Gemsen plagt der Husten

Seit einem Jahr werden die Gemsen an den Churfirsten von Husten geplagt. Die Hirschjagd ist bisher erfolgreich verlaufen. Die geforderten Abschusszahlen sind aber noch nicht erreicht.

Katharina Rutz
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Die Gemsen an den Churfirsten leiden an Husten. Der Wildhüter vermutet eine Lungenentzündung. Noch kam es aber nicht zum Massensterben. (Bild: ANJF)

Die Gemsen an den Churfirsten leiden an Husten. Der Wildhüter vermutet eine Lungenentzündung. Noch kam es aber nicht zum Massensterben. (Bild: ANJF)

REGION. Von den einen möglichst viel, von den anderen möglichst wenig. So lässt sich vereinfacht die diesjährige Jagd auf Hirsche und Gemsen beschreiben. So einfach ist es aber nicht. Während beim Rotwild mit einem Abschuss von 501 Tieren die Zielvorgabe so hoch wie noch nie ist, weil der Bestand an Hirschen in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen ist, sieht es bei den Gemsen ganz anders aus.

Im ganzen Kanton ist der Bestand an Gemsen vielerorts seit Jahren sinkend (der W&O berichtete am 15. April 2013). Seit letztem Winter kämpft nun die Gamspopulation rund um die Churfirsten zusätzlich mit der Lungenentzündung. Gerade dort, wo bisher die Bestände stabil oder sogar leicht ansteigend waren.

Immer wieder hustende Tiere

«Es wurden in den Churfirsten seit dem Frühjahr immer wieder hustende Tiere beobachtet. Stark betroffen sind auch die Steinböcke», sagt der Obertoggenburger Wildhüter Urs Büchler. Zu einem Massensterben, wie seinerzeit im Jahr 2008 im Alpstein, kam es aber bisher in den Churfirsten noch nicht. Im Alpstein kam es damals zu einer Epidemie, von der sich der Bestand danach nur langsam wieder erholte.

Weniger Gemsen schiessen

Die Jäger achteten nun bei ihren Pirschgängen speziell darauf, die hustenden Gemsen und Steinböcke zu erlegen. Grundsätzlich wurde der Abschuss an Gemsen in den Churfirsten zudem zurückhaltend getätigt. «Wir hatten im Frühjahr weniger Gemsen gezählt, dementsprechend wurden die Abschussvorgaben für die Jagdreviere reduziert und im Vergleich zu anderen Jahren wurden in der Folge bisher auch weniger geschossen», so Urs Büchler.

Winter wird kritisch

Der Wildhüter vermutet zwar, dass ansonsten kräftige Tiere den Husten überleben können. Was geschieht, wenn die kranken Tiere einen kalten und schneereichen Winter bewältigen müssen, bleibt offen. • LOKAL 11