FUSSBALL: Klarer Erfolg im Cupfinal

Der Super-League-Abstieg hinderte den FC Vaduz nicht daran, Frustbewältigung in Form des Cupsiegs zu machen. Auch nächste Saison spielt der FCV «europäisch».

Ernst Hasler
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Der FC Vaduz bezwingt im Liechtensteiner Cupfinal den USV Eschen/Mauren mit 5:1 und realisiert seinen 45. Cupsieg. (Bild: Eddy Risch)

Der FC Vaduz bezwingt im Liechtensteiner Cupfinal den USV Eschen/Mauren mit 5:1 und realisiert seinen 45. Cupsieg. (Bild: Eddy Risch)

Ernst Hasler

ehasler@medienhaus.li

Die Zähne ausbeissen, möglichst lange die Null halten, hatte der Trainer des USV Eschen/Mauren, Oliver Ofentausek, als Strategie herausgegeben, doch nach 40 Sekunden zappelte das Leder erstmals im USV-Tor: Turkes köpfelte eine Mathys-Flanke ins rechte obere Eck (0:1). Die Zuordnung in der USV-Abwehr passte keineswegs. Zudem sorgte der frühe Treffer für eine Art Stimmungsbrecher. Nach einem Zarate-Pass in die Tiefe lief Torhüter Antic zögerlich aus dem Kasten, Turkes behielt die Übersicht, düpierte Thöni und schob ein (0:2). Doch die Sache war damit noch nicht gelaufen, denn der USV fand zurück: Coppola setzte nach einem verlorenen Ball gegen Bühler nach, der Pressball landete bei Pola, der ins lange Eck traf (1:2). Damit kehrte die Spannung zurück. Mathys scheiterte solo an Antic (33.) und der USV besass sogar die Ausgleichschance. Polas Schlenzer fiel zu harmlos aus (36.), der Bärtsch-Volley landete überhastet neben dem Tor (38.) und einen Coppola-Knaller bändigte Siegrist mit der Faust (41.). Vor dem Halbzeitpfiff stellte der Favorit wieder den Zweitore-Vorsprung her: Ein Göppel-Zuspiel jagte Muntwiler aus 20 Metern aufs Tor, der Ball landete von Thöni leicht abgelenkt im linken Eck (1:3).

Obwohl der USV früh in Rückstand geraten war, reagierte er in der Startphase heftig, spielte zielstrebig nach vorne und suchte jede Möglichkeit, um zum Abschluss zu kommen. Bärtsch hatte Siegrist mit einem Hinterhaltschuss geprüft (2.), Fässler traf in günstiger Abschlussposition den Ball nicht ideal (7.) und Sekunden später hatte Coppola seinen Schuss verzogen. Nach zehn Minuten hatte der Favorit unter der Führung des Dreiermittelfeldes Kukuruzovic, Muntwiler und Ciccone die Kontrolle des Spiels übernommen.

Nach FCV-Doppelschlag war das Finale gelaufen

In der zweiten Halbzeit besass Kieber die Chance zum Anschlusstor, er jagte den Volley überhastet neben das Tor (46.), stattdessen setzte der FCV den Dolchstoss: Turkes köpfelte eine Zarate-Flanke aus spitzem Winkel ins lange Eck; Sele hatte die Flanke falsch eingeschätzt (1:4). Das Prädikat sehenswert verdiente schliesslich die endgültige Entscheidung: Ein Thöni-Fehlpass landete bei Kukuruzovic, der überwand Antic mit einem Lob aus 50 Metern (1:5). Nach der Entscheidung agierte der USV fehleranfällig im Spielaufbau, lief etliche Male in Konter. Zarate (59.) und Mathys (81.) scheiterten an Antic (59.), Turkes kam ein Schritt zu spät (64.) und zu guter Letzt verfehlte Felfeld aus nächster Nähe das Tor (89.). Der USV bemühte sich redlich, ein Bärtsch-Rückzieher fiel zu zentral aus (70.), Pola brachte bei einer weiteren Möglichkeit den Ball nicht unter Kontrolle (79.) und ein Knuth-Abschluss erwies sich als Schüsschen (88.). Der USV konnte nach dem Doppelschlag keine reelle Torgefahr erzeugen; es fehlten längst die zwingenden Offensivaktionen. Der FCV ging die Aufgabe sehr konzentriert an und erzielte die Tore in psychologisch günstigen Momenten: Es handelte sich um eine Art Genickschläge für den Unterklassigen, der vor allem in der ersten Halbzeit viel Moral gezeigt hatte.