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Geld oder Prügel: Reiche Liechtensteiner erpresst

VADUZ. Die Tragödie um den maskierten Überfall Mitte Mai im Vaduzer Städtle ist grösser, als sie zu Beginn schien. In einer Medienmitteilung nahm gestern die Liechtensteinische Staatsanwaltschaft ausführlich Stellung.
Magdalena Hilbe

VADUZ. Die Tragödie um den maskierten Überfall Mitte Mai im Vaduzer Städtle ist grösser, als sie zu Beginn schien. In einer Medienmitteilung nahm gestern die Liechtensteinische Staatsanwaltschaft ausführlich Stellung.

DNA durch Wollmütze gesichert

Begonnen hat alles am 11. Mai, um 3.40 Uhr, als ein bekannter Triesenberger Unternehmer nach dem Verlassen des Cuba-Clubs im Vaduzer Städtle von einer maskierten Person attackiert und durch heftige Faustschläge schwer verletzt wurde. Der mutmassliche Täter wurde gefasst und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. «Der Tatverdacht stützt sich unter anderem auf die Übereinstimmung der DNA des Verhafteten, mit DNA-Spuren, die die Landespolizei in einer Wollmütze sichern konnte, die der Täter beim Überfall getragen und danach auf der Flucht weggeworfen hat», schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrer Medienmitteilung. Die Wollmütze mit zwei Sehschlitzen wurde als «Sturmhaube» über das Gesicht gezogen.

Nach dem Überfall kursierten zahlreiche Gerüchte in Liechtenstein rund um das Motiv des mutmasslichen Täters. Vergangene Woche kam mehr Licht ins Dunkel. Am 3. Juni wurde in der Pizzeria Potenza im Vaduzer Städtle ein Mitarbeiter – ein 22jähriger deutscher Staatsangehöriger libanesischer Abstammung – von der Landespolizei festgenommen. Die Staatsanwaltschaft bestätigte vergangene Woche gegenüber dem «Vaterland», dass der Überfall und die Verhaftung zusammenhängen. Gegen den mutmasslichen Täter wurde eine Untersuchung unter anderem wegen Verdachtes der Verbrechen der schweren Erpressung, des Raubes und der absichtlich schweren Körperverletzung eingeleitet.

Geldübergabe bei McDonald's

Dass der mutmassliche Täter gefasst wurde, hat wohl mit der Erpressung einer zweiten Person zu tun. Ebenfalls – wie der Triesenberger Unternehmer – ein Mitglied aus dem Vorstand des Cuba-Clubs in Vaduz. Auch von ihm wurde Geld gefordert, ansonsten würde ihm das gleiche widerfahren wie seinem Vorstandskollegen. Gemeinsam mit der Landespolizei soll die Geldübergabe geplant worden sein. Das Geld abholen sollte ein Kurier – eine junge Liechtensteinerin. Sie wurde bei der Übergabe beim McDonald's in Triesen festgenommen und später wieder auf freien Fuss gesetzt, da sie den 22jährigen Deutschen und seine Mittäter erst seit kurzer Zeit kannte. Ein Verfahren wegen Mittäterschaft läuft jedoch.

Keine Fälle im Kanton St. Gallen

Der mutmassliche Täter soll demnach die beiden Vorstandsmitglieder nicht alleine erpresst haben. Es werden zwei weitere Mittäter vermutet. «Es gibt Anhaltspunkte, dass die Tätergruppe noch in der Region Liechtenstein/Rheintal aktiv ist», so die Staatsanwaltschaft. Allfällige weitere Erpressungsopfer werden ersucht, bei der Landespolizei Anzeige zu erstatten.

Auf Anfrage des W&O bei der Kantonspolizei St. Gallen sagt der Mediensprecher Gian Andrea Rezzoli, dass ihm im Kanton St. Gallen keine Fälle bekannt sind, bei denen reiche Personen auf eine solche Art bedroht und erpresst worden sind.

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