GAMS: Auf der Roslenalp «aufgewachsen»

Schon als kleines Kind war Andreas Weber stets in den Bergen – vor allem im Alpstein. Daran hat sich auch später nichts geändert. Sein Amt als Rettungschef der Rettungskolonne Sax hat er nun nach 19 Jahren abgegeben.

Heini Schwendener
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Eigentlich wollte der Gamser Andreas Weber etwa zehn Jahre Rettungschef sein, letztlich sind fast 20 Jahre daraus geworden.

Eigentlich wollte der Gamser Andreas Weber etwa zehn Jahre Rettungschef sein, letztlich sind fast 20 Jahre daraus geworden.

Heini Schwendener

heini.schwendener@wundo.ch

Wer in unserer Region wandert oder klettert, Skitouren oder Canyoning macht, Mountainbike fährt oder sonst einer Aktivität in den Bergen nachgeht und dabei in eine ernsthafte Notsituation gerät, kann aufatmen, wenn er rechtzeitig von den Retterinnen und Rettern in ihren gelb-schwarzen Jacken geborgen und in ärztliche Obhut übergeben wird.

Andreas Weber, ein Informatiker TS aus Gams, ist einer von rund 3000 Männern und Frauen der Alpinen Rettung Schweiz (ARS). Mit 14 Jahren hat Weber seinen ersten Rettungskurs besucht, inzwischen kann er auf Hunderte von Ausbildungsstunden zurückblicken.

Andreas Weber bleibt der Rettungskolonne erhalten

In den vergangen 19 Jahren war Andreas Weber Rettungschef der Rettungskolonne Sax. Im Februar hat der 50-jährige Gamser sein Amt an seinen Nachfolger Rico Heeb aus Lienz übergeben. Weber bleibt seinen Kameraden in der Rettungskolonne aber treu, als Rettungschef Stv. und als Einsatzleiter, wenn einmal der Chef und der Obmann nicht abkömmlich sind.

Als Klein Andreas drei Jahre alt war, sind seine Eltern nach Gams gezogen. Die Liebe zu den Bergen wurde ihm sozusagen in die Wiege gelegt. Schnell schloss sich sein Vater der Rettungskolonne Sax an, die mit der Roslen-alphütte nordöstlich hinter den Kreuzbergen über ein Materialdepot direkt in den Bergen verfügt. Soweit er sich zurückerinnern kann, verbrachte die Familie unzählige Wochenenden auf der Roslenalp, «ich bin da sozusagen aufgewachsen». Sein Weg zum Bergretter war damit vorgespurt.

Weber hat in über drei Jahrzehnten als Bergretter und später als Rettungschef eine tolle Zeit erlebt, die geprägt war von grosser Kameradschaft innerhalb der Rettungskolonne. Es gab viele Momenten der Freude, wenn Vermisste gefunden und geborgen werden konnten. Es gab aber auch traurige Momente, wenn eine gesuchte Person nur noch tot geborgen werden konnte.

Die Alpine Rettung Schweiz, zu der die Rettungskolonne Sax gehört, ist eine selbstständige, gemeinnützige Stiftung, die ­getragen wird durch die Rega und den Schweizer Alpen-Club (SAC). Die ARS ist zuständig für terrestrische Bergrettung und unterstützt auch die Rettung aus der Luft. Sie leistet Einsätze für alle in Not geratenen und hilfsbedürftigen Menschen.

Der Erfolg der terrestrischen Rettung beruht auf dem Einsatz erprobter Fachkräfte, die als Team optimal zusammenarbeiten. Davon weiss Weber viel zu erzählen, auch darüber, dass Retten bei der ARS höchstens eine Berufung, aber kein Beruf ist.