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Gegen Erst- und Zweitklassrentner

Leserbriefe
Leo Coray, Elestastrasse 13, 7310 Bad Ragaz

Wenn eine Versicherung feststellt, dass ihre Prämieneinnahmen nicht ausreichen, um die versicherten Leistungen auszuzahlen, dann bleibt ihr nichts anderes übrig, als die Prämien zu erhöhen. Wie das geht, erlebt die Bevölkerung in der Schweiz alljährlich bei der Krankenversicherung.

Dieser logische und zwangsläufige Mechanismus war Bundesrat und Parlament bisher offenbar nicht bekannt. Obwohl sie seit mehreren Jahrzehnten wussten, dass wegen der geburtenstarken Jahrgänge und der höheren Lebenserwartung die AHV in Zahlungsschwierigkeiten geraten wird und die Pensionskassen ihre Zahlungen an die Versicherten massiv reduzieren müssen, taten sie nichts. Erst Jahrzehnte zu spät hat man sich jetzt wenigstens bei der AHV zu einer Beitragserhöhung durchgerungen, die allerdings nirgendwo hinreicht. Dabei ist eines klar: Wer im Alter aufgrund der höheren Lebenserwartung mehr Geld beziehen will, muss zuvor auch mehr in AHV und Pensionskasse einzahlen.

Mit der jetzt vorliegenden Reform der Altersvorsorge werden AHV und berufliche Vorsorge vermischt – und dies in einer Zeit, wo Bund und Kantone verzweifelt versuchen, ihre ohnehin schon komplizierten Aufgaben und Finanzflüsse zu entwirren. Mit 70 Franken im Monat sollen jene AHV-Rentner entschädigt werden, die weniger Geld aus der Pensionskasse erhalten, womit neu Erst- und Zweitklassrentner geschaffen werden. Zusätzlich sollen auch die Zweitklassrentner noch über eine Erhöhung der unsozialen Mehrwertsteuer geschröpft werden. Es gibt genügend Gründe, die komplizierte und ungerechte Vorlage an den Absender zurückzuschicken.

Leo Coray, Elestastrasse 13, 7310 Bad Ragaz

Beenden wir die Blockade

Seit 20 Jahren versuchen wir vergeblich, die Altersvorsorge zu reformieren. Mit jeder gescheiterten Reform wurde das Problem in der AHV akuter, der zu hohe Umwandlungssatz stossender. Mittlerweile schreibt die AHV rote Zahlen. Zudem führt der zu hohe Umwandlungssatz dazu, dass jährlich 1,3 Milliarden Franken von den Erwerbstätigen zu den Rentnern umverteilt werden.

Die AV 2020 geht die Problematik an, sie gleicht unter anderem das Rentenalter zwischen Mann und Frau an. Gleichzeitig verschafft sie der AHV neue Einnahmen, mittels moderater Erhöhung der Mehrwertsteuer. In der 2. Säule wird der Umwandlungssatz leicht reduziert und somit der Realität, die aus einer immer längeren Rentenbezugsdauer sowie kaum vorhandenen Kapitalerträgen besteht, angepasst. Kompensiert wird diese Kürzung mit der Erhöhung der AHV-Rente um 70 Franken. Eine Massnahme, die besonders den Geringverdienenden Nutzen bringt.

Die Altersvorsorgereform 2020 ist aus meiner Sicht ein Kompromiss. Ein solcher ist naturgemäss nicht vollkommen zufriedenstellend. Doch gerade weil sie ein Kompromiss ist, hat diese Reform das Potenzial, den jahrzehntelangen Reformstau zu beheben.

Deshalb sage ich Ja zur Rentenreform und zur Zusatz­finanzierung mittels erhöhter Mehrwertsteuer. Die Vorlage ist nicht perfekt, aber sie ist ein Schritt in die richtige Richtung. Weitere 20 Jahre Blockade können wir uns schlicht nicht leisten.

Luca Frei, Präsident Junge CVP Kanton St. Gallen, Wisenweg 4, 9473 Gams

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