Gefahr einer Masernepidemie ist erhöht

ST. GALLEN. Bis Ende 2015 hätte die Schweiz von den Masern befreit werden sollen. Gelungen ist das nicht – unter anderem wegen der tiefen Durchimpfungsrate im Kanton. Während der nationalen Impfkampagne 2011–2015 ist die Rate im Kanton teilweise sogar gesunken.

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ST. GALLEN. Bis Ende 2015 hätte die Schweiz von den Masern befreit werden sollen. Gelungen ist das nicht – unter anderem wegen der tiefen Durchimpfungsrate im Kanton. Während der nationalen Impfkampagne 2011–2015 ist die Rate im Kanton teilweise sogar gesunken. Bei den zweijährigen Kindern ist die Durchimpfungsrate von 84 auf 81 Prozent zurückgegangen. Um die Krankheit zu eliminieren, wäre eine Rate von 95 Prozent nötig. Damit liegt der Kanton St. Gallen auch im Vergleich mit anderen Kantonen zurück.

Als möglichen Grund sehen die Experten des Kantons den zunehmenden Einfluss von Impfgegnern. Eine kritische oder ablehnende Haltung gegenüber dem Impfen sei in der Ostschweiz weiter verbreitet als beispielsweise in der Westschweiz. Im Vergleich zu den seltenen und geringen Nebenwirkungen der Masernimpfung führe eine Masernerkrankung in jedem Fall zu einer Schwächung des Immunsystems, könne schwere Komplikationen hervorrufen und im schlimmsten Fall tödlich sein. Dass die Masernimpfung teilweise einen schlechten Ruf geniesst, geht unter anderem auf eine medizinische Studie von 1998 zurück. Darin wurde suggeriert, dass die Impfung Autismus auslösen könne. Die Studie wurde mittlerweile als gefälscht entlarvt. (ar) ? THEMA 13/OSTSCHWEIZ 10

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