Gegen gekürzten Pendlerabzug im Kanton St. Gallen

ST. GALLEN. Wer mit dem Zug oder dem Auto zur Arbeit fährt, soll im Kanton in Zukunft bei den Steuern nur noch maximal die Kosten eines Generalabonnements zweiter Klasse abziehen können. Die Beschränkung des Pendlerabzugs sei ungerecht, findet das Nein-Komitee.

Drucken
Teilen

ST. GALLEN. Wer mit dem Zug oder dem Auto zur Arbeit fährt, soll im Kanton in Zukunft bei den Steuern nur noch maximal die Kosten eines Generalabonnements zweiter Klasse abziehen können. Die Beschränkung des Pendlerabzugs sei ungerecht, findet das Nein-Komitee.

Der Kantonsrat hatte im vergangenen Februar – anders als bei der Bundessteuer, wo der Abzug auf 3000 Franken beschränkt wurde – eine Obergrenze von 3655 Franken für den Fahrkostenabzug beschlossen. Dies entspricht dem Preis eines SBB-Generalabonnements zweiter Klasse. Das hauptsächlich von der SVP getragene Komitee «Nein zur Beschränkung des Pendlerabzugs» reichte gegen den Nachtrag des Steuergesetzes das Referendum ein. Am kommenden 15. November wird über die Begrenzung des Fahrkostenabzugs abgestimmt.

Umerziehungsmassnahme

Die Beschränkung des Pendlerabzugs war Teil eines kantonalen Sparpakets. Dem Kanton und den Gemeinden brächte dies jährliche Mehreinnahmen von rund 28 Millionen Franken. Das sei eine versteckte Steuererhöhung, sagte SVP-Kantonsrat Michael Götte vom Nein-Komitee gestern vor den Medien. Von der Beschränkung des Abzugs seien rund 60 000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Kanton betroffen. Die Beschränkung sei ungerecht, denn sie treffe nicht alle, sagte FDP-Kantonsrat Walter Locher. Selbständige könnten die Fahrkosten weiterhin vollumfänglich abziehen, Arbeitnehmende jedoch nicht. Es treffe auch Mitarbeitende in Branchen mit Schichtbetrieb oder unregelmässigen Arbeitszeiten. Den Pendlerabzug zu beschränken, sei auch eine Umerziehungsmassnahme des Staates. (sda)