GAMS: Blitzschnell zum richtigen Taxi kommen

Erol Kanik und Raphael Hardegger haben zusammen die App «Fahr mit Emil» entwickelt. Damit soll das Buchen eines Taxis in der Region zu jeder Tageszeit ein Kinderspiel sein. Seit knapp zwei Wochen lässt die App sich auf das Smartphone herunterladen.

Mengia Albertin
Drucken
Teilen
Die beiden innovativen jungen Männer, Erol Kanik (links) und Raphael Hardegger, kennen sich bereits seit ihrer Kindheit. (Bild: Mengia Albertin)

Die beiden innovativen jungen Männer, Erol Kanik (links) und Raphael Hardegger, kennen sich bereits seit ihrer Kindheit. (Bild: Mengia Albertin)

Mengia Albertin

mengia.albertin@wundo.ch

Nach dem Ausgang müde per Telefon ein Taxi bestellen, die angegebenen 15 Minuten warten und nach einer halben Stunde langsam, aber sicher stutzig werden, bis man frustriert realisiert, dass sich wohl ein anderer den bestellten Fahrdienst geschnappt hat: Solche Vorfälle sollen mit der neuen App «Fahr mit Emil» von Erol Kanik und Raphael Hardegger in unserer Region nicht mehr geschehen. Die zwei Gamser haben eine App entwickelt, die für Fahrer und Gast die Taxifahrt erleichtern soll.

Die beiden alten Freunde setzten sich eines Nachmittags in ein Café und sammelten ihre Ideen für ein gemeinsames Projekt. Einstimmig wurde dann entschieden: «Es muss eine vernünftige Taxi-App für unsere Region her.» Die Idee kommt nicht von ungefähr: Die 23-Jährigen waren zusammen in Rom in den Ferien. Genau zu diesem Zeitpunkt streikten sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel und die beiden kamen in der grossen Stadt kaum vom Fleck. «Vor den Taxiständen waren ellenlange Schlangen», erinnern sie sich. Sie nutzten deshalb die App «Uber». Damit können per Knopfdruck Fahrmöglichkeiten an einen Standort geordert werden. Die jungen Männer waren von dieser unkomplizierten Idee sofort begeistert. Denn nebst seinem Studium fuhr Raphael Hardegger Taxi in der Region. Er kennt also sowohl die Tücken für die Fahrer als auch jene für den Gast.

Transparenz dank Infos zu Marke, Farbe und Fahrer

Oft verstehen die Fahrer kaum den Namen eines Gastes, die Zentrale muss ein freies Taxi finden und organisieren. Es kann mühsam sein, den Standort oder den richtigen Fahrgast zu finden. «Gerade an der Melser Fasnacht zum Beispiel ist es extrem mühsam, den Standort, aber auch die Leute zu finden. Da kann ein bestelltes Taxi vor der Nase weggeschnappt werden», erzählt Hard-egger. In der App «Fahr mit Emil» fällt die Anonymität weg. Möchte man ein Taxi bestellen, muss lediglich das Ziel angegeben werden. Dank des Ortungsdienstes auf dem Smartphone wird der Standort ermittelt und die potenziellen Kosten angegeben. Wird das Taxi dann bestellt, erscheinen für den Fahrgast Marke, Modell und Farbe des Taxis und Informationen zum Fahrer und der Wartezeit. Der Chauffeur wiederum erhält den genauen Standort, Name und Telefonnummer des Fahrgastes.

Auf den Namen Emil sind die beiden übrigens gekommen, weil sie sich unter einem Emil einen gemütlichen, älteren, redseligen und zuverlässigen Taxifahrer vorstellen. Beim Erstellen der App war Erol Kanik und Raphael Hardegger eine einfache Handhabung für Fahrer und Fahrgast wichtig. Sie soll von allen Altersgruppen zu jeder Tages- und Nachtzeit von St. Gallen, nach Liechtenstein bis ins Sarganserland genutzt werden können. Mittelfristig soll die App auch in weiteren Regionen nutzbar sein.

Es handelt sich bei den Fahrern um ausgebildete Taxichauffeure. Sie müssen sich an die Ruhezeitverordnungen und weitere Gesetze für die Sicherheit von Fahrer und Gast halten. Bisher sind die Unternehmen Buchser Taxi, Taxi Beck Vaduz, Taxi Fluor Sargans und Taxi Frosch St. Gallen in der App verfügbar. Seit zwei Wochen ist «Fahr mit Emil» im App-Store für die Betriebssysteme Android und iOs erhältlich.

«So etwas zu machen braucht Mut und Vertrauen»

Die zwei innovativen Köpfe sind überzeugt, dass ihr Programm bei Taxinutzern ankommt. «Wir haben viel in die Idee investiert und hoffen, dass etwas zurückkommt.» Seit kurzem gibt es eine ähnliche App des Taxiverbandes Taxisuisse. «Wir sehen darin im Moment zwar eine Konkurrenz, aber die App konzentriert sich auf die Städte», sagen die zwei. Idee und Konzept hatten die beiden schon im Vorhinein umgesetzt. «Fahr mit Emil» wurde von einem Entwicklungsteam in eine App gepackt.

Raphael Hardegger schliesst gerade sein Studium der Systemtechnik mit der Fachrichtung Maschinenbau ab. Erol Kanik bildete sich nach seiner Ausbildung zum Informatiker an einer höheren Fachschule zum Techniker mit Schwerpunkt Informatik aus. «Es braucht schon Mut und Vertrauen, so etwas mit einem Kollegen auf die Beine zu stellen», sagt Kanik. «Aber wir kennen uns schon ewig und haben da keine Bedenken. Raphael ist der Perfektionist und ich dafür eher der Mann fürs Grobe, das passt ganz gut.»