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GAMS: «Zollhaus» schliesst am Ostermontag

Das Restaurant Zollhaus ist in die Jahre gekommen. Bald wird es wohl einem Neubau weichen, sobald dem Bau- bzw. Abrissgesuch grünes Licht erteilt wird von Gemeinde und Kanton.
Das dürfte wohl eines der letzten Bilder vom Ehepaar Kremmel vor dem Restaurant Zollhaus sein. (Bild: Heidy Beyeler)

Das dürfte wohl eines der letzten Bilder vom Ehepaar Kremmel vor dem Restaurant Zollhaus sein. (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

Mit der Schliessung des «Zollhaus» Ende März wird ein weiteres Traditionsrestaurant in der Region seine Türen schliessen. Das Haus ist alt und sanierungsbedürftig. Die Kosten für eine Sanierung wären für die Familie Kremmel wirtschaftlich n icht t ragbar. 1993 kauften Urs und Charlotte Kremmel das Restaurant Zollhaus, das sie seither führen. Nun soll das geschichtsträchtige Haus einem Neubau weichen, ohne Restaurationsbetrieb.
Urs Kremmel sagt rückblickend: «In dem Vierteljahrhundert, während dem wir das Restaurant am Gamserberg betrieben haben, durften wir viele schöne Zeiten erleben.» Unzählige Gäste seien immer wieder gekommen und Freunde geworden. Durch den grossen Einsatz und das Engagement für die Kochkunst entstanden viele Kontakte zu Kollegen – ein berufliches Netzwerk. Diese Kollegschaft wird Kremmel weiterhin pflegen, auch wenn es das «Zollhaus» als Restaurant nicht mehr geben wird. In 25 Jahren hat das Gastgeber-Paar zudem etlichen Lernenden eine Chance gegeben, ihre Zukunft im Gastgewerbe erfolgreich zu gestalten. «Darauf sind wir stolz», sagt Urs Kremmel.

Er werde sicher ab und an noch in einer Restaurantküche stehen, «wenn einer seiner Kollegen einen personellen Engpass hat», versichert Urs Kremmel. Er bleibe dem Verein Gastro Heidiland auch weiterhin als Präsident erhalten. An dieser Stelle im Gespräch ist etwas Wehmut spürbar. «Wir wagen diesen Schritt, da keines unserer beiden Kinder die Nachfolge antreten wollte.»

An Ostermontag-Abend ist definitiv Schluss

Definitiv wird das Restaurant Zollhaus noch bis Ostermontag-Abend, 2. April 2018, betrieben. Dann ist endgültig Schluss. Wer noch Gutscheine vom Zollhaus hat, sollte also unbedingt die verbleibenden drei Wochen nutzen, um diese einzulösen, empfiehlt Urs Kremmel. Er betont, dass es nicht möglich sei, Gutscheine gegen Bargeld einzutauschen. Danach werden Charlotte und Urs Kremmel einiges zu tun haben, um das gesamte Inventar des Restaurants zu veräussern.

Und was passiert nach dem Abbruch des «Zollhaus» mit dem Grundstück? «Die Visiere stehen und das Baugesuch für ein Motel wurde eingereicht», sagt Urs Kremmel. Das Grundstück soll also wieder überbaut werden. Das Ehepaar Kremmel würde eine etwas andere Tätigkeit ausführen und das Motel ohne Restaurationsbetrieb im Bereich Verwaltung/Hausmeister betreuen.

Ehemaliges Wegzoll-Stelle und Bergschule

Der alte Teil des «Zollhauses» ist schätzungsweise 300 Jahre alt. Allerdings stand das alte Haus bis 1833 nicht am heutigen Platz, sondern etwa 300 Meter oberhalb. Es diente bei der Gründung des Kantons St. Gallen als Wegzoll-Einnahmestelle für die Strasse nach Wildhaus. Weil das Haus vom Abrutschen bedroht war, wurde es mit Baumstämmen um 300 Meter auf die andere Strassenseite versetzt. 1837 wurde das Zollhaus als rechtmässige Gaststätte eingetragen. Von 1943 bis 1968 fand die Bergschule im heutigen Mutschensaal des «Zollhaus» Unterschlupf. (bey)

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