FUSSBALL: «Nehmen die Herausforderung an»

Als Abenteuer sieht der FC Buchs die Saison nicht. Die Spielzeit in der 2. Liga interregional will die erste Mannschaft positiv gestalten und im besten Fall nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Trainer Francesco Clemente ist vom Potenzial seiner Crew überzeugt.

Robert Kucera
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FC-Buchs-Spielertrainer Francesco Clemente (rechts) macht seinen Stürmerkollegen ordentlich Druck, glaubt aber, dass er häufiger auf der Bank anzutreffen ist als auf dem Spielfeld. (Bild: Robert Kucera)

FC-Buchs-Spielertrainer Francesco Clemente (rechts) macht seinen Stürmerkollegen ordentlich Druck, glaubt aber, dass er häufiger auf der Bank anzutreffen ist als auf dem Spielfeld. (Bild: Robert Kucera)

Robert Kucera

robert.kucera@wundo.ch

«Wir sind erstmals in der Vereinsgeschichte aufgestiegen und habe es auch genossen. Aber wir sind aufgestiegen, um oben zu bleiben», so die klaren Worte vom Buchser Spielertrainer Francesco «Cecco» Clemente. Zum Plausch eine Liga höher zu spielen, kommt nicht in Frage. «Wir geben weiter Vollgas, wie wir es in den letzten fünf Jahren gemacht haben, und nehmen die Herausforderung an.» Das Ziel heisst demnach Ligaerhalt. Doch der Trainer ist überzeugt davon, dass seine Truppe das Potenzial zu mehr hat: Die Augen sollen, betrachtet man die Rangliste, demnach nicht nach unten, sondern nach oben gerichtet sein. Der FC Buchs will sich in der interregionalen 2. Liga durch- setzen und auch in den nächsten Jahren hier spielen.

Auch wenn «Cecco» sagt, dass seine Mannschaft in jedem Spiel, jedem Gegner Paroli bieten könne, geht der Fussballclub die neue Liga nicht blauäugig an. «Es wird eine harte Saison», meint Clemente. Die Interregio sei sehr ausgeglichen, die Teams spielstark. Und der FC Buchs hatte diesen Sommer nur zwei Vorbereitungsspiele, die man zählen darf. «Das ist nicht optimal», so der Trainer, der gerne mehr Vergleichsspiele ausgetragen hätte. So holt sich das Team den letzten Schliff halt im Training.

Das spielerische Element kommt Buchs entgegen

Francesco Clemente zeigt aber in mehreren Punkten auf, weshalb die Saison 2017/18 aus Buchser Sicht erfolgreich werden kann. «Es wird uns entgegenkommen, dass wir nicht die ganze Zeit das Spiel machen müssen wie in der 2. Liga.» Aus der Aussenseiter- rolle heraus kann der FC Buchs versuchen, mit Konterfussball zu Punkten zu kommen. «Deshalb haben wir rasches Umschalten von Defensive auf Offensive trainiert. Kompakt stehen, bei Balleroberung rasch nach vorne gehen, unsere gefährlichen Offensivspieler richtig einsetzen.»

Der Spielertrainer meint zudem, dass der Ligaerhalt in der 2. Liga interregional für Buchs einfacher zu bewerkstelligen sei, als in der regionalen 2. Liga den ersten Platz zu erobern. «Es wird uns entgegenkommen, dass die Spiele mehr auf spielerischer Ebene ausgetragen werden als über den Kampf», so Clemente. Der FCB kann, wie in den letzten Saisons fast ausschliesslich praktiziert, auch eine Liga höher das Spieldiktat an sich reissen, Ball und Gegner laufen lassen, mit seinen spielerischen Möglichkeiten den Erfolg suchen. Das will nun aber nicht heissen, dass die Buchser dem Kampf auf dem Spielfeld entsagen. «Kampf braucht man in jeder Liga. Ohne Kampf geht gar nichts.»

Dass die Vorbereitungszeit kurz war und nicht optimal verlief, will der Spielertrainer nicht überbewerten. Er weiss, dass es anderen Teams diesbezüglich nicht besser ergeht. Doch einen Vorteil hat er auf seiner Seite: Der Kader hat keine Veränderungen erfahren. «Wir kennen uns gut und noch wichtiger: ich als Trainer kenne die Mannschaft.» Weiter in die Waagschale kann «Cecco» den Teamgeist werfen. Der Buchser Zusammenhalt hat schon manchen Konkurrenten beeindruckt. «Wir können auch gemeinsam durch ein Tief gehen und darauf reagieren», sagt der Spielertrainer und verweist auch auf den mentalen Faktor: «Ich glaube, dass wir in der letzten Saison, als wir unter Druck standen, jedes Spiel gewinnen zu müssen, mental stärker geworden sind.»

Fehler werden nun schneller bestraft

Doch alle Stärken verpuffen, wenn die Buchser Spieler die mahnenden Worte ihres Trainers ausser Acht lassen. «Ich habe mein Team darauf aufmerksam gemacht, dass es in dieser Liga kleine Details sind, die ein Spiel entscheiden können.» Als Beispiel nennt Francesco Clemente Passqualität und Ballverluste in der zentralen Zone. Auf dieser Stufe werden Fehler schneller bestraft. «Und vorne kriegen wir nicht mehr so viele Torchancen wie noch letztes Jahr», sagt der Spielertrainer.

Zum sicheren Ligaerhalt benötigt der FC Buchs folglich eine gute Effizienz im Torabschluss. Und einen Francesco Clemente in Topform? «Mit dem Alter werde ich sicher nicht besser und fitter», so der Buchser Trainer. Er gibt zwar in jedem Training Vollgas, macht seinen Teamkollegen ordentlich Druck. «Ich denke aber, dass wir vorne gut besetzt sind, so dass ich auf der Trainerbank hilfreicher bin als auf dem Platz.» Er wird, wenn alle gesund sind, die Jokerrolle innehaben. «Wenn es mich braucht, werde ich, wie alle im Kader, parat sein.»