FUSSBALL: «Liegt Abfall herum, stört mich das nicht»

Seit 16 Jahren, also vom ersten Werdenberger Fussballcamp weg, ist Peter Christoffel als Superhelfer dabei. Er bezeichnet sich als Allrounder, der überall hilft, wo er gebraucht wird. Vergleichsweise neu im Team, aber immerhin seit vier Jahren, ist Ivan Eugster.

Robert Kucera
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Erfahrene Camp-Teilnehmer packen schon am Sonntag an und füllen die Rucksäcke der Kinder: Peter Christoffel (links) ist von Anfang an dabei und bestreitet heuer sein letztes Werdenberger Fussballcamp, Ivan Eugster ist seit vier Jahren der Sportliche Leiter. (Bilder: Robert Kucera)

Erfahrene Camp-Teilnehmer packen schon am Sonntag an und füllen die Rucksäcke der Kinder: Peter Christoffel (links) ist von Anfang an dabei und bestreitet heuer sein letztes Werdenberger Fussballcamp, Ivan Eugster ist seit vier Jahren der Sportliche Leiter. (Bilder: Robert Kucera)

Robert Kucera

robert.kucera@wundo.ch

Ein Mann der ersten Stunde gibt heuer am Werdenberger Fussballcamp seine Abschiedsvor- stellung. In seiner Funktion als Superhelfer hat der Buchser Peter Christoffel 16 Jahre lang dazu beigetragen, dass das Camp einen guten Ruf besitzt. «Es war eine tolle Zeit, aber lange genug. In drei Jahren bin ich 70, es ist Zeit zum Aufhören», sagt er. Der Superhelfer ist gemäss ihm der Mann für alles. «Man darf sich nicht scheuen, auch mal Dreck zusammenzunehmen.»

Er hilft am Sonntag vor dem Camp beim Bepacken der Rucksäcke, wo die Teilnehmer dann ihre Shirts, Hosen, Caps, Bidons und so weiter finden. Ausserdem hilft er in der Küche, macht Kommissionen, «alles was gerade anfällt». Christoffel dreht, wenn die Teilnehmer bereits zu Hause sind, auf dem Gelände seine Runden. Das Ziel: Die Anlage wieder so zu säubern, wie man sie am Morgen vorgefunden hat. «Liegt Abfall herum, stört mich das nicht», erklärt er.

Blickt er auf die Anfänge zurück, fällt ihm eines besonders auf: «Die grösste Veränderung ist der Luxus und dass das Camp viel grösser geworden ist.» Mit Luxus meint er die Infrastruktur auf der Sportanlage Rheinau in Buchs, die in den letzten 16 Jahren neue Duschen mit Kabinen «und vor allem eine Küche» erhalten hat. «Früher war auch der Aufwand, mit 130, 140 Kinder weniger gross», sagt Peter Christoffel. Besonders den Trainern will er ein Kränzchen winden: «Die haben 14 Leute in ihrer Gruppe. Das ist kein Schleck, alle bei Laune zu halten.» Der schönste Augenblick für ihn ist es, zuzusehen, wie glücklich die Kinder sind, wenn sie ihre Leibchen anziehen dürfen und am Spiel mit dem Ball eine Riesenfreude haben.

«Läuft das Training, ist dies mein freudigster Moment»

Zum vierten Mal dabei ist der Seveler D-Junioren-Trainer Ivan Eugster. Doch er betreut während des Werdenberger Fussballcamps nicht etwa eine Gruppe Kinder, sondern die grosse Anzahl Trainer. Als Sportlicher Leiter stellt Eugster die Trainingsübungen zusammen, wobei er nicht unerwähnt lässt, dass hierfür das Rad nicht neu erfunden werden müsse. «Die Übungen haben sich in den letzten Jahren bewährt. Man kann ein neues Element mal reinnehmen. Doch ansonsten trainieren die Kinder dieselben Sachen, wie schon zu Anfangszeiten des Camps», hält Eugster fest. Er bietet zudem die Trainer auf, erstellt den Einsatzplan für sie – in der Regel stehen sie nur ein bis drei Tage zur Verfügung – und hält den Kontakt zur Heilpädagogischen Schule Trübbach, die auch heuer mit einem stolzen Aufgebot das Fussballcamp bereichert.

Der Ablauf mit den Trainings verläuft im Übrigen reibungslos. Wie wenn der Sportliche Leiter dies mit den Trainer geübt hätte. Doch in Wahrheit erhalten die Trainer etwa sechs Wochen vor dem Camp eine vollständige Dokumentation, das Studieren der Übungen erfolgt selbstständig. «Jeder Trainer macht das ganze Trainingsprogramm, kennt also sämtliche 14 Übungsteile», erklärt Eugster den Ablauf. Er lässt nicht unerwähnt, dass man den Trainern gewisse Freiheiten erlaubt, bei einer Übung was anders zu machen. «Aber das Grobkonzept, wie Schusstraining, 1:1-Situationen oder Tricks, ist vorgegeben. Er selbst ist jeweils am Morgen auf dem Camp-Gelände, instruiert die Trainer. Er hilft ausserdem an den Turnieren mit und räumt am Abend auf. Am Donnerstag schlüpft er beim Torhütertraining gleich selber in die Trainerrolle.

Als seine persönliche Erlösung nennt er den Montagnachmittag, wenn alle Kinder umgezogen sind. «Läuft das Training, ist dies mein freudigster Moment. Dann kann man sagen, dass die Arbeit getan ist.» Doch das Wichtigste aus seiner Sicht ist: «Wenn es am Freitag heisst, dass es keine Unfälle gegeben hat.»