FUSSBALL: «Es ist eins vor zwölf»

Die Uhr tickt unbarmherzig – gegen den FC Sevelen. Aus dem Szenario Abstiegskampf zu Beginn der Rückrunde ist ein Unterfangen geworden, bei dem man nun sogar auf fremde Schützenhilfe angewiesen ist.

Robert Kucera
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Der Seveler Binjamin Ismaili versucht von links eine Torchance zu kreieren, doch die Flumser Abwehr vereitelt diese gerade noch rechtzeitig. (Bild: Robert Kucera)

Der Seveler Binjamin Ismaili versucht von links eine Torchance zu kreieren, doch die Flumser Abwehr vereitelt diese gerade noch rechtzeitig. (Bild: Robert Kucera)

Robert Kucera

robert.kucera@wundo.ch

2010 hat sich der FC Sevelen aus der 4. Liga verabschiedet. In der Saison darauf stieg man sogar in die 2. Liga auf, es folgte aber sogleich der direkte Abstieg. Seither ist die erste Mannschaft des FC Sevelen eine 3.-Liga-Equipe, die mehr oder weniger souverän die Liga hält. In dieser Saison aber hat sich das Team arg in die Bredouille gebracht. «Es ist eins vor zwölf», sagt Captain Remo Sturzenegger treffend. Mit der 1:4-Niederlage in der drittletzten Runde gegen den FC Flums und den gleichzeitigen Punktgewinnen der direkten Konkurrenten über dem Strich steht für das Saisonfinale fest: «Wir müssen beide Partie gewinnen und darauf hoffen, dass die anderen nicht punkten. Wenn wir beide Spiele gewinnen, sind wir zu 95 Prozent gerettet – aber es wird schwierig», beschreibt Sturzenegger die missliche Lage. Weil Sevelen die meisten Fairplay-Strafpunkte aller Strichteams aufweist, ist man bei Punktgleichheit gegenüber der Konkurrenz im Nachteil

Sevelen brachte sich um Früchte seiner Anstrengung

Der Glaube, respektive die Hoffnung, stirbt bekanntlich zuletzt. Doch der Heimauftritt gegen Flums von gestern Sonntag lässt nur wenig Optimismus zu. «Wir glauben noch daran», hält der Captain fest. Er verweist auf die ersten 39 Minuten der Partie, in welchen der FC Sevelen zeigte, dass er sich nicht dem Schicksal ergeben hat und den Kampf gegen den drohenden Abstieg auch annimmt. Durch Emsal ­Aliji ging das Heimteam in der 26. Minute in Front. Aliji eroberte im Strafraum den Ball gekonnt aus einem Knäuel von sechs Beinen und liess, nachdem er die zwei Gegenspieler stehen gelassen hatte, dem Flumser Torwart keine Abwehrchance. Die Führung war verdient, Sevelen war die klar ­aktivere Mannschaft. Jedoch haperte es gewaltig im Offensivbereich, man hätte höher führen können. Dies ist aber nicht allein auf eine mangelnde Chancenauswertung zurückzuführen, sondern auch auf ungenügendes Passspiel. Zu häufig landen Seveler Flanken, steile Zuspiele in die Spitze sowie getretene Eckbälle und Freistösse beim Gegner oder im Niemandsland.

Und es kam, wie es immer kommt, wenn sich eine Mannschaft Runde für Runde im Abstiegskampf abmüht und das Gefühl nicht loswird, dass sich alles gegen sie verschworen hat: Ein Fehler führte zum Ausgleich in der 40. Minute. Zunächst schafften es die Seveler in mehreren Anläufen nicht, den Ball in der eigenen Platzhälfte zu erobern und unter Kontrolle zu bringen. Dann patzte Torhüter Velduan Isufi nach einem harmlosen Distanzschuss von Kevin Mollet.

In der zweiten Halbzeit war der FC Sevelen nur noch ein Schatten seiner selbst. Ideenlos und bisweilen mutlos spulte man die zweiten 45 Minuten ab. Gegen einen Gegner, der keineswegs energisch drei Punkte holen wollte und letztlich von groben Seveler Fehlern profitierte. Nur einmal flammte der Wille, dem Abstieg in die 4. Liga zu ent­gehen, auf: Nach 30 Sekunden spielte sich das Heimteam magistral vor das gegnerische Tor, die Hereingabe war für einmal präzise, ein Seveler Spieler lässt das Zuspiel für den besser postierten Mann durch – doch Steven Hercod gelingt nur ein harmloses Schüsschen in die Hände des Flumser Torhüters. Für Sturzenegger war es die Schlüsselszene: «Eine Riesenchance. Keine Diskussion: Den hätten wir machen müssen.»

Sevelen – Flums 1:4 (1:1)

Schild. – 100 Zuschauer. – Sr. Smajovik.

Tore: 26. Aliji 1:0. 40. Mollet 1:1. 74. Bless 1:2. 83. Nadig 1:3. 89. Zeller 1:4.

FC Sevelen: Velduan Isufi; Sven Sturzenegger, Eggenberger, Fazlija, Luan Isufi; Yildiz, Remo Sturzenegger, Isamili; Aliji; Hercod, Pettineo. – Weitere eingesetzte Spieler: Rohner, Elduan Isufi, Dzemaili.

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