Gemüse zum Leuchten gebracht

Freiwillige Mitarbeitende des Buchser Standorts der Chemiefirma Merck bringen Oberstufenschülern aus Buchs und Grabs die Welt der Chemie näher. Lumineszenzen als Phänomen der Natur steht dabei im Zentrum.

Hanspeter Thurnherr
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Nieves Perez Payàn bereitet unter den gespannten Blicken der Schüler einen Lumineszenz-Versuch vor. (Bilder: Hanspeter Thurnherr)

Nieves Perez Payàn bereitet unter den gespannten Blicken der Schüler einen Lumineszenz-Versuch vor. (Bilder: Hanspeter Thurnherr)

BUCHS. Die Schülerinnen und Schüler der 2. Sekundarklasse von Lehrer Hansjakob Schwendener messen ganz wenig Luminol ab, geben es vorsichtig in den Kolben und fügen Wasserstoffperoxid dazu. In einem zweiten Messkolben halten sie Natriumhypochlorit NaClO bereit. Nachdem der Raum verdunkelt ist, geben sie langsam das NaClO in die Luminol-Lösung. Nach wenigen Augenblicken beginnt die Flüssigkeit im Kolben bläulich zu leuchten. Die Klasse erlebt hier Chemilumineszenz.

Freiwilliger Einsatz

Die Unterrichtsstunde ist Teil des Projektes SPARK (englisch für «Funke») der Firma Merck, zu der seit November die Buchser Sigma-Aldrich gehört, weltweit im Rahmen eines Freiwilligenanlasses mit ihren Mitarbeitenden. Daran beteiligt sind auch rund 300 der insgesamt 450 Mitarbeitenden aus allen Unternehmensabteilungen des Buchser Standorts. Während zweier Wochen, vom 29. Februar bis zum 13. März, führen sie an der Oberstufe in Grabs und Buchs, in der Scuola Vivante in Buchs-Räfis und an der Primarschule Hegel in St. Gallen Workshops zu den Themen Chemilumineszenz (Leuchten durch eine chemische Reaktion) und Wasserfiltration durch.

Die Mitarbeitenden organisieren zudem Betriebsbesichtigungen und Vorträge für Klassen der Kantonsschulen Sargans und Heerbrugg. Weiter betreuen sie naturwissenschaftliche Experimente am Technorama Winterthur. «Mit diesem einzigartigen Projekt will Merck ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahrnehmen und junge Menschen für Naturwissenschaften wie Chemie und Biologie begeistern und sie für eine Ausbildung in diesen Disziplinen motivieren», erläutert Marketingmanager Kurt Vorburger.

Schüler führen Versuche durch

Die Firma verfolgt aber noch ein zweites Ziel mit einem sozialen Aspekt. «Wir wollen damit auch die Freiwilligenarbeit fördern», sagt Geschäftsführer Dennis Tschudin. Zahlreiche Freiwillige betreuen während dieser zwei Wochen die Kinder der Heilpädagogischen Schule in Trübbach, indem sie mit ihnen spielen, bei der Erledigung von Aufgaben helfen, kochen oder mit ihnen Sport treiben.

Inzwischen haben die beiden Chemikerinnen Nieves Perez Payán und Edeltraut Schwärzler den Schülern demonstriert, wie unterschiedlich rasch bei Leuchtstäbchen je nach Temperatur die chemische Reaktion einsetzt. Zusätzlich unterstützt von Richard Detterbeck, Silvan Janet und Reto Hendry, dürfen die Schüler ähnliche Versuche ausprobieren und mehr über die Ausbildungswege zum Chemiker erfahren.

Die Schüler lernen auch, dass es weitere Formen von Lumineszenz gibt, wie etwa Fluoreszenz, Phosphoreszenz oder die Biolumineszenz in lebenden Organismen (Leuchtkäfer, Tiefseefische etc.). Nieves Perez Payán erklärte, mit welchen chemischen Formeln sich diese Prozesse darstellen lassen. In einem weiteren Experiment zeigt sie, wie man mit Hilfe von Luminol die Schnittflächen von Gemüse zum Leuchten bringen kann, weil Enzyme in den Säften der Lebensmittel als Katalysator wirken.

Die Schülerinnen und Schüler bringen die chemische Mischung zum Leuchten.

Die Schülerinnen und Schüler bringen die chemische Mischung zum Leuchten.