FUSSBALL: Fair Play zahlt sich aus

Die Regionalmeisterschaft geht in die vorletzte Runde. Aus der Region sind vier Teams auf Punkte angewiesen. Ganz andere Punkte können jetzt aber entscheidend sein.

Robert Kucera
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Vergebene Liebesmüh: Die Buchser und insbesondere Topskorer Kevin Rohrer sind diese Saison nur schwer zu stoppen. (Bild: Robert Kucera)

Vergebene Liebesmüh: Die Buchser und insbesondere Topskorer Kevin Rohrer sind diese Saison nur schwer zu stoppen. (Bild: Robert Kucera)

Robert Kucera

robert.kucera@wundo.ch

Die Spatzen pfeifen es in Buchs von den Dächern: Der lokale Fussballclub spielt nächste Saison in der 2. Liga interregional. Zwei Runden vor Schluss hat man drei Punkte Vorsprung auf Verfolger Weesen, mit Absteiger Bad Ragaz (auswärts) und dem Neunten Ruggell (zu Hause) ein durchaus machbares Restprogramm. Denn aus diesen zwei Spielen benötigt Buchs nur drei Punkte. Ein Sieg reicht – und die Aufstiegsfeierlichkeiten können starten.

Dass Weesen punktemässig noch aufschliessen kann, kümmert beim FC Buchs niemanden. Es herrscht die Meinung vor, dass der Vorsprung an Fair-Play-Punkten, die bei Punktgleichheit entscheiden, ausreicht. Buchs hat in dieser Spielzeit 46 Strafpunkte erhalten, Weesen deren 63. Fakt ist: Es braucht sehr viel unsportliches Benehmen, dass man sich in zwei Spielen 17 Punkte mit gelben und roten Karten einhandelt.

Doch was passiert bei einer Tätlichkeit? Dafür gibt es 12 oder 15 Strafpunkte. Dass man dies beim FC Buchs nicht in Betracht zieht, zeigt, wie besonnen man die Spieler der ersten Mannschaft einschätzt und dass der Fairplay-Gedanke beim FCB tief verwurzelt ist. So gesehen verwundert es nicht, dass die Buchser auch nach Fair-Play-Punkten die Leaderposition in der 2. Liga Gruppe 1 einnehmen.

Siegen und auf Schützenhilfe hoffen

Nicht nur das gepflegte Fussballspiel sowie Konstanz über eine ganze Saison könnten sich für den FC Buchs also auszahlen. Sondern auch faires Verhalten auf dem Feld. Am anderen Ende dieser Skala steht der FC Sevelen. Statt Aufstiegskampf heisst es Abstiegskampf, und punkto Fair-Play-Punkte sieht die Situation so aus, dass Sevelen am Ende einen Punkt mehr auf dem Konto haben muss als seine Mitstreiter. Bei Punktegleichstand sind die Werdenberger im Nachteil. Aber beim FC Sevelen ist man weit davon entfernt, sich mit Fairplay-Punkten auseinanderzusetzen. Jetzt müssen Punkte her für zwei Siege. Nur so hat man eine reelle Chance auf den Ligaerhalt. Im Extremfall reicht nicht mal das aus. Sevelen muss, wenn man zweimal siegt, darauf hoffen, dass Valposchiavo oder Uznach Ib in den letzten zwei Runden Federn lassen, sprich keinen Sieg einfahren. Am Pfingstmontag kommt es an dem Sportplatz Schild zu einem Endspiel um den Ligaerhalt. Sevelen empfängt Uznach Ib. Spielt das Heimteam nur unentschieden oder verliert, ist der Gang in die 4. Liga nicht mehr abzuwenden. Die Fairplay-Punkte im Überblick: Valposchiavo 56, Uznach Ib 32, Sevelen 71.

In der 4. Liga Gruppe 3 sind mit dem FC Grabs und dem FC Trübbach noch zwei Werdenberger Teams im Abstiegskampf involviert. Die Grabser müssen dieses Wochenende tatenlos zusehen, was die Konkurrenz macht – und sind heute Freitagabend grosse Trübbach-Fans: Gibt es in der Partie Ruggell II gegen Trübbach keinen Sieger, ist Grabs gerettet. Gewinnen die Wartauer auswärts bei den Liechtensteinern, dürfen beide regionalen 4.-Liga-Teams aufatmen und ersparen sich so Zitterpartien in der letzten Meisterschaftsrunde.