Glückspilz oder Pechvogel?

Leserbrief

Veronika Egli-Steinegger, Dorfstrasse 91, 9479 Oberschan
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Die seltene und harmlose Schlingnatter hat das Glück, in der Broschüre zum Burgerwingert (Burghalde Gretschins) als dort hausendes Reptil erwähnt zu werden. Also muss diese Schlange ein «Glückspilz» sein!

Zumindest dachte ich dies, bis ich einer jungen Schlingnatter begegnete, auf dem untern Weg durch die Reben nach hinten zu unsern Parzellen.

Da ich mich bemühe, achtsam zu laufen, fiel mir nach dem Brunnen mitten im Weg ein harmonisch gebogenes Zweiglein auf: Nanu? Ist das ein Rebenabschnitt, ein Ästchen oder ein junges Reptil? Ich bückte mich, um es näher zu betrachten. Erst nachdem ich es noch immer im Zweifel leicht mit dem Finger antippte, schlängelte es sich davon....es war eine junge Schlingnatter! Wunderbar, dachte ich, forschte über das Tier nach und fand die Information: Die Schlingnatter stellt sich bei Gefahr bewegungslos, wie tot.

O weh! Ein Jungreptil, das selbst achtsam zu Fuss kaum als solches zu erkennen ist an einem Ort, wo spaziert, mit Motorsensen gemäht, mit Mähern gefahren wird, lebt sehr gefährlich.

Ganz abgesehen von natürlichen Feinden. Ob Besucher oder Bewirtschafter: Bitte seid achtsam, damit dieses seltene Reptil nicht zum «Pechvogel» wird! Danke.

Veronika Egli-Steinegger, Dorfstrasse 91, 9479 Oberschan