GOLF: Tricks abschauen

Wenn vom 7. bis 9. Juli die Professionals der Swiss Seniors Open in Bad Ragaz gastieren, bietet sich nicht nur Golfinteressierten bester Anschauungsunterricht.

Reto Voneschen
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Ralph Polligkeit (OK-Präsident), Mirjam Fassold (Medienchefin) und Turnierbotschafter André Bossert (von links). (Bild: PD)

Ralph Polligkeit (OK-Präsident), Mirjam Fassold (Medienchefin) und Turnierbotschafter André Bossert (von links). (Bild: PD)

Reto Voneschen

redaktion@wundo.ch

Dass der Golfplatz des Golfclubs Bad Ragaz ausserordentlich beliebt ist, zeigte Teenie-Idol Justin Bieber in den letzten Tagen. Anders als der junge Kanadier, der zwischendurch auf dem Allerwertesten landete, wissen die Professionals der diesjährigen Swiss Seniors Open bestens mit dem Golfschläger umzugehen. Bereits zum 21. Mal gastieren die Grössen der European Seniors Tour in Bad Ragaz, diesmal vom 7. bis 9. Juli.

Das mit 300 000 Franken ­dotierte Turnier erfreut sich bei den Pros grösster Beliebtheit. Rund 80 Golfer wollten nach Bad Ragaz kommen, nur 54 dürfen aber teilnehmen. Drei Plätze hat das OK als Wild Card zurück­behalten. Das Teilnehmerfeld ist mit zehn aktuellen Tour-Champions, elf Ryder-Cup-Spielern und fünf ehemaligen Ragazer Siegern sehr gut bestückt. 18 der Top-20-Spieler der Jahresrang­liste haben sich eingeschrieben. So ist auch Titelverteidiger Tim Thelen (USA), der im Vorjahr zum zweiten Mal nach 2012 in Bad Ragaz hatte triumphieren können, mit von der Partie. Weitere klingende Namen: Gordon Manson, Paul Wesselingh, Peter Fowler, Carl Mason, Juan Quiros oder Horacio Carbonetti.

Saubere Technik aus der Nähe erleben

Die Swiss Seniors Open locken auch jedes Jahr viele Golfinteressierte nach Bad Ragaz. Dies hat verschiedene Gründe. Es wird beispielsweise kein Eintritt er­hoben, dazu verfügen die routinierten Golfer über eine meist sehr saubere Technik. Diese aus der Nähe zu erleben, ist einer der Vorteile des Ragazer Turniers. Oft werden die Spieler von einer Zuschauergruppe auf ihren Flights begleitet. Ebenfalls öffentlich zugänglich ist das Putting Green und die Driving Range, wo sich die Pros vor ihrem Einsatz aufwärmen. «Dort können einige Tricks und Kniffs abgeschaut werden», so Turnierdirektor Ralph Polligkeit.

Motivierter Bossert will auf die Siegerliste

Seit einigen Jahren werden die Bestrebungen im Golfsport verstärkt, vom Image des «Schickimickisports» wegzukommen. «Golf ist ein gesunder Sport, wo man sich in der frischen Luft ­bewegen kann», so Polligkeit. Das Seniors Open bietet so auch einen hervorragenden Anschauungsunterricht für Interessierte. Ebenfalls sind einige Golfspieler aus der Region als Helfer oder Caddies beim Turnier im Einsatz.

Mit André Bossert steht auch ein Schweizer Pro auf der Startliste, der nur zu gern den Prestigeanlass gewinnen würde. In den letzten Jahren zog der 53-Jährige jeweils einen schlechten und zwei gute Tage ein. Vor zwei Jahren egalisierte er am Schlusstag den Platzrekord, im letzten Jahr war er nach zwei Tagen ganz vorne klassiert. «Ich habe im Winter grosse Fortschritte beim Putten gemacht», erzählte der Zürcher mit südafrikanischen Wurzeln. Zuvor gewann er in Woburn (England) sein erstes Turnier auf der Senior Tour. «Dieser Sieg hat mir viel Selbstvertrauen gegeben», so Bossert.

Einfach wird es für Bossert aber nicht. Der Kreis der Siegesanwärter ist so gross wie nie zuvor. Auch weil die Spitze der ­Senior Tour im vergangenen Jahr sehr breit geworden ist. Auf der Entry List stehen zehn Golfer, die in den letzten zwölf Monaten ein Turnier der Tour gewannen. Dazu treten gleich fünf «Neu­senioren» in Bad Ragaz an. Da­runter mit dem Schweden Jarmo Sundelin ein besonders bunter Vogel – nicht nur seines Modestils wegen.

In Bad Ragaz gastieren die Golfer nicht nur im neuen Klubhaus, sondern dürfen sich auch an den neuen Wasserhindernissen bei den Löchern 10 und 11 versuchen. Ebenfalls gibt es an Loch 3 eine Charity-Aktion.