FUSSBALL: Kalte Zehen inklusive

Der FC Thurbord hat am vergangenen Freitag zum zweiten Mal zu einem Snow-Soccer-Turnier eingeladen. 26 Teams erwiesen sich als kälteresistent.

Beatrice Bollhalder
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Fussball auf weissem Untergrund: Snow Soccer hat seinen Reiz – und seine Tücken. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Fussball auf weissem Untergrund: Snow Soccer hat seinen Reiz – und seine Tücken. (Bild: Beatrice Bollhalder)

Beatrice Bollhalder

Klirrend kalt war es am Freitag in der ganzen Schweiz. Jeder, der es einrichten konnte, blieb an diesem Tag zu Hause in der warmen Stube. In Alt St. Johann wurde aber um 18 Uhr zum Snow Soccer angepfiffen. Ganze 26 Teams zu je vier Mitspielern haben der Kälte getrotzt und liessen sich kaum etwas anmerken, bei diesen Temperaturen zu einem Fussballspiel anzutreten.

Wer konnte, zog sich aber ein paar Schichten mehr als sonst an. Das neunminütige Spiel auf dem kalten Schnee, viele kickten trotzdem in den normalen «Tschuttschuhen», hinterliess eisig kalte Zehen. Und so mancher entledigte sich nach einem der Spiele schnell der kalten Schuhe und massierte seine Zehen minutenlang, bis sie wieder spürbar wurden.

Wer verkleidet am Turnier antrat, hatte es, wie etwa die «Gummibären», etwas einfacher. Da konnten ohne aufzufallen weitere Kleiderschichten unter der letzten Hülle versteckt werden. Ob man dann allerdings noch so wendig war, um dem Ball im Schnee nachzujagen, war eine andere Frage. Auch die «Heiligen Drei Könige» – in diesem Fall brachten sie, um dem Turnierreglement zu entsprechen, noch einen «Kollegen» mit – kickten auf einem der drei schneebedeckten Fussballfelder mit. Und auch sie wechselten nach dem Spiel schnell in die beheizten Räume, um sich innerlich und äusserlich aufwärmen zu können.

Erst Kunstschnee, dann trat auch Frau Holle in Aktion

Wie kam aber der FC Thurbord dazu, diesen Anlass, der während einiger Jahre von einer Gruppe Bekannter in Unterwasser ausgetragen worden ist, auszurichten? Präsident Ruedi Looser erklärt, dass man von den früheren Organisatoren angefragt worden sei. Da man die ganze Infrastruktur und auch die Unterlagen übernehmen durfte, habe man sich dies nicht zweimal überlegen müssen. «Wir haben früher jeweils ein Fest ausgerichtet, um etwas Geld für die Unterstützung des Nachwuchses zu erwirtschaften», begründet der Ebnat-Kappler. «Dieser Anlass kommt unserem Sport, dem Fussball, aber näher. Da konnten wir uns schnell dafür entscheiden.» Helfer habe man jeweils genug, führt Looser aus, da jedes Mitglied gerne mithelfe.

In diesem Jahr hätte man aber im Gegensatz zum Vorjahr nicht auf Schneehaufen im Dorf zurückgreifen können, sinniert Ruedi Looser. An Neujahr habe man sich dann nach der Benutzung einer Schneekanone erkundigt und grünes Licht erhalten. Während drei Nächten wurde dann der Fussballplatz im Weiher beschneit. Der Schneeberg musste anschliessend in Handarbeit verteilt werden, damit man drei Snow-Soccer-Felder einrichten konnte. Und just vor Turnierbeginn liess Frau Holle die Schneeflocken tanzen und sorgte damit dafür, dass der Obertoggenburger Anlass auch fürs Auge optimiert werden konnte.

Gewonnen haben in der Kategorie Herren «Söhne Kirchbergs» vor «Steinergoofe» und «Meinrad deinrad». In der Sie+Er-Kategorie hiessen die Sieger «FC Lieberampool», gefolgt von «To&Co» und «SSC Toggenburg».