GOLF: «Wir machen alles für die Damen»

Die Hauptakteure der VP Bank Ladies Open sind die 125 Teilnehmerinnen, die am Let-Access-Series-Turnier um ein Topergebnis spielen. Doch rund 100 Helfer sorgen dafür, dass an den Wettkampftagen auf und neben dem Golfplatz alles reibungslos abläuft.

Robert Kucera
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Bereits am ersten Wettkampftag zeigten die Damen erstklassigen Sport auf dem Golfplatz Gams-Werdenberg. Eine der Favoritinnen, die Engländerin Meghan MacLaren, die das letzte Let-Access-Series-Turnier auf den Azoren für sich entschied, hat sich mit einer 68er-Runde in eine hervorragende Ausgangslage gebracht. (Bilder: Robert Kucera)

Bereits am ersten Wettkampftag zeigten die Damen erstklassigen Sport auf dem Golfplatz Gams-Werdenberg. Eine der Favoritinnen, die Engländerin Meghan MacLaren, die das letzte Let-Access-Series-Turnier auf den Azoren für sich entschied, hat sich mit einer 68er-Runde in eine hervorragende Ausgangslage gebracht. (Bilder: Robert Kucera)

Robert Kucera

robert.kucera@wundo.ch

Mit den einen Helfern treten die Golfspielerinnen an den VP Bank Ladies Open direkt in Kontakt, andere arbeiten dagegen im Hintergrund. Deren Werk ist jedoch ebenso sichtbar und tragen zum Erfolg des Turniers bei. So sorgt Hansruedi Scherrer in seiner Funktion als Greenkeeper zusammen mit seinen Kollegen dafür, dass das satte Grün in Top-zustand ist. Im Einsatz stehen mehrere Mäher für die Greens und die Abschlagzonen. Auch die Bunker werden mit Maschinen und Rechen präpariert. Arbeitsbeginn ist um 5.45 Uhr. «Schliesslich muss beim Start um 8 oder 8.30 Uhr alles bereit sein», sagt der Gamser. Läuft der Spielbetrieb, ruht sich Scherrer aber auch nicht aus. «Tagsüber bereiten wir die Maschinen auf den Einsatz vor.» Erst abends geht er wieder aktiv auf den Platz. Auf dem Golfplatz Gams-Werdenberg ist es schwierig, bereits erste Arbeiten zu tätigen, also wartet man zu. «Wir wollen die Spielerinnen nicht stören», betont Scherrer. Fürs Turnier hat er zusätzliche Maschinen organisiert. Nun gibt es drei Mäher für die Fairways und deren zwei für das halbhohe Gras, die am Abend hergerichtet werden. Hansruedi Scherrer berichtet, dass der Golfplatz in einem guten Zustand ist, und gewinnt den Ladies Open viel Positives ab: «Das ist eine gute Reklame für uns.»

In einem geheizten Büroraum, welch Wohltat an einem regnerischen Turniertag wie am Donnerstag, sitzt Rahel Ba-ronchelli. «Es hat schon seine Vorteile», sagt sie auf ihre Arbeit angesprochen und schmunzelt. Doch auch bei Sonnenschein ist das Einholen und Eintragen der Resultate vom Golfplatz eine äusserst reizvolle Tätigkeit. «Ich bin sofort auf dem neusten Stand und weiss, wer in Führung liegt.» An jedem dritten Loch teilen die Golfspielerinnen einem Helfer ihre Ergebnisse der letzten drei Löcher mit, per Funk werden diese an Baronchelli weitergeleitet. «Die Funkerei ist eine lustige Sache», so die Grabserin. Doch die Präsenzzeit ist lang. Vom ersten Abschlag bis zum letzten Einlochen ist sie konzentriert in Bereitschaft. «Man ist schon froh, wenn es vorbei ist – aber es macht Spass.»

Interessante Begegnungen sind an der Tagesordnung

Mit viel Freude und Engagement sind auch Walter Vetsch aus Sennwald, Natascha Weder aus Buchs und Ruth Stecher aus Maienfeld dabei. Sie verrichten ihre Helferdienste auf dem Golfplatz selbst. Vetsch stellt dabei eine der ersten Ansprechpersonen für die Golferinnen dar. Denn als Starter nimmt er die Damen vor ihrem ersten Abschlag in Empfang, verteilt Informationen und die obligate Scoring Card. Am Donnerstag durfte er jede Gruppe auf eine Tagesregel hinweisen. «Es hat sehr stark geregnet, es ist nass, so dass es sein kann, dass der Ball eingegraben und somit nicht mehr spielbar wird. Man darf also den Ball vom Fairway aufnehmen, putzen und innerhalb einer Fläche der Scoring Card wieder setzen», erklärt Vetsch. Weder und Stecher sitzen am achten Loch auf der Lauer. «Wir sind Forecaddies», erklärt Weder. Sobald ein Ball im hohen Gras landet, sucht das Duo danach. «Findet man den Ball, sind die Golferinnen sehr dankbar, da sie ohne Strafpunkt weiterspielen können», so Stecher. «Mein Trick ist», schildert die Bündnerin, «den Blick nicht mehr von diesem Punkt abzuwenden, wo der Ball ins hohe Gras reinging. Ich gehe sofort darauf zu.» Jedoch geben die beiden zu, dass es Fälle gibt, in denen ein Golfball nicht gefunden wird. Für Ruth Stecher ist es ein spannender Job: «Denn man sieht, dass auch einem Pro ein Fehlschlag passieren kann.» Natascha Weder ergänzt: «Es macht Spass und man lernt nette junge Frauen kennen.» Für das muss sie nicht mal auf den Golfplatz. Denn sie beherbergt während des Turniers jeweils ausländische Spielerinnen. «Es ist immer interessant, mit ihnen zu reden.» Bei Weders wohnen derzeit die Nordirin Victoria Craig sowie Sandra Abrahamson aus aus Schweden.

Viel Kontakt mit den Spielerinnen hat auch Heinz Liebi. Er hilft im Shuttledienst und chauffiert die Golferinnen vom Hotel zum Platz und wieder zurück. «Es gibt einen fixen Zeitplan, wir sind aber auf Abruf parat, um die Ladys zu holen», so der Buchser. Auf den Fahrten wird meist viel geredet. So weiss Liebi, dass «alle gerne nach Gams kommen». Und die Schwedin Sofia Ljungqvist ist nicht nur an den Ladies Open Stammgast, sondern auch im Auto von Heinz Liebi. «Sie ist schon das dritte Mal da, aber sie fotografiert immer alles, wenn sie da ist, sie ist so begeistert von der Gegend hier – und sie redet am Morgen wie ein Buch.» Für Liebi ist es wichtig, dass man mit den Damen redet, denn meist reisen sie alleine und sind nur mit dem Handy und dem Golfspiel beschäftigt. «Und wenn es schlecht lief, tröste ich sie am Abend», ergänzt der Buchser und schliesst mit einem Satz, mit welchem er jedem der 100 Helfer dieses Turniers aus der Seele spricht: «Wir machen alles für die Damen.»