Geschädigter Imker setzt auf Bio

Vor ungefähr einem Jahr sorgte das Eschner Bienensterben für Aufsehen – gleich kehrschaufelweise musste Imker Dominik Sele seine Bienen beseitigen. Nun zieht er sein Fazit. Ein Verlust von mehreren tausend Franken sei hypothetisch möglich.

Susanne Quaderer
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Der Honig fliesst dieses Jahr nicht so gut wie im Bild: Schuld sind der Regen und bei Imker Dominik Sele die letztjährigen Ernteausfälle in Eschen, bedingt durch Pflanzenschutzmittel. (Bild: iStock)

Der Honig fliesst dieses Jahr nicht so gut wie im Bild: Schuld sind der Regen und bei Imker Dominik Sele die letztjährigen Ernteausfälle in Eschen, bedingt durch Pflanzenschutzmittel. (Bild: iStock)

ESCHEN. «Die 24 direkt betroffenen Bienenvölker gibt es so nicht mehr. Am Eschner Standort befinden sich noch zwei oder drei der «alten» Völker, sagt Dominik Sele.

Die Schuldigen für das «Bienenmassaker» im vergangenen Juli konnten bis heute nicht ermittelt werden. Was aber klar ist: Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Neonicotinoide haben die Bienenbestände stark geschädigt (der W&O berichtete vor einem Jahr). «Es ist naheliegend, dass ein Landwirt das Mittel verwendet hat. Nur diese kommen zu diesem eigentlich verbotenen Mittel», so Sele weiter.

Entgangene Ernteerträge

Es besteht ein begründeter Verdacht, dass der Wirkstoff dieses Gifts die Königinnen langfristig in ihrer Legewirkung schädigt. Dadurch kann sich das Bienenvolk nicht weiter vergrössern. «Ein kleines Bienenvolk führt zu einer geringen Honigernte», erklärt der Imker. Der Tag X, an welchem die zahlreichen Bienen durch das Gift verendeten, hatte somit nicht nur unmittelbare, sondern auch längerfristige Auswirkungen.

Kein gutes Honigjahr

«Einige Eschner Bienenvölker konnten sich nicht mehr erholen und mussten aufgelöst werden. Denn ist die Königin des Stammes krank und kann keinen Nachwuchs mehr produzieren, werden die verbliebenen Bienen vom Imker in ein anderes Volk übersiedelt. Somit wird das alte Bienenvolk eliminiert», führt Sele weiter aus. Dieses Jahr war, neben den schon im vergangenen Jahr geschehenen Ereignissen, aufgrund des andauernden Regens im Juni kein gutes «Honigjahr».

Mehrere tausend Franken

Die entgangenen Ernteerträge kann Dominik Sele schwierig in Zahlen beziffern. «Jedes Bienenvolk sorgt für rund zehn Kilogramm Honig. Ein Verlust von mehreren tausend Franken ist, hypothetisch angenommen, durchaus möglich», betont Sele.

Jetzt muss nach vorne geschaut werden. Für Bienennachwuchs hat der Imker gesorgt. Zudem zieht er für seine Bienenzucht Konsequenzen aus den negativen Ereignissen. «Im kommenden Jahr werde ich auf die biologische Bienenhaltung umsteigen. Dadurch werden die möglichen Verursacher nicht noch zusätzlich unterstützt», erklärt Sele. Er wird somit der erste Imker in Liechtenstein, der den Honig aus biologischer Bienenzucht bezieht.

Verzicht auf Insektizide

Laut Sele kann jeder und jede dem ohnehin schon vorhandenen Bienensterben ein wenig entgegenwirken: Beispielsweise sollte auf Insektizide verzichtet und auf ökologische Produkte umgestellt werden. Auch das Bepflanzen des Gartens mit einheimischen Pflanzen hilft den kleinen Nutztieren. So kann nur gehofft werden, dass sich die Bienenvölker so schnell wie möglich erholen.