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GAMS: Millionenerbin geht eigene Wege

Ein Theater mit Fokus auf Musikalität erlebten die Besucher in der Alten Mühle. Hauptdarstellerin und Sängerin Ute Hoffmann bezirzte das Publikum mit Dissonanzen auf hohem Niveau.
Heidy Beyeler
Ute Hoffmann stellte die Rolle von Florence Foster Jenkins sehr authentisch dar. (Bild: Heidy Beyeler)

Ute Hoffmann stellte die Rolle von Florence Foster Jenkins sehr authentisch dar. (Bild: Heidy Beyeler)

Heidy Beyeler

redaktion@wundo.ch

Am Freitagabend erlebte das Publikum in der Alten Mühle Gams das humorvolle Theater «Souvenir», das eine schöne Portion Tiefgang beinhaltete. Dabei brillierte die Künstlerin Ute Hoffmann aus Bad Ragaz ebenso mit ihren gekonnt gesungenen Dissonanzen wie mit ihrem schauspielerischen Können. Sie schaffte es, dem Publikum mit einem hohen Mass an Authentizität das Gefühl zu vermitteln, die echte Florence Forster Jenkins stehe auf der Bühne.

Die wahre Geschichte der Millionenerbin und angesehenen Mäzenin der klassischen Musik-Szene aus den 1940er-Jahren wurde 2016 verfilmt. Florence Foster Jenkins war derart besessen von der Musik, dass sie sich geradezu aufdrängte, selber als Sängerin aufzutreten in der Carnegie Hall, New York City, obwohl sie hoffnungslos unbegabt war.

Perfekt in die Rolle als zweite Haut geschlüpft

«Das Wichtigste ist die Musik, die man im Kopf hat», soll die unerschütterliche, selbstbewusste und sagenhaft talentfreie Madame Flo gesagt haben. In Stein gemeisselt steht auf ihrem Grabstein: «Die Leute können vielleicht behaupten, dass ich nicht singen kann, aber niemand kann sagen, dass ich nicht gesungen hätte.»

Im Gegensatz zu Florence Foster Jenkins bewies Ute Hoffmann ein ausgesprochenes Talent. Nämlich jenes, in die Haut von Florence zu schlüpfen, sowohl mit ihren prunkvollen Roben, ihrem exaltierten Auftreten wie auch mit ihrem Gesang. Mit hoher Konzentration sang sie zum Erbarmen falsch. Das schaffte die Schauspielerin Hoffmann mit Bravour und amüsierte damit das Publikum in hohem Masse. Die Rolle und vor allem die schiefen Töne hat Ute Hoffmann voll im Griff.

Das erheiterte Publikum liebte die echte Florence trotz schräger Töne. Ebenso ist es Ute Hoffmann in der Alten Mühle Gams ergangen – weil sie eine unvergessliche, herzerwärmende Hommage an eine ganz besondere Gesangslegende bot. Ihre beiden Partner, Pianist Comsé McMoon (In Gams war es Nikolaus Schmid) und der namen- lose, stumme Impressario und musikalische Leiter (Marco Schädler) schützten damals Florence vor schlechter Kritik – wenn immer es ging. Cosmé McMoon entwickelte für die Möchtegern-Sängerin zusehends empathische Empfindungen. Bemerkenswert und schön war auch die gepflegte, elegante und höfliche Sprache, die diesem Theaterstück eine anmutende Ausstrahlung verleiht.

Nach der Vorstellung sagte Ute Hoffmann unumwunden: «Ich fühle mich hier in der Alten Mühle immer wie zu Hause und freue mich vor allem über die gute Akustik sowie die Nähe zum Publikum.» Und sie fügte spontan hinzu: «Wer Lust hat, kann in der Kellerbar noch einen Drink geniessen. Ich komme auch noch dazu.»

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