GERÄTETURNEN: Neue Turnheimat gefunden

Jana und Leila Graber haben sich beim STV Gams bestens eingelebt und stellen sich neuen Herausforderungen.

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Harmonie untereinander und im neuen Verein: Jana (links) und Leila Graber. (Bild: Robert Kucera)

Harmonie untereinander und im neuen Verein: Jana (links) und Leila Graber. (Bild: Robert Kucera)

Zwillinge im Sport sind keine Seltenheit. Und dass sie sich für dieselbe Sportart entscheiden, ist sogar logisch. «Wir haben die gleichen Leidenschaften – auch heute noch», so Jana Graber. Sprung und Boden, so erwähnen die Zwillingsschwestern von Getu Gams, seien ihre Lieblingsgeräte. «Oder einfach jenes, welches am besten läuft», so Leila Graber. Einigkeit herrscht diesbezüglich nur in der Abneigung. Denn verschwände das Reck von der Geräteturn-Bühne – bei Jana und Leila würde man Abschiedstränen vergeblich suchen.

Was typisch für Zwillinge ist: In einer Einzelsportart wie Geräteturnen geben die Athleten unabhängig voneinander ihr Bestes, um am Ende gleich gut zu sein. «Wir turnen eigentlich ziemlich gleich, vor zwei Wochen hatten wir sogar die gleiche Punktzahl», bestätigt Leila. Doch so viel komme dies nicht vor, wie man meinen könnte. «Aber wir sind nie weit auseinander.» An der Frühjahrsmeisterschaft lag Leila 0,05 Punkte vor Jana. «Heute war ich besser», so Leila. Sie weiss aber, dass sich das rasch ändern kann. Eine Strichliste führt das Duo nicht. «Der Konkurrenzkampf findet nur im Lustigen statt. Wir sind nicht wütend, wenn die eine besser ist, wir mögen es dem anderen gönnen», erklärt Jana. Nur in der Analyse herrscht Uneinigkeit: «Mir hat der Sprung super gefallen, nicht gefallen haben mir Reck und Ring», urteilt Jana, worauf Leila sagt: «Mir hat der Sprung nicht gefallen, dafür waren Boden und Ring gut.»

Doch eine Sachen halten die Graber-Sisters unisono fest: «Im Einturnen lief es besser.» Vom Abschneiden – Leila Fünfte, Jana Sechste – waren die K7-Turnerinnen etwas enttäuscht. «Normalerweise können wir unsere Leistung im Wettkampf abrufen», so Leila. «Aber das ist kein Weltuntergang für uns. Wir können es besser», meint Jana. Die 21-Jährigen wollen dies in den nächsten Wettkämpfen unter Beweis stellen. Denn es wäre «cool», so die Gamserinnen, sich wieder mal gemeinsam für Schweizer Meisterschaften zu qualifizieren.

Harmonie im Verein ist sehr wichtig

Seit sie vier Jahre alt sind, turnen Jana und Leila Graber was das Zeug hält und sind unzertrennlich. Es herrscht Harmonie. Die ist beiden sehr wichtig. Aus diesem Grund turnt das Duo nun in Gams. Denn in ihrem Stammverein kam es zu Spannungen im zwischenmenschlichen Bereich. «Es hat nicht mehr gepasst in Kriessern», so Leila. Der Wechsel ins Werdenberg erfolgte schliesslich im Januar 2016. In Gams haben Jana und Leila Graber nicht nur eine neue Turnheimat gefunden, sondern jene turnerische Wohlfühloase und Harmonie, die sie schätzen. «Gams passt. Das sind Welten zu Kriessern», beschreibt Leila. Ihr passt die Wertschätzung, dass beim STV Gams jeder auch als Mensch, als Person, wahrgenommen wird und lobt das intakte Vereinsleben.

Nur zum Mitturnen reisen die zwei jeweils nicht ins Werdenberg. «Wenn man Leute braucht, dann sind wir da», sagt Leila bestimmt. Geben und Nehmen ist für Grabers eine Selbstverständlichkeit. So übernimmt das Duo in der nächsten Turnsaison das Schaukelring-Programm des STV Gams im Sektionsturnen. «Wir geben unser Bestes», verspricht Jana und hofft, «dass es nächstes Jahr gut herauskommt und es allen passt.» (kuc)