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GAMS: «Es ist eine Herausforderung, dieses Turnier zu spielen»

Mit einer Wildcard hat die 20-jährige Gianna Gilardi Aufnahme gefunden ins Teilnehmerfeld der VP Bank Ladies Open auf dem Golfplatz Gams-Werdenberg.
Beim Putten lief es Gianna Gilardi in der Samstagsrunde nicht mehr so rund. (Bild: Robert Kucera)

Beim Putten lief es Gianna Gilardi in der Samstagsrunde nicht mehr so rund. (Bild: Robert Kucera)

Robert Kucera

Dass sie kein Lückenfüller ist, untermauerte sie am ersten Turniertag am Freitag, als sie mit einem «Even par» ins Clubhaus zurückkehrte und mit diesem Resultat in der Zwischenwertung sogar oberhalb des so genannten «Cuts» platziert war.
Nach dieser 72er Runde benötigte Gilardi am Samstag für die 18 Löcher aber 82 Schläge und beendete die Ladies Open mit 154 Schlägen (10 über Par) auf Rang 117. Doch sie liess bei ihrer ersten Teilnahme unter anderem die beiden Siegerinnen Linda Henriksson aus Finnland (2017) und Carolina Gonzalez Garcia aus Spanien (2016) hinter sich.

Wildcard für die Juniorentrainerin

Von allen Teilnehmerinnen kennt sie den Werdenberger Golfplatz wohl am besten. Denn Gianna Gilardi ist J+S-Leiterin des Clubs und trainiert den Nachwuchs am Mittwoch- und Freitagnachmittag. Die Zahl der Junioren schätzt sie auf 70. Doch ein Gedränge herrscht selten, «es kommen nicht immer alle ins Training». Sie trainiert die kommenden Golf-Talente sehr gern: «Es macht Spass zu sehen, wie sie weiter kommen, Fortschritte erzielen. Und wenn sie motiviert sind, macht’s sowieso Spass.»
Ihr Job beim Golfclub war letztlich ausschlaggebend, dass sie am Golfturnier mittun durfte. «Da ich hier Trainerin bin, habe ich mitgekriegt, dass es für dieses Turnier auch Wildcards gibt. Durchs Juniorentraining in der Tennishalle Grabs kam ich in Kontakt mit Guido Mätzler, bei ihm habe ich mich beworben.» Dieser Bewerbung legte sie ein Motivationsschreiben bei und musste sich danach in Geduld üben. Denn die Wildcards für die VP Bank Ladies Open werden jeweils einen Monat vor dem Turnier erteilt. Wobei sie von Beginn weg mit ihrer Bewerbung gute Karten in der Hand hielt. «Ich war guter Dinge, und da der Club ein gutes Wort für mich eingelegt hat, habe ich mir schon gedacht, dass es klappt.» Als es soweit war, tat Gilardi dies nicht als Selbstverständlichkeit ab: «Ich habe mich über die fixe Zusage natürlich extrem gefreut. Ich bin so dankbar, dass ich die Wildcard erhalten habe. Das bedeutet mir sehr viel.»
Doch ganz ohne zusätzliche Hindernisse führte der Weg zu den Ladies Open für Gianna Gilardi nicht. «Das war ganz blödes Timing», sagt sie mit einem Schmunzeln. Denn kaum war die Zusage im Haus, reiste sie ab nach London – Sprachaufenthalt vom Geschäft aus. Derzeit absolviert die 20-Jährige ein Praktikum bei einer Bank. «Aber es hat funktioniert, dass ich mein Golfzeug mitnehmen konnte. 20 Minuten von meiner Gastfamilie entfernt, hatte es einen Golfplatz und eine Driving Range.» So konnte sie sich fürs Turnier doch noch sehr gut vorbereiten. Im mentalen Bereich war sie aber schon viel weiter: «Es ist eine Herausforderung, dieses Turnier zu spielen. Ich wollte zwar ein gutes Score erzielen, aber ich versuchte, mir keinen Druck zu machen und es locker zu nehmen.»

An ersten Tag klappte alles, am zweiten ging vieles schief

Besonders nach dem ausgezeichneten Resultat vom Freitag war Lockerheit gefragt. «Ich war am Samstag überhaupt nicht nervös. Ich sagte zu mir: Spiel am zweiten Tag nochmals dein Golf.» Gilardi ist zwar keine Profi-Spielerin wie die meisten ihrer Gegnerinnen an den Ladies Open. Doch sie weiss genau: Egal, wie positiv der erste Tag war, am zweiten kann noch sehr viel passieren. Dass sie dies am eigenen Leib erfahren musste, war natürlich Pech. Von einem Tag auf den anderen benötigte Gianna Gilardi auf den gleichen 18 Löchern zehn Schläge mehr. Als Grund dafür sieht sie das putten. «Am Freitag habe ich die Bälle einfach gelocht. Da hat alles geklappt, das war genial. Diese Runde hat mich mega gefreut.» Tags darauf streiften die Bälle einige Male die Lochumrandung. «Das ist im Golf so», sagt die Juniorentrainerin und zuckt mit den Schultern. «Am einen Tag fallen die Bälle ins Loch, am nächsten Tag halt nicht.» Zudem bekundete sie an ihrem zweiten Wettkampftag Mühe, die Abschläge präzise aufs Fairway zu spielen. «Aber ich gehe trotzdem mit einem positiven Gefühl aus dem Turnier raus. Nur schon, dass ich spielen durfte, war genial. Ich hoffe, dass es nächstes Jahr wieder klappt. Es ist cool, mit den Proetten zuspielen.»
An beiden Tagen war sie mit Eva-Maria Möhwald (Schweiz) und Anastasia Mickan (Deutschland), beide sind Profi-Spielerinnen, unterwegs. «Man redet schon ein bisschen», beschreibt sie das Miteinander. «Aber an einem Profiturnier ist jeder auf sich selbst fokussiert.» Doch
Gianna Gilardi hat es geschätzt, mit zwei deutschsprachigen Golferinnen unterwegs zu sein. «Es ist angenehmer, wenn alle dieselbe Sprache sprechen.» Auf den 36 Löchern mit diesem Duo konnte sie aber keine neuen Eindrücke über das Golfspielen selbst gewinnen. Der Unterschied zu Amateuren liegt in der Fehleranfälligkeit: «Sie trainieren mehr. Deshalb spielen sie konstanter und ruhiger.»


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