach getaner Arbeit zeigen. So ist bereits ein Erntefest geplant. Auch an «Ausbauplänen» mangelt es nicht. Zurzeit wird das Tomatenbeet angepflanzt. Später sollen Hecken mit Beerensträuchern folgen. Enten (biologische Schneckenbekämpfer) sollen ebenso wie ein paar Hühner hier eine Heimat finden.

Isabelle Saluz bringt ihre und Alexandra Milesis bereits ein Stück weit Realität gewordene Vision auf den Punkt: «Wir wollen hier einen aktiven Treffpunkt schaffen und mithelfen, Gärten und Gartenkultur im Dorf zu erhalten. Leute, die gerne gärtnern, aber keine eigene Möglichkeit haben, sollen hier ihre Leidenschaft ausleben können.» Bereits wurde deshalb der Kontakt mit dem Verein Äggerli gesucht. Dieser konzentriert sich vorerst auf die Gartenarbeit mit Kindern, damit diese Pflanzen und Kreisläufe der Natur kennen lernen können. Letztlich verfolgt der Verein aber ähnliche Ziele. So erwartet das Team um Isabelle Saluz gespannt, was alles im und aus dem Dorfgarten wachsen wird.

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