Gesamtheitlich betrachten

Wird das Einkommen eines Bauernbetriebes anteilmässig auf Mann und Frau aufgeteilt, kann dies Auswirkungen auf die Sozialversicherungsbeiträge haben.

Werner Kamber
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Zwei der Referenten miteinander im Gespräch: Niklaus Brülisauer, BBV Salez (links), Werner Rechsteiner. (Bild: pd)

Zwei der Referenten miteinander im Gespräch: Niklaus Brülisauer, BBV Salez (links), Werner Rechsteiner. (Bild: pd)

SALEZ. Eingeladen zur Fachtagung, bei der dieses Thema zur Sprache kam, hatte die BBV-Treuhand St. Gallen-Appenzell mit Geschäftssitz in Appenzell und Geschäftsstellen in Salez und Flawil. Der Verein, als Selbsthilfeorganisation in den Siebzigerjahren gegründet, ist in den Kantonen St. Gallen, beiden Appenzell sowie in Liechtenstein Marktleader bei den Agro-Treuhändern.

Wertschätzung der Frauenarbeit

Nach Referent Niklaus Brülisauer von der BBV Treuhand Salez geht es bei den Sozialversicherungen nicht nur um die AHV, sondern auch um IV, Unfall und Krankheit, Berufliche Vorsorge, Säule 3a und b sowie EZ-Mutterschaft. Gerade die Mutterschaftsversicherung sei gemäss der Kundenbefragung von Salez ein wichtiger Grund für eine Einkommensteilung. Als noch wichtiger wird die Wertschätzung der Frauenarbeit bezeichnet.

Bei jenen Paaren, die keine Einkommensteilung vornehmen, spielen zwei Gründe mit: Erstens arbeitet die Frau nicht auf dem Hof, zweitens besteht eine grosse Altersdifferenz zwischen Mann und Frau. Wenn die Ehefrau auf dem Betrieb mitarbeitet und eine Entschädigung erhält, sind als Folge der degressiven Beitragsskala bei der AHV teils erkleckliche Einsparungen möglich– ohne Rentenkürzung. Das gilt sowohl wenn die Frau als Angestellte arbeitet als auch wenn sie als Selbständigerwerbende auf dem Hof tätig ist.

Gesamtheitlich betrachten

Aber: Jeder Fall müsse gesamtheitlich betrachtet werden, Es gehe nicht bloss ums Rechnen und allfällige Vorteile mit mehr Abzügen, sondern ums Generelle: «Bewusst Verantwortung übernehmen für den eigenen Lebensweg». Über die güterrechtlichen Folgen der Einkommensaufteilung referierte Werner Rechsteiner, St. Gallen. Bei einer Einkommensteilung können auch die Steuern tiefer ausfallen, wie Peter Weiss von der BBV Flawil darlegte. Zudem kann es möglich sein, dass dadurch keine Mehrwertsteuer entrichtet werden muss, wenn beide Einkommen als Folge der Teilung unter 100 000 Franken jährlich fallen.