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FUSSBALL: Kein Spiel ohne Schiedsrichter

Am Osterwochenende dürfen auch die regionalen Mannschaften wieder ins Wettkampfgeschehen eingreifen. Im Fokus stehen Aufstiegskandidaten und jene, die noch um den Ligaerhalt bangen. Doch die wichtigste Person überhaupt geht zu oft vergessen.
Robert Kucera
Arbitriert seit 2002: Memo Ljatifi vom FC Buchs. (Bild: PD)

Arbitriert seit 2002: Memo Ljatifi vom FC Buchs. (Bild: PD)

Robert Kucera

robert.kucera@wundo.ch

Clevere Trainer mit der zündenden Idee einer taktischen Variante zur richtigen Zeit, magistral agierende Torhüter, welche einen so genannt unhaltbaren Ball behändigen oder der Topskorer, der kaltschnäuzig die sich bietenden Chancen ausnützt – sie alle sind die Helden ihres regionalen Fussballclubs, wenn das Ziel erreicht wird. Dabei wird eine Tatsache gerne unter den Tisch gekehrt: Sie alle hätten spielfreie Wochenenden, wenn es diese eine Person auf dem Spielfeld nicht gäbe.

Ihr Job ist es, zu pfeifen – vielfach ist es aber umgekehrt, dass diese Person bei einem Fehler ausgepfiffen wird und nicht etwa der Trainer, der sein Team falsch eingestellt hat, der Torhüter, der einen so genannt haltbaren Treffer kassiert oder der Topskorer, der das leere Tor nicht trifft.

«Fair und notwendig, eine solche Regel aufzustellen»

Pro zwei gemeldete Elfer-Teams muss jeder Fussballclub eine solche Person, welche das Amt als Schiedsrichter ausübt, stellen. Eine Last für Vereine? Durchaus. Doch eine zwingende Pflicht, wie der Schiedsrichter-Verantwortliche des FC Sevelen, Silas Benz, formuliert: «In Anbetracht dessen, dass kein Spiel ohne Schiedsrichter stattfinden kann, finde ich es fair und auch notwendig, eine solche Regel aufzustellen.»

Die drei regionalen Fussballvereine, der FC Buchs, der FC Grabs und der FC Sevelen, dürfen sich glücklich schätzen, auf die Rückrunde hin keine Schwierigkeiten zu haben, Elfer-Mannschaften zu melden. «Momentan sind wir vier Schiedsrichter. Dies ist sogar ein Schiedsrichter mehr, als wir aktuell benötigen», sagt Memo Ljatifi, Schiedsrichter-Verantwortlicher des FC Buchs. «Wir haben genug Schiedsrichter», zeigt sich auch sein Kollege vom FC Grabs, Pascal Benz, erfreut. «Für die Rückrunde haben wir zwei Schiedsrichter, die für uns zählen. Dies reicht für die Anzahl gemeldeter Mannschaften aus», meint Silas Benz.

«Wir laufen mit offenen Augen durch die Welt»

Doch der Ist-Zustand an Spielführern ist oft trügerisch, wie der Seveler Schiedsrichter-Verantwortliche weiter festhält: «Da der dritte Schiedsrichter nun ein politisches Amt übernimmt, könnte es ab der kommenden Saison knapp werden. Wir sind deshalb ständig auf der Suche nach neuen Schiedsrichtern.» Doch auch ohne Not herrscht bei den Vereinen diesbezüglich kein Stillstand. «Wir sind das ganze Jahr laufend auf der Suche», sagt der Grabser Referee Pascal Benz. Sein Buchser Schiedsrichter- Kollege Memo Ljatifi, der seit 2002 Spiele leitet, bestätigt dies: «Wir laufen mit offenen Augen durch die Welt und machen meist Werbung per Mundpropaganda.» Wie Ljatifi weiter ausführt, strebt der FC Buchs an, einen jungen, motivierten Nachwuchsschiedsrichter zu finden.

In jüngster Vergangenheit musste keiner dieser Vereine wegen Schiedsrichtermangel ein Team zurück ziehen. Wo diese Gefahr aber droht, wird man erfinderisch. Es gibt Vereine, die auswärtigen Refeeres den roten Teppich auslegen und sich das was kosten lassen. Eine Methode, von der sich das Trio klar distanziert. «Für jeden Schiedsrichter werden hohe finanzielle Mittel sowie viel Zeit investiert. Wenn dieser dann abgeworben wird, entsteht zwangläufig ein Schaden für den FC», so Ljatifi. Mit dieser Unsitte kamen aber weder Buchs, Grabs noch Sevelen je in Berührung.

«Die Bereitschaft, im Verein mitzuhelfen, nimmt ab»

Überraschenderweise ist es aber nicht der allfällige Ärger auf dem Spielfeld, der abschreckend auf dieses Amt wirkt. «Die Bereitschaft, im Verein mitzuhelfen, nimmt ab», sagt Pascal Benz. «Das Freizeitangebot ist grösser geworden und die Jungen wollen lieber spielen als Schiedsrichter sein.» Und jene, welche die Aktivkarriere abgeschlossen haben, erfreuen sich den frei gewordenen Wochenenden.

Um neue Kräfte zu mobilisieren, ist der FC Grabs, wie Pascal Benz erklärt, in den sozialen Medien aktiv. Ausserdem wird schon bei Junioren-Teams das Amt des Schiedsrichters schmackhaft gemacht. «Wir werben aktuell auf unserer Homepage dafür und sprechen auch ehemalige Aktive an», erläutert Silas Benz die Seveler Rekrutierung. Doch ebenso wichtig ist es, die bestehenden Kräfte zu halten, wie Memo Ljatifi sagt: «Wir pflegen eine gute Kameradschaft unter den Schiedsrichtern und kennen uns sehr gut. Die Identifikation mit dem Verein ist sehr wichtig. Jeder Schiedsrichter wird auch individuell mit Rat und Tat gefördert, wo es gebraucht wird.»

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