GAMS: Doppelter Ueli Schmezer

Am Samstag gastierte Ueli Schmezer in der Alten Mühle. Zuerst sang er für die Kinder, dann folgte am Abend ein Konzert für die Erwachsenen.

Mengia Albertin
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«Mis liebschte Gmües isch Cervelat» – laut singen die Kinder am Konzert von Ueli Schmezer und Band in Gams mit. (Bild: Mengia Albertin)

«Mis liebschte Gmües isch Cervelat» – laut singen die Kinder am Konzert von Ueli Schmezer und Band in Gams mit. (Bild: Mengia Albertin)

Mengia Albertin

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@wundo.ch

«Lueg, de chunnt amel im Fernseh, wenn du scho schlofsch», sagt während des Konzerts eine Mutter zum ihrem Sohn. «Der» ist Ueli Schmezer. Für sein Kinderprogramm «Chinderland» und einem Konzert am Abend mit «MatterLive» reiste er mit Band am Samstag von Bern nach Gams in die Alte Mühle. Am Nachmittag wurde mit den ­jungen Gästen das «Mühle­gespenst» gemeinsam weggesungen und über Gemüse gelästert. Abends gaben die drei ­Musiker neu interpretierte Mani- Matter-Klassiker auf der Bühne zum Besten.

Ueli Schmezer ist den meisten als Moderator und Redaktor aus der Sendung «Kassensturz» im Schweizer Fernsehen bekannt. Erste musikalische Erfolge feierte er aber bereits Mitte der 1980er. Damals als «Jules» mit Liedern wie «I Want You». Die erste CD für Kinder mit dem ­Namen «Chinderland» erschien 2001. Seit damals sind zwei weitere «Chinderland»-Alben entstanden. Die Klassiker «Bagger», «Zoo», «Mis liebschte Gmües isch Cervelat» und «123456sibe» kommen auch an diesem Samstagnachmittag gut bei den Kindern an, und es wird kräftig mitgesungen. Mit ihrer sympathischen Art und Lebensfreude punktet die Band bei Kindern wie auch Erwachsenen.

«Das Meiste ist bei mir Zufall. Ich habe die Kindermusik gemacht und war dann an einer Plattentaufe von zwei akustischen Gitarristen. Da kam mir die Idee, komm, wir machen zusammen Musik, habe die beiden gefragt und los gings.» Mittlerweile hat sich die Formation geändert, die Mani-Matter-Lieder sind geblieben. Als Kind hörte er Mani Matter, das erste auswendig gesungene Lied war «Ds Nünitram». Heute interpretiert er die berndeutschen Chansons neu. 2004 und 2006 brachte er je ein Album heraus und 2009 erschien sein Mundartrock-Album «Himustärnehimu».

«MatterLive» wie auch die Chinderlieder-Band bestehen aus dem Gitarristen Nick Perrin, Michel Poffet am Ukulele-Bass und Kontrabass und Schmezer singt und spielt ebenfalls Gitarre.

«Bei Kindern muss man kämpfen»

Frühere Texte für die Kinderlieder entstanden mit seinem Sohn. Das sei jeweils ganz schnell entstanden. Heute entwachsen die Texte aus dem Alltag. «Vor kurzem habe ich im Bus einer Kita-Gruppe zugehört, die gerade im Zoo war. Ein Kind redete immer vom ‹Gaggi-Monster› im Zoo, und schon war eine neue Idee geboren.» Einige der Lieder sind Covers von englischsprachigen Klassikern wie «Abacadabra» von Steve Miller.

«Die Kinder sind eindeutig das anspruchsvollere Publikum», sagt Schmezer. «Überspitzt gesagt, muss man viel mehr kämpfen.» Denn bei den jüngeren Gästen ist die Aufmerksamkeit schnell nicht mehr vorhanden. Bei «feineren Tönen» sei es am anspruchsvollsten. Da müsse man oft situativ entscheiden und es verlange hohe Konzentration. «Und die Erwachsenen laufen auch nicht einfach aus dem Raum wenn sie keine Lust mehr haben und für ein Konzert bezahlt haben», meint Ueli Schmezer mit einem Lachen im Gesicht. Da könne man gut einfach drauflosspielen.

Oft wird an einem Tag beides kombiniert: nachmittags ein Kinderkonzert, abends dann ein Konzert «für die Grossen». An solch einem anspruchsvollen und vollgepackten Tag brauchen die drei ein feines Znachtessen vom Veranstalter. Ein Schläfchen zwischendurch sei nicht nötig. Das gäbe es dann spätabends oder frühmorgens, wieder zurück in Bern.