Gemischte Gefühle vor der Saison

Der Gamser Sportschütze Christoph Dürr steht vor seiner letzten Junioren-Saison. In der Spitzensport-RS konnte er sich optimal darauf vorbereiten und will entsprechend auf Medaillenjagd gehen. Doch ihn begleiten gemischte Gefühle. Eine neue Herausforderung wartet auf Dürr.

Robert Kucera
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Das Scatt Shooting Training System hat geholfen: Der Gamser Christoph Dürr will in seinem letzten Junioren-Jahr auf Medaillenjagd gehen. (Bild: Robert Kucera)

Das Scatt Shooting Training System hat geholfen: Der Gamser Christoph Dürr will in seinem letzten Junioren-Jahr auf Medaillenjagd gehen. (Bild: Robert Kucera)

SCHIESSEN. «Einerseits freue ich mich darauf, dieses Jahr noch einmal voll angreifen zu können und vorne dabei zu sein. Aber ich freue mich auch auf die kommende Elite-Zeit. Es kommen neue Herausforderungen auf mich zu», gibt Christoph Dürr einen tiefen Einblick in seine Gefühlswelt. Ihm ist bewusst: «In einem Jahr fang ich wieder unten an.» Der morgen 20 Jahre alt werdende Sportschütze weiss, was ihn bei den Erwachsenen erwartet. Umso mehr geniesst der vierfache Junioren-Schweizer-Meister diese letzte Saison als Junior. «Ich will noch einmal alles rausholen, was möglich ist.»

EM-Medaille im Visier

Dies bedeutet aber nicht, dass Dürr an jedem Wettkampf teilnimmt, wo es Medaillen und Pokale zu gewinnen gibt. Der Gamser ist voll auf sein erstes Ziel fokussiert: die Europameisterschaften in der estnischen Hauptstadt Tallinn vom 16. bis 27. Juni. «Mein Ziel ist eine Medaille. Das wäre der Hammer», so Dürr. Eine Einzelmedaille an grossen Titelkämpfen fehlt ihm noch. «In Europa wollen aber viele dasselbe und können dies auch erreichen», kennt er die Konkurrenz. «Aber ich arbeite hart dafür.» Respektive hat er es schon gemacht. Statt Mitte März zum Wettkampf ISAS nach Dortmund zu fahren, gab es ein Trainingslager. «Man muss abwägen, wo man hingeht und wo nicht», sagt Christoph Dürr.

«Die Kräfte bündeln»

Nicht entgehen lässt er sich aber den ISSF Junior Cup im deutschen Suhl, zu welchem er morgen abreist. Schliesslich hat er hier den Titel in der Dreistellung (3×40; Liegend, Kniend, Stehend) zu verteidigen. «Ich spüre keinen Druck und bin <giggerig> auf diesen Wettkampf», verrät er. «Erst mal will ich den Final erreichen», gibt er weiter Auskunft. Im Shoot-Out der besten Acht sei dann alles möglich. Vor den Europameisterschaften nimmt er ausserdem am Alpencup in Schwadernau (Bern) teil. Und schnuppert Weltcup-Luft in der bayrischen Metropole München, wo er ausser Konkurrenz startet. «Es ist eine relativ kurze und intensive Saison. Da muss man die Kräfte bündeln.» Eine Art Schlusspunkt bilden dann die Schweizer Meisterschaften im September. Bei seinen zwei Starts in der Sparte Kleinkaliber 50 Meter will er sowohl im Dreistellungswettkampf als auch Liegend auf Medaillenjagd gehen. «Am liebsten zweimal Gold», gibt der Werdenberger den Tarif durch. Was jedoch kein Selbstläufer wird: «Die anderen Nationalmannschaftsmitglieder werden sicher nicht extra vorbeischiessen, nur weil Christoph Dürr im letzten Juniorenjahr ist.»

Hilfreiche Spitzensport-RS

Dass sich der Gamser Sportschütze topfit fühlt und bestens vorbereitet für die Saison ist, hat einen Grund: «Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich diesen Winter die Spitzensport-RS bestreiten durfte», so Dürr. «Ich habe extrem viel trainiert.» Er führte, wie er weiter erläutert, ein Profi-Leben. «Jeden Tag konnte ich mich auf meinen Sport konzentrieren. Ich habe kennengelernt, wie es wäre, Profisportler zu sein. Ich vermisse es jetzt schon…»

«Trainieren allein reicht nicht»

Während der Spitzensport-RS hat Christoph Dürr zudem Bekanntschaft mit dem Scatt Shooting Training System gemacht. Mittels hoch auflösender Kamera, vorne am Gewehr angemacht, kann eruiert werden, wie stabil der Schütze in den entscheidenden Sekunden ist. «Trainieren allein reicht nicht», so Dürr. Das Zusammenspiel zwischen Training und Optimierung sei wichtig. An letzterem hat er intensiv gearbeitet. «In der Optik habe ich viel herausgeholt», berichtet er. Punkto Stabilität hat er ebenfalls Fortschritte erzielen können. «Es müssen viele Puzzleteilchen stimmen.» Wie der Gamser weiter sagt, hat ihm dieses Trainingssystem sehr geholfen. «Mit dem Tool kann man extrem viel herausholen. Man sieht, wie genau jemand arbeitet, wo dass man steht.» Und sein Urteil über sich selbst: «Ich habe noch überall Verbesserungspotenzial.»

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