Gefahr lauert unter Wasser

Mit den höheren Temperaturen steigt auch die Zahl der Menschen, die sich im Wasser abkühlen wollen. Beim Schwimmen in Flüssen und Seen gibt es aber einige Dinge zu beachten.

Raphael Bucheli
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Wasser kühlt im Sommer Körper und Gemüt. Schwimmende müssen dabei aber aufpassen – unter der Oberfläche kann es gefährlich werden. (Bild: Urs Bucher)

Wasser kühlt im Sommer Körper und Gemüt. Schwimmende müssen dabei aber aufpassen – unter der Oberfläche kann es gefährlich werden. (Bild: Urs Bucher)

ST. GALLEN. Das Badewetter lockt die Leute ins Freibad, an Flüsse und Seen. Sie suchen Erholung, Spass und Abkühlung beim Schwimmen. Dabei ist aber Vorsicht geboten.

Trübe Wasser sind gefährlich

«Bei Fliessgewässern muss man aufpassen», hält Gian Andrea Rezzoli, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, fest. «Je mehr Wasser ein Fluss führt, desto weniger kann man die Gefahren des Schwimmens darin abschätzen.» Zwei Dinge sind hauptverantwortlich für die Gefahr: Strömungen und trübes Wasser. «Trübe Gewässer sind gefährlich, weil Schwimmende die Gefahren unter der Wasseroberfläche wie Felsen oder Äste nicht rechtzeitig sehen können.» Sprünge in trübe Gewässer seien zu vermeiden. Deren Tiefe könne nicht abgeschätzt werden und man könne sich schwer verletzen, falls man auf etwas aufschlage. Rezzoli sagt weiter: «In trüben Gewässern ist es zudem denkbar, dass man unter Wasser die Orientierung verliert und nicht mehr weiss, wo oben und unten ist. Dann muss man Luft ausblasen und in die Richtung der Luftblasen schwimmen.»

Strömungen als Fallen

Philipp Binaghi von der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft warnt vor starken Strömungen: «Bei Flusskurven, Unterspülungen und Wasserwalzen entstehen Strömungen gegen die Schwimmende nicht anschwimmen können. Sie sind insbesondere bei künstlich geschaffenen Schwellen gefährlich, da sich dort meistens Mauern befinden, an denen man nicht hochklettern kann.» Aus Walzen komme man am ehesten, indem man nicht zur Oberfläche, sondern nach unten und dann weg schwimme. Binaghi warnt davor, mit leerem oder vollem Magen schwimmen zu gehen: «Dem Körper fehlt dann die nötige Energie. Ebenso muss in kaltem Wasser aufgepasst werden, weil sich dann wichtige Muskeln verkrampfen können.»

Todesfälle in der Ostschweiz

In der Thur und am Walensee ist es durch starke Strömungen schon zu Todesfällen gekommen. In Eschikofen geriet ein 12-Jähriger bei einem Wehr in eine Wasserwalze und ertrank. Beim Delta der Seez am Walensee starben im vergangenen Juli ein Vater und sein Sohn, nachdem sie von einer Unterwasserströmung erfasst worden waren. Im Thurgau sind in der Sitter und in der Thur schon Kleinkinder ertrunken.

Gefährliche Stellen

Die Thur empfiehlt sich an gewissen Stellen nicht als Badefluss. Bei Lichtensteig ist sie trüb und tief, bei Lütisburg gibt es Strudel. Auch in der Nähe von Kraftwerken ist Vorsicht geboten. Beim Schwendisee in der Nähe von Wildhaus und im Mannenweier in St. Gallen ist es auch schon zu Unfällen gekommen.