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Glaubenssätze und Ziegelsteine

Zum Sonntag
Pfarrer Thomas Beerle, Sennwald

Eine Schule für Kampfkünste in China lud regelmässig die Familien und Freunde der Schüler ein, um deren Fortschritte zu zeigen. Schon lange im Voraus übten die Schüler für die Vorführung. Zu einem seiner Schützlinge hatte der Meister ein besonderes Vertrauensverhältnis. Er stellte dem Jungen eine Aufgabe, die er noch nie getan hatte: Er sollte eine bestimmte Menge Ziegel an der Vorführung zerschlagen. Er sollte im Training dazu keinen einzigen Ziegel berühren, nur die Technik üben. Der Junge teilte seinem Meister seine Bedenken mit, ob er es schaffen würde. Doch der lächelte nur und sagte: Du wirst keinerlei Probleme haben. Du kannst alles, was du können musst.

Am Tag der Vorführung trat der Junge als letzter vor alle hin, verbeugte sich vor seinem Meister und schlug dann auf die Ziegelsteine ein, wie er es geübt hatte. Zur Begeisterung aller brachen die Ziegelsteine ganz leicht unter der Hand des Jungen. Nun trat der Meister vor, bedeutete dem Publikum zu schweigen und erklärte, niemals zuvor habe ein Junge dieses Alters eine solche Aufgabe vollbracht, auch er nicht oder ein anderer grosser Meister. Er fuhr fort, der Junge sei nicht nur durch seine Begabung in der Lage gewesen, diese scheinbar unmögliche Aufgabe zu vollbringen, sondern auch, weil er in seinem Herzen daran geglaubt habe. Das Brechen der Ziegelsteine sei nur noch die physische Manifestation der inneren Glaubenssätze des Jungen gewesen.

Jede und jeder hat seine «Ziegelsteine», seine Herausforderungen im Leben. Wir können an ihnen arbeiten, an ihnen wachsen, sie überwinden. Das braucht Energie, Einsatz. Glauben wir, dass wir es schaffen? Innere, oft unbewusste Glaubenssätze steuern unser Leben. Wenn ein Satz wie «ich schaff das sowieso nicht» in unserem Herzen ist, sabotieren wir uns selbst. Er wird den Erfolg verhindern. Darum müssen wir innere Glaubenssätze erkennen – und wenn nötig umformen. Einen negativen Glaubenssatz umzuformen braucht Übung, Zuspruch, manchmal Hilfe von aussen. Zuspruch und Hilfe bietet der Glaube. Der Gott der Bibel sagt zu uns Menschen: «Ich liebe dich. Du bist wertvoll. Du bist begabt. Du kannst. Ich helfe dir.» So schreibt einer in den Psalmen: «Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.» Er hat begriffen, dass er die Mauern, die sich ihm in den Weg stellen, überwinden kann. Er glaubt, dass sich sein Sprungtraining lohnt. Er vertraut, dass ihm sein Gott hilft. Wenn wir es lernen, Gottes Zuspruch ernst zu nehmen und ihm zu vertrauen, wird unser Glaube an Gott unsere inneren Glaubenssätze umformen.

Pfarrer Thomas Beerle, Sennwald

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