Gedanken zur Energiewende

Leserbrief

Willi Rupper, Zehntenweg 10, Buchs
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Das neue Golf-Club-Haus konnte am 29. April seiner Nutzung übergeben werden. (Bild: PD)

Das neue Golf-Club-Haus konnte am 29. April seiner Nutzung übergeben werden. (Bild: PD)

In der aktuellen Diskussion um das Energiegesetz werden von Gegnern wie Befürwortern unterschiedliche Folgekosten erwähnt. Aber bei keiner ­Gruppe werden die zusätzlichen Kosten durch den Rückbau unserer AKW und der End­lagerung für die nächsten hunderttausend Jahre berücksichtigt. Ihre genaue Berechnung ist unmöglich, aber beim Preis von Atomstrom stimmt die Rechnung langfristig überhaupt nicht. Ist es uns Steuerzahlern bewusst, was wir und künftige Generationen dereinst für unseren heutigen Konsum von billigem Strom wirklich bezahlen müssen? Die Fonds für Rückbau der AKW und Endlagerung werden zu wenig gefüllt, die AKW verscherbeln ihren Strom weiterhin zu Dumpingpreisen. Ihre Preispolitik ist unehrlich, die Atomstrompreise decken nicht die vollen Kosten ab. Mit den Dumpingpreisen behindern sie auch die Förderung von nachhaltigen Energiequellen, welche zu höheren Selbstkosten produzieren. Mit oder ohne Energiewende müssen wir einmal die wahren Kosten tragen und dürfen uns deshalb von der Atomlobby nicht kurzfristig täuschen lassen. Je früher wir die AKW abschalten, desto kleiner ­werden für spätere Generationen die gesamten Kosten. Ob in der aktuellen Debatte die Zahlen von Gegnern oder Befürwortern weniger falsch sind, spielt mir keine Rolle. Für mich sind die langfristigen Gesamtkosten entscheidend, denn ich möchte meinen Enkeln möglichst wenige Hypotheken einer egoistischen Energiepolitik hinterlassen. Und dazu ist eine Energiewende mit sparsamem und nachhaltigem Handeln gefragt.

Lernt der Mensch aus Fehlern der Vergangenheit beim unbedachten Umgang mit Energie? Als in Plons (Gemeinde Mels) noch Erz aus dem Gonzen verhüttet wurde, benötigte man riesige Mengen an Energie – ­damals in Form von Brennholz. Man rodete dafür Wälder bis weit ins Bündnerland hinauf. Die Rechnung bezahlten auch spätere Generationen: Instabile Berghänge gerieten ins Rutschen und der Rhein führte bei Hochwasser be­deutend mehr Geschiebe. Dieses blieb im Flussbett und erhöhte die Überschwemmungsgefahr. Die Kosten von Überschwemmungen und jene der Rheinkorrektur durften dann andere bezahlen.

Willi Rupper, Zehntenweg 10, Buchs