GOLF: Dank Birdie am ersten Extraloch

Linda Henriksson gewinnt im Playoff gegen Nina Pegova die VP Bank Ladies Open. Caroline Rominger wird als Elfte beste Schweizerin, Turnierbotschafterin Melanie Mätzler klassiert sich auf Platz 14.

Mirjam Fassold
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Die Siegerin Linda Henriksson aus Finnland behielt auch im Play-Off gegen die Russin Nina Pegova die Nerven. (Bild: Michael Zanghellini)

Die Siegerin Linda Henriksson aus Finnland behielt auch im Play-Off gegen die Russin Nina Pegova die Nerven. (Bild: Michael Zanghellini)

Mirjam Fassold

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Starker und böiger Wind prägte die Finalrunde der VP Bank Ladies Open 2017 im Golfclub Gams-Werdenberg. Keine der 52 Spielerinnen, die sich für die Schlussrunde qualifiziert hatten, absolvierte diese unter dem Platzstandard – einzig Linda Henriksson (Finnland) und Nina Pegova (Russland) gelangen Par-Runden.

Diese beiden Spielerinnen mussten schliesslich in ein Playoff um den Sieg. Die Finnin spielte das erste Extraloch, ein kurzes Par 5 (18), defensiv. Sie hielt den Ball mit dem Drive auf dem Fairway und spielte den zweiten Schlag kurz aufs Grün. Ihre russische Kontrahentin nahm mehr Risiko, slicte den Ball mit dem zweiten Schlag in den rechten Grünbunker und liess in der Folge sowohl den Bunkerschlag wie auch den Putt deutlich zu kurz. Henriksson konnte mit dem zweiten Putt aus gut drei Metern zum Birdie und damit zu ihrem ersten Sieg auf der LET Access Series (Letas) einlochen.

Henriksson musste einen Zusatzeinsatz leisten

Der erste Sieg auf einer Tour ist für jeden Sportler unvergesslich, doch die Art und Weise, wie Linda Henriksson ihren ersten Sieg auf der Letas geholt hat, war beeindruckend. Bei den extrem schwierigen Verhältnissen war die Finnin mit zwei Schlägen Rückstand auf die während zwei Tagen führende Meghan MacLaren (England) in die Schlussrunde gestartet und konnte ihr Skore trotz böigem Wind beisammenhalten. Da MacLaren mit einem Triple-Bogey auf der 13 an Boden verlor, sah sich die Finnin nach einem Birdie am Schlussloch mit einer Par-Runde für den Tag und «vier unter» fürs Turnier als «leader in the clubhouse». Am Rand des 18. Grüns sah sie, wie MacLarens Birdie-Putt auslipp-te.

Strahlend liess sich Henriksson von ihren Kolleginnen eine Mineralwasser-Dusche verpassen. Auf dem Weg ins Clubhaus konnte sie ihren Triumph noch nicht richtig akzeptieren – wohl mit einer kleinen Vorahnung. Tatsächlich: Statt zur Siegerehrung ging’s für die 27-Jährige zurück auf Abschlag 18. Denn beim Übermitteln der Scores war ein Fehler passiert. Auch die Russin Nina Pegova hatte am Finaltag eine Par-Runde gespielt und wies damit ein Gesamtskore von 212 Schlägen auf. Im Stechen behielt die Finnin die Nerven und sicherte sich ihren ersten Siegercheck auf der Letas-Tour.

Der Sieg bringt Henriksson nicht nur 6400 Euro Preisgeld ein, sondern erleichtert ihre Saisonplanung massgeblich: «Nach einer schlechten Saison 2016 sah es bis jetzt danach aus, dass ich heuer öfters auf Wild Cards hoffen müsste, um überhaupt ins Turnier zu kommen. Als Saisonsiegerin 2017 bin ich jetzt für die Letas-Events gesetzt.»

Erleichterte Schweizerinnen

Erleichterung machte sich am Finaltag auch bei zwei Schweizer Proetten breit. Caroline Rominger bestätigte ihre gute Form und gewann zusätzlich Sicherheit und Selbstvertrauen. Bei schwierigen Verhältnissen schob sie sich als beste Schweizerin auf den elften Schlussrang vor. Zufrieden und glücklich war auch Melanie Mätzler, die sich nach einer 76er-Runde zum Auftakt deutlich gesteigert und auf Platz 14 vorgekämpft hat. «Durch meinen Trainingsrückstand ist mein Spiel im Moment nicht so, dass ich weiss, woran es liegt, wenn es nicht läuft. Zum Glück war mein Coach Andrea Mantoan da, hat mich nach dem ersten Tag auf der Runde beobachtet und im Anschluss mit mir gearbeitet», erklärte Mätzler. Ihr Spiel war danach deutlich stabiler, in der Schlussrunde konnte sie die extrem schwierigen Windbedingungen gar mit Humor nehmen.

Endstand nach 3 Runden: 1. Linda Henriksson (FIN, 72+68+72) 212 Schläge/PO; 2. Nina Pegova (RUS/70+70+72) 212; 3. Meg-

han MacLaren (SCO/68+70+75) 213; 4. Jenny Haglund (SWE/69+71+75) 215; 5. Valdis Thora Jonsdottir (ISL/70+71+75) 216; 6. Marta Silva (ESP/70+70+77) 217; 7. Charlotte Thompson (ENG/71+73+74), Joana De Sa Pereira (POR/68+73+77) und Karolin Lampert (GER/69+70+79) je 218. Ferner: 11. Caroline Rominger (SWI/72+74+74) 220; 14. Victoria Lovelady (BRA/72+73+76), Sara Kouskova (CZE/Am/72+70+79) und Melanie Mätzler (SWI/76+71+74) je 221; 17. Ann-Kathrin Lindner (GER/73+73+76) 222; 22. Christine Wolf (AUT/74+71+78) und Elena Moosmann (SWI/Am/75+69+79) je 223.