Gefängnis für falsches Opfer

FELDKIRCH. Im Sommer 2014 stand ein 40jähriger Handwerker wegen Vergewaltigung vor dem Landesgericht Feldkirch. Er soll eine Bekannte, mit der er knapp ein Jahr lang sexuelle Kontakte unterhielt, mehrfach vergewaltigt haben, so der Vorwurf. Der Richter hat in damals freigesprochen.

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FELDKIRCH. Im Sommer 2014 stand ein 40jähriger Handwerker wegen Vergewaltigung vor dem Landesgericht Feldkirch. Er soll eine Bekannte, mit der er knapp ein Jahr lang sexuelle Kontakte unterhielt, mehrfach vergewaltigt haben, so der Vorwurf. Der Richter hat in damals freigesprochen. Nun bestätigt ein rechtskräftiges Gerichtsurteil zusätzlich: Das vermeintliche Opfer hat gelogen und dies im Nachhinein gestanden. Neben Verleumdung ergeht ein Schuldspruch wegen zweifacher falscher Beweisaussage und versuchten Betruges. Die 24jährige zweifache Mutter hatte im Vergewaltigungsprozess versucht, mit ihrer Lügengeschichte 1000 Euro Teilschmerzensgeld zu erschleichen.

Monate vor dem Vergewaltigungsprozess war die Frau bereits wegen falscher Beweisaussage rechtskräftig zu 1000 Euro Strafe verurteilt worden. Edgar Veith, der Anwalt des Mannes, sagt: «Sie hatte behauptet, sie habe nach der angeblichen Vergewaltigung keinen Kontakt mehr zu ihrem <Peiniger> gehabt. Das war gelogen.» Im Prozess habe sie ihre Märchengeschichte fortgesetzt und Teilschmerzensgeld von seinem Mandanten gefordert. Nun ist er endgültig kein Sexualverbrecher und die Verleumderin rechtskräftig verurteilt. 20 Monate Haft, 6 davon unbedingt, findet Veith angemessen. Dem Verleumdungsopfer wurden 10 000 Euro Schadenersatz zugesprochen. (ec)

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