Gamser flog 124 Kilometer weit

Der einheimische Michi Rohner hat die Open Kategorie am achten Chäsi Contests dominiert. Sein 124 Kilometer langer Flug führte ihn bis weit nach Österreich. Deutlich fiel auch der Sieg in der Sparte Fun&Safety aus, wo sich der Zürcher Jörg Bonderer klar durchsetzte.

Drucken
Teilen

GLEITSCHIRMFLIEGEN. Kürzlich fand bei prächtigem Herbstwetter über dem Nebelmeer die Siegerehrung des achten Chäsi Contests statt. Die Aufgabe dieses Anlasses besteht darin, möglichst weite Strecken vom Startplatz Chäserrugg oder Hinterrugg aus mit dem Gleitschirm zu fliegen.

Aufzeichnung mit GPS-Gerät

Der Wettbewerb hat sich mittlerweile etabliert in der lokalen Gleitschirmszene. Hierfür wird jeder Pilot gewertet, der seinen Flug vom Chäserrugg mit einem GPS-Gerät aufzeichnet und anschliessend in ein Streckenflugportal hochlädt. Es gibt zwei Kategorien: Fun&Safety und die Open Klasse. Die Fun&Safety Schirme bieten mehr Sicherheit bei Pilotenfehlern und sind einfacher zu fliegen. In der Open Kategorie werden leistungsstärkere Schirme benutzt, welche höhere Anforderungen an den Piloten stellen.

Klare Sieger

Mit einem sechsstündigen Flug über 82 Kilometer sicherte sich Jörg Bonderer aus Pfäffikon (Zürich) in der Fun&Safety-Kategorie den Sieg. Sein Flug führte ihn zuerst zur Staubernkanzel, von wo er am Gräppelensee vorbei Richtung Speer flog. Nach der Überquerung der Linthebene fand er im Wägital keine Thermik mehr, schliesslich landete er bei Wangen im Kanton Schwyz. Zweiter wurde Michael Frey aus Ebnat-Kappel. Er umrundete im Dreieck die Punkte Altmann, Amden und Gauschla. Diese Stecke ergab bei der Landung in Unterwasser insgesamt knapp 50 Kilometer. Er erreichte öfters Flughöhen von über 3000 Metern, was in der Region rund ums Toggenburg durchaus beachtlich ist. Auf dem dritten Platz in dieser Sparte landete Richi Frey. Seine 46 Kilometer lange Strecke führte ihn den südlich ausgerichteten Bergflanken entlang zum Alvier. Hoch über dem Walensee trug ihn die Thermik zum Selun. Schliesslich rundete er seinen Flug ab, indem er die Gipfel Säntis und den Startplatz Chäserrugg nochmals ansteuerte, ehe er in Nesslau landete.

In der Open Klasse gewann Michi Rohner aus Gams mit einem 124 Kilometer weiten Flug ins benachbarte Österreich. Dem Rätikonmassiv entlang ging es zügig zu den Tiroler Skigebieten Galtür, Ischgl und Serfaus. Auf dem Weg in die Hochalpen des Kaunertals erreichte der Werdenberger Flughöhen von bis zu 4200 Meter über Meer. Nach etwas über vier Stunden landete Rohner in Prutz im Tirol.

Der Reichenburger Vitus Spörri wurde Zweiter. Sein Flug führte ihn vorbei an der Bündner Herrschaft, ins Prättigau bis nach Fanas. Den Falknis überquerend flog er weiter zum Gonzen. Er beendete seinen 80-Kilometer-Flug nach einem Abstecher zu den Churfirsten schliesslich am Walensee. Mit einem 65 Kilometer weiten Flug erreichte der in Unterwasser wohnhafte Peter Sailer den dritten Platz und sorgte dafür, dass zwei lokale Teilnehmer aufs Podest steigen durften. Er flog den Alpsteinklassiker, mit den Wendepunkten Gonzen, Amden und Kronberg zügig ab. Vor der Landung in Stein machte der Obertoggenburger nochmals einen Abstecher zum Chäserrugg. (pd)

Aktuelle Nachrichten