GAMS: Zwei Seelenverwandte – ein Werk

«Lyrik trifft Fotografie» ist der Titel des gemeinsamen Werkes von Elsbeth Maag und Sepp Köppel. Zur Vernissage von Ausstellung und Buch kamen Gäste aus der ganzen Region in die Alte Mühle.

Adi Lippuner
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Elsbeth Maag und Sepp Köppel mit ihrem Gemeinschaftswerk «Von der Durchlässigkeit der Farben, Worte, der Bilder, der Grenzen». (Bild: Adi Lippuner)

Elsbeth Maag und Sepp Köppel mit ihrem Gemeinschaftswerk «Von der Durchlässigkeit der Farben, Worte, der Bilder, der Grenzen». (Bild: Adi Lippuner)

Adi Lippuner

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Zweieinhalb Jahre nach dem ersten Gespräch über eine mögliche künstlerische Zusammenarbeit lag am Freitagabend das 90-seitige Werk «Von der Durchlässigkeit der Farben, der Worte, der Bilder, der Grenzen» vor. Elsbeth Maag, Buchs, Lyrik, und Sepp Köppel, Gams, Fotografie, haben im Laufe ihres langjährigen Schaffens schon zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Doch erst nach einer Begegnung im Mu­seümli, «dem kleinsten Kunstmuseum der Schweiz», wie Raphael Köppel das Kleinmuseum im ehemaligen Generatorenhaus in Buchs, Altendorf, in seiner ­Vernissage-Rede bezeichnete, wurde die Idee zu einem gemeinsamen Werk geboren.

Und so kam es, dass die Lyrikerin und der Fotograf ihre Bildsprache und Sprachbilder zusammenführten. «Dabei haben beide eigenständig gearbeitet und Bestehendes kombiniert,» so Raphael Köppel. «Mit Blick auf das Gemeinschaftswerk ist es erstaunlich, dass sich die beiden nicht schon früher zur Zusammenarbeit entschlossen. Denn beide lieben die Natur, nehmen ihre Umgebung feinfühlig wahr und haben ihren ganz eigenen Stil gefunden.»

Von Blumen bis zu Steinen

Elsbeth Maag widme ihre Sprachbilder den Jahreszeiten, dem Wetter, Himmel, Steinen oder dem Föhn. «Alles Sujets, die auch bei Sepp Köppel eine Rolle spielen. Viele seiner Bilder wirken ­poetisch, vor allem, wenn er die Vergänglichkeit von Blumen ­einfängt. Die Sprachbilder von Elsbeth Maag kommen leichtfüssig daher und sind doch tiefgründig», betonte Raphael Köppel. «Es ist ein stilles Buch, es schreit nicht in die Welt hinaus, macht keinen Lärm, um gehört zu werden, und doch lädt es dazu ein, darin immer wieder zu lesen und die Bilder zu betrachten. Es ist wie Brot, verleidet nie und schmeckt jeden Tag aufs Neue.»

«Verlegen macht dich die Schönheit einer Blume – mit einer müden Geste berührst du dein Gesicht», so einer der Verse aus dem Buch. Oder: «Heute am Rhein gelesen gehört, Steinschrift und Wassersprache, die Formen begriffen, die Formel nicht.» Passend zur Lyrik erfreut sich der Betrachter an Bildern – eine Symbiose von Sprachbildern und Bildsprache.

«Der Geist der Künstler ist spürbar»

Bis ein Buch, wie es in der Alten Mühle präsentiert werden konnte, in seiner ganzen Pracht vorliegt, braucht es einiges an Vorbereitung und Arbeit. Die Gestaltung, das Papier und der Druck mussten bestimmt werden, und nach der Präsentation waren sich die Gäste einig: «Die technische Seite tritt zu Gunsten von Lyrik und Fotografie in den Hintergrund.» Oder um es mit den Worten von Raphael Köppel zu sagen: «Jede Seite erzählt vom Geist der Künstler, von ihrer Liebe zur ­Natur, aber auch von der Demut, mit der sie ihre Passion aus­führen.»

Eine Information gab’s zur Schrift, die im Buch verwendet wird: «Die Adobe Jenson Pro stammt aus dem 15. Jahrhundert, also aus der gleichen Epoche wie die Alte Mühle,» liess Raphael Köppel die Gäste wissen. Nach der Präsentation konnte das Buch vor Ort gekauft werden. Es ist auch über den Bucher Verlag in Hohenems oder im Buchhandel, ISBN 978-3-99018-413-4, erhältlich. Die Ausstellung der Bilder und Lyrik in der Alten Mühle ist am Freitag, 29. September, von 18 bis 22 Uhr, am Samstag, 30. September, von 10 bis 22 Uhr und am Sonntag, 1. Oktober, von ­ 10 bis 19 Uhr geöffnet.